Petitionsverfahren bleibt beendet

Elchesheim-Illingen (as) – Das Petitionsverfahren in Sachen Sportstätte Illingen wird nicht neu aufgerollt. Da der Fußballverein RWE bislang Gespräche ablehnt, plant die Gemeinde ohne ihn weiter.

Die Gemeinde will nun in Illingen auch ohne Beteiligung des RWE die neue Sportstätte vorbereiten. Foto: Frank Vetter

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Die Gemeinde will nun in Illingen auch ohne Beteiligung des RWE die neue Sportstätte vorbereiten. Foto: Frank Vetter

Abgeblitzt ist der Fußballverein Rot-Weiß Elchesheim (RWE) jetzt beim Petitionsausschuss des Landtags: Das Petitionsverfahren bezüglich der Sportstättenfrage wird nicht wieder aufgerollt. Es sei kein neuer Sachverhalt aus den vom RWE-Vorsitzenden Dieter Link nachgereichten Unterlagen erkennbar, sagte Ausschussvorsitzende Petra Krebs (Grüne) am Mittwoch auf BT-Anfrage.
Ein Petitionsverfahren wird nur wieder aufgenommen, „wenn neue, wesentliche Gesichtspunkte vorgetragen werden, die bisher noch nicht bekannt waren“, hieß es schon Anfang Dezember aus Stuttgart. Link war nicht einverstanden mit der Aussage in der Petitionsentscheidung, dass es für das Gelände in Illingen kurz- und mittelfristig keine Planungen im Zusammenhang mit einer Dammrückverlegung gebe. Des Weiteren wollte er mit Fotos die Aussage widerlegen, es gebe kein Druckwasserproblem in Illingen und fand die Verkehrsproblematik nicht gewürdigt. Es sei alles richtig gelaufen und das Thema ansonsten Sache der kommunalen Selbstverwaltung, hieß es dazu gestern in Stuttgart.

Link spricht von Unwahrheiten


Damit bleibt es bei der Feststellung aus dem im November abgeschlossenen Petitionsverfahren (das BT berichtete): Der Ratsbeschluss, das Sportgelände des mittlerweile aufgelösten FC Illingen als künftige Sportstätte festzulegen und nur an diesem Standort in Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen zu investieren, sei rechtsgültig und der Bürgermeister laut Gemeindeordnung zu dessen Umsetzung verpflichtet.

In einer ersten Reaktion erklärte RWE-Vorsitzender Dieter Link: „Wir werden uns nicht madig machen lassen, auch wenn man den Unwahrheiten anderer mehr Glauben schenkt.“ Wie es nun weitergehen wird, dazu kündigte er eine Stellungnahme des Vereins an, die derzeit im Vorstand abgestimmt werde.

Die Gesprächseinladungen der Gemeinde seit der Petitionsentscheidung jedenfalls hat der Vereinsvorsitzende bislang abgelehnt: Ein Präsenztreffen hielt er coronabedingt für zu gefährlich und eine daraufhin vorgeschlagene Videokonferenz sei für den RWE-Vorstand technisch nicht umsetzbar.

RWE lehnt Gespräch und Mediation ab

So gab es bisher keinen Austausch zwischen Verein und Gemeindeverwaltung darüber, wie es nun weitergehen kann. Auch die lange vom RWE gewünschte Mediation, für die Bürgermeister Rolf Spiegelhalder jüngst Michael Nusser als Mediator vorgeschlagen hatte, der bereits in Rheinstetten beratend tätig war, hatte Link abgelehnt. Der Grund: Die Gemeindeverwaltung wollte dabei nur über die Umsetzung des Ratsbeschlusses reden, Dieter Link aber wollte das Thema von Grund auf noch einmal diskutieren.

Nicht überrascht von der Nachricht aus Stuttgart war gestern der Bürgermeister. „Wie bei der Einreichung der Petition gab es nie Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verwaltungshandelns“, erklärte er auf BT-Anfrage. Die Gemeinde werde nun wie beschlossen das Baugebiet „Bachstück“ weiter verfolgen, bei dem Teile des Sportplatzes Elchesheim überplant werden. Parallel dazu werde man den Hartplatz in Illingen sanieren und daraus einen Rasenplatz mit Flutlicht und Beregnung machen. Die Maßnahme sei im Haushaltsplan 2021 verankert, der in der nächsten Gemeinderatssitzung verabschiedet werden soll. Das Hauptspielfeld werde in einem weiteren Schritt ebenfalls saniert und eine Beregnungsanlage eingebaut, so Spiegelhalder.

RWE nimmt sich Chance auf Beteiligung


„Gemeinderat und Verwaltung möchten durch die genannten Maßnahmen den Jugendspiel- und Trainingsbetrieb für die Fußballjugend auch weiterhin sicherstellen“, betonte der Bürgermeister. Haltung des Gemeinderats sei aber auch, dass man – unter Berücksichtigung dieser Trainingszeiten – „gegebenenfalls auch andere Sportarten für unsere Bevölkerung berücksichtigen möchte“, kündigte er die Öffnung der Fußballplätze für weitere Aktivitäten an. An die Adresse des RWE gerichtet, erklärte er: „Der Verein nahm und nimmt sich mit seinem ,Blockadeverhalten‘ eigenverantwortlich jede Möglichkeit, sich an der zukunftsweisenden Entwicklung der neuen Sportstätte zu beteiligen“.

Vorbereitet werde derzeit die von Spiegelhalder bereits avisierte Kündigung für das Gelände in Elchesheim. „Diese Beauftragung erfolgte einstimmig“, sagte er. Dieter Link hingegen betonte, ihm als Gemeinderat sei ein solcher Beschluss nicht bekannt.

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Erstellt:
27. Januar 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 50sec

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