Philharmonie Baden-Baden startet in neue Saison

Baden-Baden (fasa) – Mit Musik auf „Reisen“: Am Sonntagabend ist die Philharmonie Baden-Baden in die neue Saison gestartet. Am Pult war Gastdirigent Julian Pontus Schirmer.

Auftakt in die neue Spielzeit: Dirigent Julian Pontus Schirmer mit der Philharmonie Baden-Baden. Foto: Fabian Sauter-Servaes

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Auftakt in die neue Spielzeit: Dirigent Julian Pontus Schirmer mit der Philharmonie Baden-Baden. Foto: Fabian Sauter-Servaes

Charmant und lässig: Mit ihrer ersten „Soirée philharmonique“ startete am Sonntagabend die Philharmonie Baden-Baden in die neue Saison mit dem Gastdirigenten Julian Pontus Schirmer. Zwar erinnern Maskenpflicht und beschränkte Zuschauerreihen immer noch an das Fortdauern der pandemiebedingten Hemmnisse, umso beschwingter und gelöster begann dafür das Orchester das musikalische Spiel zum passenden Thema „Reisen“.

Der „Norwegische Künstlerkarneval“ des Komponisten Johan Svendsen, ohnehin im Repertoire der Philharmonie, entführte die Zuhörer direkt in eine hybride Welt aus nordischer Klangwelt und beschwingt karnevalesken Rhythmen. Leicht und fröhlich gelingt dem jungen Wiesbadener Dirigenten Julian Pontus Schirmer dieser Einstieg. Entsprechend fällt in seiner Begrüßung mit Bezug auf seine Heimatstadt auch ein kleiner Seitenhieb auf die Entwicklung Baden-Badens zum Weltkulturerbe. So geriet die Reise mit der Philharmonie nicht nur zu einer Tour an verschiedene musikalisch vertonte Orte, sondern auch zu einem Spaziergang ins späte 19. Jahrhundert: ein intelligentes Programm für die Kulisse des Weinbrennersaals.

Souverän und sicher

Als Kontrast zum Karneval folgte die ernste und in Teilen schwermütige Vertonung „A Shropshire Lad“ von George Butterworth nach Gedichten des englischen Dichters Alfred Housman, der aus dieser ländlichen Region Westenglands stammte. Klanglich entfaltete das Orchester hier eindringlich keine ländliche Idylle, sondern eine bedrohliche und dramatische Vorstellung dieses Fleckens.

Ganz anders wirkte dagegen die Hebriden-Ouvertüre von Felix Mendelssohn Bartholdy. Handelt dieses Stück von der schroffen, unwirtlichen Natur der schottischen Inselgruppe, gerät die Vertonung dagegen zu einer wunderschönen Reise, deren Reiz auch ein stürmischer Wind nicht schmälern kann. Diese Impression wurde von der Philharmonie souverän und sicher zum Ausdruck gebracht.

Ausflüge nach Palermo

Auch die folgenden Ausflüge nach Palermo mit einem Zwischenspiel aus der Oper „A basso porto“ von Nicola Spinelli und in die französischsprachige Welt mit den Arabesken von Claude Debussy und dem Militärmarsch von Saint-Saëns gelangen unterhaltsam und kurzweilig. So wurde der französische Marsch im rasanten Tempo vorgetragen, was das Militärische spielerisch wirken und vor dem geistigen Auge den Kulturmix im Algerien Ende des 19. Jahrhunderts entstehen lässt. Die unmittelbar folgenden Soireen mit dem angenehm entspannten Julian Pontus Schirmer am Pult knüpften thematisch an das Reisemotiv an. Zunächst ging es noch einmal nach Norden und dann in die englisch-französische Sphäre. Die gute Stunde voll wunderbarer Musik hatte bei allen Beschränkungen noch mehr Zuschauer verdient und sei allen Musikliebhabern wärmstens ans Herz gelegt.

Weitere Konzerte finden am Mittwoch, 1. September, und Donnerstag, 2. September, jeweils um 18 Uhr statt.

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Erstellt:
31. August 2021, 14:00 Uhr
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