Plan für Überdachung des 50-Meter-Beckens

Rastatt (ema) – Die Stadtverwaltung hat ein Szenario entworfen, wie man in Rastatt den Bäderbetrieb ganzjährig aufrechterhalten kann, auch wenn das marode Hallenbad Alohra nicht mehr öffnen wird.

Ähnlich wie hier in diesem Freibad im Berliner Wedding könnte eine Traglufthalle das 50-Meter-Becken im Natura überspannen. Foto: dpa

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Ähnlich wie hier in diesem Freibad im Berliner Wedding könnte eine Traglufthalle das 50-Meter-Becken im Natura überspannen. Foto: dpa

Dem technischen Ausschuss des Gemeinderats liegt für die Sitzung am Montag (17.30 Uhr, Badner Halle) ein Vorschlag auf dem Tisch, wonach das Alohra nicht mehr ertüchtigt werden soll und stattdessen der Schwimmbetrieb für mindestens drei Jahre mit einer Traglufthalle über dem 50-Meter-Becken im Freibad Natura sichergestellt werden soll.

Diese Variante will die Verwaltung verfolgen, weil aus ihrer Sicht eine Ertüchtigung des Alohra wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll erscheint. Die Stadt ließ das Hallenbad Mitte April sperren, nachdem bei Wartungsarbeiten an der Deckenverkleidung des Alohra massive Korrosionsschäden in der südlichen Giebelwand entdeckt worden waren.

Den vorliegenden Gutachten zufolge müsste die Stadt mindestens 2,5 Millionen Euro in die Hand nehmen, damit die Einrichtung mindestens bis 2027 hält. Darin eingerechnet sind rund 300.000 Euro aus den jüngsten Schäden; allerdings seien weitere Risiken nicht erfasst, wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht. Und selbst wenn man die Ertüchtigung angeht: Ein Badebetrieb im Alohra wäre dann erst frühestens im Herbst 2023 möglich. Angesichts der Restlaufzeit bis zum Start eines Kombi-Bads hält die Verwaltung eine solche Investition ins Alohra aus wirtschaftlichen und technischen Gründen für unvernünftig, weil das Hallenbad am Ende doch abgerissen wird

Halle günstiger als Alohra-Ertüchtigung

.Als Alternative bringt die Verwaltung eine Traglufthalle über dem Natura-Sportbecken ins Spiel, die allerdings auch erst ab Herbst kommenden Jahres in Betrieb gehen könnte. Umkleiden, Sanitäreinrichtungen und Duschen würde man daneben in Containern unterbringen.

Das Schul- und Vereinsschwimmen will man über ein Podest aus Edelstahl ermöglichen, mit dem ein Nichtschwimmerbereich geschaffen wird. Ziel wäre es, die Traglufthalle während der Bauzeit des Kombibads bis Ende 2027 zu betreiben; Einschränkungen kann die Verwaltung indes nicht ausschließen, weil das Baufeld noch nicht bekannt ist.

Bei der Wassertemperatur gehen die Planer von etwa 26 Grad aus. Problematisch könnte die Lufttemperatur im Sommer werden trotz Wärmeschutzfolie. Bei einem sommerlichen Extremtag könnte es deshalb zu kurzfristigen Schließungen kommen.

Würde man die Halle und Nebengebäude mieten, ergäben sich einschließlich Betriebskosten ein jährlicher Aufwand von 830.000 Euro – auf drei Jahre gerechnet würden inklusive Einmalkosten 2,8 Millionen Euro fällig. Zum Vergleich: Die Kosten für das Alohra (Ertüchtigung plus Betriebskostendefizit) beziffert die Verwaltung über drei Jahre mit 4,3 Millionen Euro. In der Vergleichsrechnung ergäbe sich somit ein Kostenvorteil der Freibad-Lösung von 1,5 Millionen Euro. Außerdem wirft man im Rathaus in die Waagschale, dass das Alohra-Gelände vorzeitig verkauft werden könnte, was nach Abzug der Abbruchkosten einen Erlös von etwa zwei Millionen Euro einbringen würde. Beim Kauf einer Traglufthalle (1,5 Millionen Euro) würde die Stadt über drei Jahre noch mal um insgesamt 100.000 Euro besser wegkommen. Für denkbar hält man es im Rathaus, wegen schlechter Wiederverkaufschancen die Halle bei der Landesgartenschau 2036 zu verwenden.

Einen weiteren Vorteil sehen die Stadtwerke in der Hallen-Lösung, weil durch einen möglichst zügig aufgenommenen Schwimmbetrieb eine Weiterbeschäftigung des Bäder-Personals gewährleistet wäre.

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