Platz für Schwalben in Forbach

Forbach (BT) – Die Bestände der Schwalben gehen stark zurück. Das gelte für die Rauchschwalbe, die vor allem in Viehställen brütet, und für die Mehlschwalbe, die ihre Nester an Hauswände baut.

Anita Beha vom NABU-Bezirk Mittlerer Oberrhein übergibt an Axel Blessing die Schwalbenplakette. Foto: Martin Klatt/NABU

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Anita Beha vom NABU-Bezirk Mittlerer Oberrhein übergibt an Axel Blessing die Schwalbenplakette. Foto: Martin Klatt/NABU

Mit seiner Initiative „Schwalbenfreundliches Haus“ macht der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bundesweit auf Häuser aufmerksam, bei denen Schwalben willkommen sind. Der Forbacher Getränkemarkt Blessing wurde nun mit einer entsprechenden Plakette ausgezeichnet. „Wir freuen uns sehr, dass am Gebäude des Betriebs von Axel Blessing in Forbach eine Mehlschwalbenkolonie zu Hause ist“, begründet Anita Beha vom NABU Bezirk Mittlerer Oberrhein die Verleihung der Plakette.

Die Situation dort hatte Besonderheiten. Die Geschäftsräume waren im Jahr 2020 renoviert worden. Dabei erhielt auch die Fassade des Gebäudes einen neuen Anstrich. Die von den Schwalben gebauten Nester waren laut Mitteilung bei den Malerarbeiten im Weg. „Die Renovierung war fällig, wir wollten die Schwalben aber auch behalten“, umreißt Axel Blessing die Herausforderung, Gebäudesanierung und Naturschutz unter einen Hut zu bringen.

Kunstnester angebracht

Nach der Beratung durch den NABU wurden anstelle der entfernten Nester 24 Kunstnester angebracht. Es sind Zwillingsnester mit einem Brett darunter, um den Kot aufzufangen, den die Vögel fallen lassen. „Die Renovierung ist wirklich vorbildlich gelaufen, denn das Gebäude und die Nester der geschützten Vögel sind runderneuert worden“, wird Martin Klatt, der Geschäftsführer des NABU-Umweltzentrums in Rastatt, in der Mitteilung zitiert. 24 Mehlschwalben-Paare brüten an der Hausfassade, weitere vier Paare unter dem Vordach der großen Lagerhalle hinter dem Markt.

Dafür, dass die Schwalben am Betriebsgebäude des Forbacher Getränkehandels eine dauerhafte Bleibe haben, hat der NABU mittlerweile die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ an Axel Blesssing verliehen. Für die Tiere sei das große Gebäude ein Rückzugsraum, der heute selten geworden ist. „Es wäre ein wichtiges Signal, wenn sich weitere Menschen für den Schutz der Schwalben einsetzen würden, denn sie sind auf Gebäude als Brutplatz angewiesen“, hofft Klatt auf weitere Gelegenheiten, die Schwalbenplakette zu verleihen. Die verwendeten Kunstnester seien wichtig für die Tiere. Auf asphaltierten Feldwegen gebe es keine Lehmpfützen und den Schwalben fehle daher der Baustoff für ihre Nester.

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Erstellt:
8. September 2021, 22:00 Uhr
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