Photovoltaikanlage für Steinbach

Baden-Baden (sga) – Die Zukunft sitzt auf dem Dach: Die Steinbacher Grundschule bezieht ab sofort den Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage.

Spart auf Dauer nicht nur Geld, sondern auch Kohlenstoffdioxid: Durch die dachparallele Anlage können pro Jahr 44,5 Tonnen CO2 zurückgehalten werden. Foto: Sarah Gallenberger

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Spart auf Dauer nicht nur Geld, sondern auch Kohlenstoffdioxid: Durch die dachparallele Anlage können pro Jahr 44,5 Tonnen CO2 zurückgehalten werden. Foto: Sarah Gallenberger

In der Meister-Erwin-Straße 5 sitzt die Zukunft nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch auf dem Dach. Dort sorgt die frisch eingeweihte Photovoltaikanlage (PV) für eigenen Strom. Als stellvertretender Leiter des Fachgebiets Gebäudemanagement passt das für Siegfried Schmich ganz gut, wird doch auch in der Steinbacher Grundschule der Alltag immer digitaler.

Und wer digital arbeitet, verbraucht bekanntlich auch viel Strom. Der kommt ab sofort von den insgesamt 258 Solarmodulen, die auf dem Flachdach sitzen und jeweils 385 Watt Peak leisten. Pro Jahr ist das eine Menge, denn insgesamt erzeugt die Anlage ungefähr 89.500 kWh Strom – das entspricht einer Versorgung von circa 25 Haushalten.

Viele Faktoren müssen geprüft werden

Davon profitieren soll künftig nicht nur die Steinbacher Grundschule sowie die Sporthalle. Denn was an überschüssiger Energie bleibt, wird in das Stromnetz der Stadtwerke Baden-Baden gespeist. Ortsvorsteher Ulrich Hildner freut sich über die Anlage, „hier wurde eine Fläche genutzt, die sich gut angeboten hat“. Schmich sieht das auch so, immerhin habe die Stadt in der Vergangenheit bereits eine Liste mit fast allen Gebäuden, auf denen sich so eine Anlage anbietet, angefertigt. Ganz so einfach sei die Realisierung nicht. Wie ist das Bauwerk ausgerichtet? Steht es unter Denkmalschutz? „Da gibt es viele Faktoren, die geprüft werden müssen“, weiß der Fachmann.

Auf dem mit Kies bedeckten Flachdach der Grundschule mache sich PV laut Bernhard Gerstner gut. Er leitet bei den Stadtwerken die Abteilung Strom, Netz und Anlagen und weiß: „Wir haben hier viele Vorteile.“ Die gesamte Anlage habe eine Größe von 99,33 kWp, und liege frei auf dem Dach, durch das keine Stromleitungen führen müssen. „Außerdem haben wir hier einen 110-kW-Wechselrichter“, der so viel leistet, wie es normalerweise zwei der Sorte tun. Die Unterkonstruktion ist mit Steinen beschwert und die Module auf 13 Grad in Ost-West-Richtung ausgerichtet, „das Sonnenlicht kann den ganzen Tag genutzt werden“.

Insgesamt 51 Anlagen

Doch so groß die Freude in Steinbach auch ist, so lang haben auch die Vorbereitungen gedauert. Bevor die Ausschreibung im Februar 2021 veröffentlicht wurde, fanden bereits 2018 erste Planungsgespräche statt. Laut Helmut Oehler, Geschäftsführer der Stadtwerke, seien die elektrotechnischen Vorgaben nicht von Anfang an gegeben gewesen.

Doch „was lange währt, wird endlich gut“, und immerhin wurden nach heutigem Stand insgesamt 51 PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden installiert. Das entspricht einer Leistung von rund 2.379,93 kWp und einer Versorgung von etwa 642 Haushalten. Durch die insgesamt 2.662.000 Euro schweren Investitionen werden pro Jahr circa 1.124 Tonnen CO2 eingespart – und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Aktuell planen die Stadtwerke vier weitere Anlagen, unter anderem auf der Ooser Festhalle und auf der Schule in Haueneberstein.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
3. August 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 24sec

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