Philipp Hofmann bleibt die KSC-Lebensversicherung

Karlsruhe (rap) – KSC-Stürmer Philipp Hofmann überrascht im Spiel gegen Kiel mehr mit seinem rechten Fuß als mit seinen Toren. KSC-Coach Christian Eichner will seinen Torjäger um jeden Preis behalten.

„Es ist völlig normal, dass wir diesen Spieler mit allem was wir haben, bei uns halten wollen“: Christian Eichner über seinen Stürmer Philipp Hofmann (links). Foto: Helge Prang/GES

© GES/Helge Prang

„Es ist völlig normal, dass wir diesen Spieler mit allem was wir haben, bei uns halten wollen“: Christian Eichner über seinen Stürmer Philipp Hofmann (links). Foto: Helge Prang/GES

Christian Eichner und Ole Werner waren beide gleichsam verwundert, als sie zu Philipp Hofmann und seinen Fähigkeiten befragt wurden. Genauer zu dessen 2:2-Ausgleich am Samstagmittag in einer wilden Schlussphase mit gleich drei Toren innerhalb von zehn Minuten. „Er kann scheinbar jetzt auch mit rechts schießen“, sagte der KSC-Trainer, bevor ihm sein Kieler Kollege ins Wort fiel: „Das wollte ich auch sagen.“

Denn bislang fiel der Karlsruher Torjäger eher damit auf, dass er seinen rechten Fuß – überspitzt gesagt – vornehmlich zum Stehen benutzt. Seine Treffer erzielt der 28-Jährige fast ausschließlich mit links – oder als 1,96-Meter-Hüne logischweise mit dem Kopf. Den umjubelten Ausgleichstreffer aber setzte der Angreifer per Direktabnahme aus elf Metern gezielt und gekonnt flach ins Eck – mit rechts, Holstein-Keeper Ioanis Gelios streckte sich vergeblich. „Das hat er bisher auch im Training so nicht gezeigt“, sagte Eichner, der Hofmanns Kopfballchance in Minute 92, als Gelios per Glanztat den Punkt rettete, gar als „einfacher“ bezeichnete, vor allem, wenn man „seinen rechten Fuß kennt“. Dass sein Goalgetter, der bereits wieder bei vier Saisontoren steht, nun auch mit rechts treffe, „macht ihn jetzt noch unberechenbarer“, erklärte der KSC-Coach grinsend.

Und wohl noch begehrter bei dem einen oder anderen Bundesligisten. Sei es im Wintertransferfenster oder im kommenden Sommer, dann nämlich läuft Hofmanns Vertrag im Wildpark aus. Christian Eichner freilich, das betonte der 38-Jährige am Samstag, wird um seinen Stoßstürmer kämpfen. „Es ist völlig normal, dass wir diesen Spieler mit allem, was wir haben, bei uns halten wollen, und ich werde nicht aufhören, das zu versuchen. Ich werde am Ball bleiben“, versprach „Eiche“.

Zentrale Rolle Hofmanns gegen Kiel überdeutlich

Denn in seinem System spielt Hofmann schließlich die zentrale Rolle, dies wurde am Samstag wieder einmal überdeutlich. Vor der 1:0-Führung durch Kyoung-Rok Choi, der auf dem rechten Flügel merklich aufblühte, fungierte „Hoffi“ als Wandspieler, legte den Ball per Kopf herrlich in Chois Laufweg ab. Auch ansonsten verkörperte Hofmann, der gegen die Kieler Innenverteidiger Wahl und Lorenz ackerte und rackerte wie ein Berserker, was die gesamte Karlsruher Mannschaft auszeichnet: eine bärenstarke Mentalität, ein schier grenzenloser Wille. „Sie hat ein Herz, das in dieser Liga zu den besten gehört – was Mentalität, Einstellung, Leidenschaft und der Glaube an sich selbst anbelangt“, sagte Eichner über sein Team. „Das brauchen wir auch, um gewisse Unterschiede wettzumachen.“

Denn auch gegen Kiel wurde deutlich, dass im Spiel mit dem Ball noch Luft nach oben ist. Die Badener tun sich im letzten Drittel ungemein schwer, Torchancen zu kreieren. Zwar sieht der Ballvortrag bis 30 Meter vor des Gegners Gehäuse ordentlich aus, doch dann fehlt Tempo, Kreativität, Mut und Entschlossenheit. Auch gegen Kiel hatte, wenn es gefährlich wurde, meist Hofmann seinen Fuß respektive Kopf im Spiel. Auch, weil die Neuzugänge bisher nicht zündeten.

Neuzugänge zünden nicht

Gegen Holstein Kiel stand kein Neuer in der KSC-Startelf. Die Außenbahnspieler Lucas Cueto und Fabio Kaufmann deuteten bisher nur punktuell – meist als Einwechselspieler – an, dass sie eine Verstärkung darstellen könnten. Rückkehrer Fabian Schleusener, der beim 1. FC Nürnberg häufig von Verletzungen ausgebremst wurde, braucht noch etwas Zeit, zeigte aber nach seinen Einwechslungen zuletzt ansteigende Form.

Auf der rechten Seite könnte Eichner in Zukunft wieder auf ein Modell der vergangenen Saison zurückgreifen. Choi sprühte – nach einer kurzen Eingewöhnungsphase – gegen Kiel vor Spielwitz, suchte das Tempodribbling, die Doppelpässe mit seinen Teamkollegen, war agiler als in der Zentrale, wo er in den ersten fünf Partien auflief. Und auch auf der linken Flanke sahen die 10.000 Zuschauer im Wildpark mit Routinier Marc Lorenz ein altbekanntes Gesicht.

Noch sind die Neuzugänge eher Ergänzungsspieler. Kein Problem, so lange Philipp Hofmann trifft – jetzt sogar mit rechts.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

Zum Artikel

Erstellt:
13. September 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.