„Pfadfinderprozess“: BGH hebt Urteil auf

Baden-Baden/Karlsruhe (hol) – Der sogenannte „Pfadfinderprozess“ wird vermutlich im kommenden Jahr erneut geführt. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Baden-Badener Landgerichts aufgehoben.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat das Urteil gegen einen ehemaligen Pfadfinder-Gruppenleiter aufgehoben.  Foto: Uli Deck/dpa

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Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat das Urteil gegen einen ehemaligen Pfadfinder-Gruppenleiter aufgehoben. Foto: Uli Deck/dpa

Der „Pfadfinderprozess“ am kurstädtischen Landgericht muss komplett neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das im Dezember 2020 gefällte Urteil der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts kassiert.

Das hat Rechtsanwalt Andreas Kniep am Mittwoch auf Nachfrage dem BT bestätigt. Der Anwalt ist der Verteidiger des in dem Verfahren angeklagten ehemaligen Leiters einer Baden-Badener Pfadfindergruppe.

Dem mittlerweile 65 Jahre alten Mann wird zur Last gelegt, in den 80er-Jahren während Gruppenstunden der Pfadfinder mehrere Jungs zur Vergewaltigung eines Mädchens angestiftet zu haben. Dafür war er im Dezember nach einem drei Monate andauernden Prozess, der die Öffentlichkeit in Baden-Baden sehr bewegte, zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden.

Laut Kniep, der im Januar Revision eingelegt hatte, habe der BGH erhebliche Rechtsfehler erkannt. Nun wird eine andere Kammer des Landgerichts den Prozess erneut führen. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
1. Dezember 2021, 17:39 Uhr
Lesedauer:
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