Philharmonie-Dirigent vor neuen Aufgaben

Baden-Baden (dü) – Der scheidende Dirigent der Philharmonie Baden-Baden steht vor neuen Aufgaben. Baden-Baden bleibt aber auch künftig der Lebensmittelpunkt für Pavel Baleff.

•Pavel Baleff blickt gespannt auf seine künftigen Tätigkeiten t in Frankreich und Deutschland. Foto: Jörg Bongartz

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•Pavel Baleff blickt gespannt auf seine künftigen Tätigkeiten t in Frankreich und Deutschland. Foto: Jörg Bongartz

Zurück an die Oper – am Opernhaus in Halle hat einst seine musikalische Laufbahn begonnen – wird es Pavel Baleff ziehen, wenn er Mitte 2022 aus seinem Amt als Chefdirigent der Baden-Badener Philharmonie ausscheidet: Ab Oktober 2022 wird er als Chefdirigent und künstlerischer Leiter an der Operà de Limoges in Frankreich, ein Haus mit 1 100 Plätzen, engagiert sein. Ab September 2021 wird er zudem eine halbe Stelle als Chefdirigent am Theater Nordhausen antreten und dort beim 53 Musiker zählenden Loh-Orchester Sondershausen den Ton angeben.

Zwei neue Aufgaben in zwei verschiedenen Ländern, das empfindet Baleff als sehr reizvoll, wie er auf BT-Nachfrage berichtet. Auch die Aussicht, wieder regelmäßig Opern dirigieren zu können, reizt ihn, war er doch während seiner hiesigen Chefdirigenten-Tätigkeit als Gast immer wieder an Opernhäuser unter anderem in Zürich, Wien, Hamburg und Dresden tätig. Die Stellen in Limoges und am Theater Nordhausen sind ihm angeboten worden, „ich habe mich nicht darum beworben“, freut sich der Dirigent. Und er weiß bereits, auf was er sich an den jeweiligen Häusern einlässt.

In Limoges, wo er während seines zunächst dreijährigen Engagements pro Jahr eine der größeren Opernproduktionen auf die Bühne bringen und drei der insgesamt sechs Sinfoniekonzerte der jeweiligen Spielzeit dirigieren wird, hat er bereits gearbeitet – und war von den dortigen Begebenheiten beeindruckt: „Es ist ein sehr gutes Haus.“ Der Opernbetrieb in Limoges ist anders organisiert als in ähnlichen Häusern in Deutschland, so Baleff weiter, „ich kann mich ganz auf die künstlerische Arbeit konzentrieren“.

Wehmut schwingt mit

Am Theater Nordhausen, ein Drei-Sparten-Haus mit Opern-, Konzert- und Ballettbetrieb, wird sich Baleff die Arbeit mit Michael Helmrath teilen, der seit 2016/2017 Generalmusikdirektor der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH ist und neben Baleff als feste Größe am Haus bleiben wird. Diese Lösung haben die dortigen Verantwortlichen gefunden, weil Baleff die Tätigkeit nicht zu hundert Prozent übernehmen wollte. Und Michael Helmrath kennt Baleff gut, hat dieser doch bereits Konzerte der Philharmonie in Baden-Baden dirigiert.

Bei aller Freude über die neuen Aufgaben und die damit verbundenen neuen künstlerischen Herausforderungen – immer wieder klingt Baleff im Gespräch auch etwas wehmütig, wenn er auf sein Ausscheiden als Chefdirigent der Baden-Badener Philharmonie – diese Position hat er seit 2007 inne – zu sprechen kommt. Die Arbeit mit dem Orchester, das der heute 49-Jährige zu einem international renommierten Klangkörper formen und dessen finanzielle tarifliche Höhergruppierung er erreichen konnte, hat ihn gleichermaßen gefordert und ausgefüllt.

Hinzu kommt, dass er mit seiner Frau Boriana, die Geige an den Musikschulen in Baden-Baden und Gaggenau unterrichtet und Organisatorin der Philharmonischen Jugendakademie ist, und den beiden Töchtern in Baden-Baden heimisch geworden ist. „Baden-Baden wird unser Lebensmittelpunkt bleiben“, sagt er mit strahlender Miene. Und auch die hiesigen Musikfreunde können sich freuen: Pavel Baleff wird nach seinem Ausscheiden als Chefdirigent weitere fünf Jahre lang als „Dirigent in Residenz“ jeweils fünf Konzerte mit der Baden-Badener Philharmonie geben.

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Erstellt:
28. Juli 2020, 06:00 Uhr
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