Pipa: Mit Saltos zum Nachwuchs

Karlsruhe (BT) – Die Tiere des Karlsruher Zoos werden einmal im Monat auf der Kinderseite des BT-Magazins vorgestellt. Diesmal im Mittelpunkt: die Wabenkröte.

Gemütlich im ruhigen Wasser: Pipa ist eine Mittlere Wabenkröte und lebt mit einigen Artgenossen aus Südamerika in einer Zoo-WG im Paludarium in Karlsruhe.  Foto: Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

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Gemütlich im ruhigen Wasser: Pipa ist eine Mittlere Wabenkröte und lebt mit einigen Artgenossen aus Südamerika in einer Zoo-WG im Paludarium in Karlsruhe. Foto: Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

Im Wasser bin ich in meinem Element. Darin verbringe ich mein komplettes Leben. Ich bin Pipa, und ich gehöre zu den Mittleren Wabenkröten. Es gibt auch noch andere Wabenkrötenarten, wie zum Beispiel die Große Wabenkröte. Mit etwa sieben Zentimetern Körpergröße sind wir jedoch kleiner als diese und größer als die Kleine Wabenkröte – wir haben eben eine mittlere Körpergröße. Die Weibchen von uns werden etwa einen Zentimeter größer als die Männchen.

Der Nachwuchs wächst auf dem Rücken des Weibchens

Das auffälligste Merkmal, mit dem man die Männchen von uns Weibchen unterscheiden kann, zeigt sich allerdings nur während der Fortpflanzungszeit. Der Nachwuchs entwickelt sich nämlich auf dem Rücken des Weibchens unter einer Hautschicht. Damit ist er gut geschützt.Die Paarung selbst ist bereits ein besonderes Erlebnis: Männchen und Weibchen vollführen im Wasser mehrere Rückwärts-Loopings hintereinander, bei denen sie gemeinsam nach oben schwimmen. Das Männchen umarmt dabei das Weibchen von hinten an der Hüfte mit den Vorderbeinen und hält sich fest. Während des Sinkens legt das Weibchen dann Eier, die befruchtet werden und durch die gemeinsamen Bewegungen auf dem Rücken des Weibchens landen. Dort verteilt das Männchen die Eier mit den Hinterfüßen, schiebt sie nach vorne und drückt sie mit seinem Bauch auf dem Rücken fest. Nach mehreren Stunden, in denen Saltos gedreht werden, haben insgesamt mehr als 100 Eier ihren Platz auf dem Rücken gefunden. Die Eier werden von der Rückenhaut umwachsen, sodass für jedes Ei eine eigene kleine, sichere Brutwabe entsteht. Daher kommt auch unser Name: Wabenkröte.

Kaulquappen schwimmen sofort im Wasser

Bereits nach etwa zwei Wochen sind in den Eiern von uns Mittleren Wabenkröten kleine Kaulquappen herangewachsen, die aus der Rückenhaut schlüpfen. Sie schwimmen dann sofort frei im Wasser. Dort finden sie genug zum Fressen, das sie aus dem Wasser filtern. Schon sechs Wochen später sind aus den Kaulquappen kleine Frösche geworden. Bei anderen Wabenkrötenarten, wie der Großen Wabenkröte, wachsen die Kleinen sogar bis zur vollständigen Entwicklung zum kleinen Frosch unter der Rückenhaut der Mutter heran.

Eine richtige Südamerika-WG

Normalerweise leben Wabenkröten in trüben, langsam fließenden Wasser, auch in Tümpeln oder Sümpfen. Ich lebe seit etwa zwei Monaten mit fünf Artgenossen sowie drei Bromelien-Laubfröschen und vier Lemur-Laubfröschen zusammen in einem Paludarium im Raubtierhaus. Alle drei Tierarten kommen aus Südamerika, es ist also eine richtige Südamerika-WG.

Ein Paludarium ist eine Mischung aus Aquarium (für Fische) und Terrarium (für Pflanzen und Reptilien, Amphibien). Unten ist ein großer Wasserteil und oben ist ein hoher Bereich mit vielen Pflanzen und Ästen. Ich nutze mit meinen Artgenossen nur den Wasserbereich, während sich die Frösche oben in den Pflanzen gut verstecken, sodass man sie lange suchen muss.

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Erstellt:
13. Februar 2022, 13:00 Uhr
Lesedauer:
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