Pfarrerin Bender geht in Ruhestand

Baden-Baden (cn) – Die Pfarrerin der Evangelischen Stadtkirche in Baden-Baden, Marlene Bender, ist in den Ruhestand verabschiedet worden.

Pfarrerin Marlene Bender und ihr Mann Manfred Bender sagen der Kurstadt Adieu. Foto: Christina Nickweiler

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Pfarrerin Marlene Bender und ihr Mann Manfred Bender sagen der Kurstadt Adieu. Foto: Christina Nickweiler

Schmetternde Fanfaren erklangen zu Beginn des Gottesdienstes, bei dem die langjährige Pfarrerin der evangelischen Stadtkirchengemeinde Marlene Bender in den Ruhestand verabschiedet wurde. Benders Dienstzeit endete zum 31. August. Einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin gibt es bisher noch nicht.

Wie bereits berichtet, konnte sich im Juli der Ältestenrat nicht für einen der beiden Bewerber, Pfarrerin Bettina Ott sowie Pfarrer Hans-Georg Ulrichs, entscheiden. Daraufhin haben beide Kandidaten ihre Bewerbung zurückgezogen. Der Rat habe Anfang September beschlossen, die Pfarrstelle nicht mehr auszuschreiben und stimmte für ein Besetzungsverfahren durch den Oberkirchenrat, äußerte sich Dekan Steffen Mahler auf Nachfrage. Konkret bedeutet dies, dass der Oberkirchenrat nun einen „geeigneten Kandidaten“ vorschlagen wird. „Das zeitliche Fenster ist offen“, sagte Dekan Mahler. Inzwischen hat Pfarrerin Bender mit ihrem Mann, Manfred Bender, ihr neues Domizil in Heidelberg bezogen. „Von 220 Umzugskartons ist die Hälfte ausgepackt“, verriet Bender nach dem Gottesdienst dem BT.

Dank für neunjährige Dienstzeit

In ihrer Predigt thematisierte die scheidende Pfarrerin das Dilemma, das viele Menschen umtreibt: Die Sehnsucht nach einem sorglosen Leben, aber gleichzeitig das Misstrauen gegenüber Versprechen, die ein sorgloses Leben vorgaukeln. Der Glaube an Gott biete den Menschen die Freiheit, manche Sorgen „Gott vor die Füße zu werfen“, meinte Bender. Dabei gehe es nicht um den „großen“ Glauben, alleine der Glaube von der Größe eines Senfkorns, dem Geborgenheit und Zuversicht innewohne, könne voller Kraft sein, bezog sich die Pfarrerin auf Kapitel 17 des Lukas-Evangeliums.

Dekan Mahler dankte Pfarrerin Bender für ihre neunjährige Dienstzeit in der Kurstadt. „Sie haben das Evangelium bezeugt, treu gepredigt und vieles geschafft,“ sagte Mahler. Er bescheinigte Pfarrerin Bender „ungebrochene Motivation, Humor und Esprit“. Bender hinterlasse Lücken und Spuren, die in Erinnerung bleiben würden. Als Beispiel nannte der Dekan Benders seelsorgerisches Engagement unter anderem auch in den Senioreneinrichtungen der Stadt. Bender habe neue Impulse durch die Selbstorganisation von Interessengruppen und Glaubenskursen gesetzt. „Sie haben die Stadtkirche als kulturellen Standort in den Mittelpunkt gerückt. Die Michaelskapelle in Ebersteinburg lag ihnen besonders am Herzen“, sagte Mahler. Er appellierte an die Gläubigen, den Dienst, den Bender hinterlassen habe, zu achten. Bei einem feierlichen Moment überreichte er die Urkunde, die Bender in den Ruhestand versetzt, auch erbat Dekan Mahler den Segen Gottes. Weiter umrahmte der Stadtkirchenchor den Gottesdienst.

Ihr Autor

Christina Nickweiler

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Erstellt:
14. September 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 11sec

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