Pfosten vor Schrotthändler gerettet

Baden-Baden (hol) – Der städtische Bauhof in Baden-Baden hat wunderschöne schmiedeeiserne Zaunpfosten des Ludwig-Wilhelm-Stifts vor dem Altmetall-Abfall gerettet.

Auf keinen Fall ein Fall für den Schrotthändler: So aufwendig ist der obere Bereich der Pfosten geschmiedet. Foto: Margarete Schick

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Auf keinen Fall ein Fall für den Schrotthändler: So aufwendig ist der obere Bereich der Pfosten geschmiedet. Foto: Margarete Schick

Wunderschön, so ein alter, schmiedeeiserner Zaun – die Pfosten mit einer fein geschwungenen Krone geschmückt. In einem dunklen Grün ragte dieses Element viele Jahre entlang der Seufzerallee in die Höhe. Die Rede ist von dem Zaun, der um das Gelände des Ludwig-Wilhelm-Stifts herum das Grundstück zu drei Seiten hin abschloss.

Aufmerksame BT-Leser wissen: Das altehrwürdige Wohnstift ist nicht mehr. Das denkmalgeschützte Gebäude bleibt zwar erhalten, doch das Innenleben ändert sich. Statt als Pflegeheim dient das Haus künftig als edle Wohnadresse am Rande des Bäderviertels. Zudem werden weitere Häuser auf das Grundstück gebaut, die das alte Stiftsgebäude ergänzen.

BT-Leserin nimmt sich der Sache an

Gut, so eine edle Wohnadresse braucht auch eine Umzäunung. Aber der alte Zaun sollte es nicht mehr sein, wie eine BT-Leserin eines Morgens erschreckt feststellte.

Die eisernen Pfosten lagen da nämlich zu einem unordentlichen Haufen übereinander geworfen auf dem Baugrundstück – scheinbar bereit für den Altmetallhändler, der sich angesichts der fetten Beute die Hände reiben würde. Und eines der schmucken Bauteile hatte – wie auch immer – den Weg in die Sophienallee gefunden, wo es jetzt einsam und ein wenig deplatziert wirkend auf dem Gehweg lag. Die Leserin benachrichtigte die Lokalredaktion. Ein Anruf bei der Stadt-Pressestelle verhieß zunächst nichts Gutes: Nein, der Zaun sei, anders als das Stiftsgebäude, nicht denkmalgeschützt.

Stadt: Kein Fall für den Schrotthändler

Dann aber, kurz darauf ein weiterer Anruf aus dem Rathaus und die Entwarnung: Man habe sich die Sache angesehen und stimme mit der BT-Leserin überein. Die Zaunelemente seien kein Fall für den Schrotthändler. Der städtische Bauhof habe sich des Themas angenommen, die schmiedeeisernen Teile gesichert und bewahre sie nun erst einmal auf, weil der Bauherr des Ludwig-Wilhelm-Stifts kein Interesse habe.

Wofür? Das werde man sehen, hieß es aus dem Rathaus. Tja, wird da nicht demnächst am Hindenburgplatz das etwas schmucklosen Geländer zur Oos hin saniert? Das hatte man bei der Stadtverwaltung jedenfalls mittelfristig in der Planung. Und da würde sich so ein schmiedeeiserner Schmuck vielleicht ganz gut machen.

Ihr Autor

Harald Holzmann

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Erstellt:
31. März 2021, 08:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 04sec

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