Gedenken vor dem Bahnhof

Rastatt (fuv) – Beim Gurs-Gedenkstein vor dem Rastatter Bahnhof haben rund 30 Bürgerinnen und Bürger am Montag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 75 Jahren gedacht.

Zeichen gegen Judenfeindlichkeit: Am Gurs-Gedenkstein vor dem Rastatter Bahnhof halten Bürger inne.  Foto: Vetter

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Zeichen gegen Judenfeindlichkeit: Am Gurs-Gedenkstein vor dem Rastatter Bahnhof halten Bürger inne. Foto: Vetter

„Der Bahnhof war für die Rastatter Juden der Ausgangspunkt ihres Martyriums, das für viele in Auschwitz endete“, sagte Stadtrat Roland Walter gestern in seiner Ansprache bei der Gedenkfeier anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Am Gedenkstein vor dem Bahnhof für die am 2. Oktober 1940 ins französische Lager Gurs verschleppten Mitbürger beging die Stadt Rastatt gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden/Rastatt den Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

Walter sprach als ehrenamtlicher Vertreter von Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch. Der Gedenkstein vor dem Bahnhof sei der richtige Ort, um der Opfer der Nazi-Terrorherrschaft zu gedenken. Der Grünen-Fraktionschef betonte, dass sich in der Tradition des Rastatter Friedens viele Bürger, Vereine und gesellschaftliche Gruppen für ein friedliches, solidarisches und sicheres Zusammenleben in kultureller Vielfalt einsetzten.

Ausstellung geplant

2020 jährt sich die Deportation der Rastatter Juden zum 80. Mal, wie Walter betonte. Dazu werde auf Initiative der Israelitischen Religionsgemeinschaft Badens und der Arbeitsgemeinschaft zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs eine Ausstellung erarbeitet.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Jonas Weber sprach von unvorstellbarem Leid, das den sechs Millionen Juden während der Naziherrschaft angetan worden sei. Er erinnerte daran, dass es erneut zu antisemitischer Gewalt in Deutschland komme. Die Angriffe auf die Synagoge in Halle und in Freiburg seien Beispiel dafür. Das gemeinsame Gedenken solle auch dazu dienen, dass sich das Böse nicht wieder ausbreite, so Jonas Weber.

Die rund 30 Bürgerinnen und Bürger, die zu der Gedenkstunde vor den Rastatter Bahnhof gekommen waren, hörten schließlich das jüdische Gedenkgebet für die Opfer der Shoa, der Judenvernichtung, das der Baden-Badener Rabbiner Naftoli Surovtsev auf Deutsch und Hebräisch vortrug. Kränze und Kerzen schmückten den Gedenkstein.

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Erstellt:
28. Januar 2020, 00:00 Uhr
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