Pflege der Tourismusangebote rings um Baden-Baden

Baden-Baden (cn) – Seit Oktober kümmert sich Lilli Wahli um den Tourismussektor beim Naturpark Mitte/Nord. Neben der Augenblick-Station in Neuweier hat sie touristische Wandermöglichkeiten im Blick.

Lilli Wahli trägt dazu bei, dass Wanderer die Augenblick-Stationen finden. Foto: Christine Nickweiler

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Lilli Wahli trägt dazu bei, dass Wanderer die Augenblick-Stationen finden. Foto: Christine Nickweiler

Seit der Eröffnung dieses Wanderpfades im vergangenen Spätsommer war Lilli Wahli noch nie an dem Aussichtspunkt am Neuweierer Schartenberg. „Ich bin zum ersten Mal hier“, sagt sie im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Dabei hat sie einiges dazu beigetragen, dass dieser Augenblick-Halt den Gästen attraktiv präsentiert wird. Sie ist Ansprechpartner für die teilnehmenden Gemeinden und für Dienstleister, aber vor allem für die Ausschilderung verantwortlich, damit die Augenblickpunkte problemlos gefunden werden können. Lilli Wahli inspiziert am Schartenberg den Ort, schaut auf die Ausschilderung und befindet: „Ich bin zufrieden mit dem Erscheinungsbild.“

Dann erklärt sie das Ensemble des am Schartenberg installierten Mobiliars: Die geschwungene Form der Sitzbank ahmt die untere grüne Fläche des Naturpark-Logos nach. Der Tisch symbolisiert den See, und die davor stehende Tafel, auf dem das große Panoramabild mit dem gezackten oberen Rand zu sehen ist, soll die Silhouette der Tannen des Schwarzwaldes nachempfinden. Mehr als 20 Naturpark-Augenblicke betreut die 29-Jährige von ihrem Steinbacher Arbeitsplatz aus. „Vom Kinzigtal bis Tiefenbronn“, zählt sie auf. Vier weitere sind derzeit in Umsetzung, drei auf dem Papier, davon einer Bühl.

Schnittstelle zwischen Naturschutz und Tourismus

Aktuell ist die gebürtige Neuenburgerin (am Rhein) vorwiegend damit beschäftigt, den rund 260 Kilometer langen Naturparkradweg zertifizieren zu lassen. „Bei einer zertifizierten Qualitätsroute geht es um Fragen: Wie sicher, wie attraktiv ist der Radweg?“, erläutert sie. Da Lilli Wahli sich unter anderem mit Landkreisen und der Schwarzwald-Tourismus-Gesellschaft kurzschließen muss, stellt sich dieses Gebiet derzeit arbeitsintensiver als sonst dar. Sie stellt gewissermaßen eine Schnittstellenfunktion zwischen Touristikern, Verbänden, Schwarzwaldverein und Naturschutz dar, damit „Tourismus im Einklang mit der Natur möglich ist“, wie die Projektmitarbeiterin selbst sagt.

Nach ihrem Bachelor-Studium „Sport, Gesundheit, Freizeitbildung“ in Karlsruhe studierte Lilli Wahli an der Sporthochschule in Köln „Sporttourismus und Destinationsmanagement“. In ihrer Abschlussarbeit fragte sie danach, welche Gäste machen Trekkingurlaub und wie nutzen diese Gäste die vorhandenen Strukturen im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord? Aufgrund ihrer Erkenntnisse wurden einige Strukturen weiterentwickelt, erzählt Lilli Wahli. Das war 2017, seither gibt es das Trekkingangebot des Naturparks im Schwarzwald, das sie betreut.

Möglichkeiten für Wanderer schaffen

Doch anders als es den Anschein erweckt, sei das überwiegend ein Büro-Job, sagt sie. Hier klärt sie mit den Gemeinden bestimmte Kriterien ab und unterbreitet Vorschläge für Routen. Es geht darum, an ausgewählten Plätzen Möglichkeiten für Wanderer zu schaffen, im Wald legal zu campen. Sehr beliebt sei inzwischen das Trekking-Schwarzwald. „Vergangenes Jahr war an allen Plätzen im Nordschwarzwald jeder Tag ausgebucht“, freut sie sich über die Resonanz.

Schließlich unterstützt Lilli Wahli Vereine, Gemeinden und Unternehmen, die mit Mischungen für Blumenwiesen etwas für die Artenvielfalt tun wollen. Der „blühende Naturpark“ ist zwar das einzig „grüne“ Projekt, das Lilli Wahli unter dem Naturpark-Etikett betreut, dafür aber das größte. Bei diesem Projekt verbringt die 29-Jährige sehr viel Zeit in der Natur. „Da habe ich viel Kontakt nach draußen, wenn beispielsweise Schüler Flächen einsäen“, sagt sie und nennt mittlerweile 114 Gemeinden, die bei dem „blühenden Naturpark“ mitmachen.

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Erstellt:
23. April 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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