Playoffs: Bühler Volleyballer nur Außenseiter

Bühl (win) – Die Bühler Bundesliga-Volleyballer starten am Mittwoch gegen Friedrichshafen in die Playoffs. Gegen Topfavoriten auf den Titel sind die Bisons nur krasser Außenseiter.

Nicht nur im Angriff streckenweise überragend, sondern auch in der Abwehr auf der Höhe: Alpar Szabo (Mitte) ist Bühls bester Blockspieler. Foto: Frank Seiter

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Nicht nur im Angriff streckenweise überragend, sondern auch in der Abwehr auf der Höhe: Alpar Szabo (Mitte) ist Bühls bester Blockspieler. Foto: Frank Seiter

Gerade noch rechtzeitig zum Beginn der Playoff-Spiele scheinen die Volleyball Bisons Bühl ihre Form wiedergefunden zu haben. Beim 3:1-Erfolg gegen Pokalsieger United Volleys Frankfurt agierte die Mannschaft von Trainer Alejandro Kolevich auf ähnlich hohem Niveau wie zu Saisonbeginn, als die Bisons für einige Spieltage sogar die Tabellenführung übernehmen konnten.

Doch mit Friedrichshafen trifft man nun auf den Topfavoriten der diesjährigen Meisterschaft. Die Häfler haben lediglich am zweiten Spieltag eine Partie verloren und sind seither souverän durch die Liga gerauscht. Dass Friedrichshafen die Hauptrunde so deutlich dominieren würde – fünf Punkte vor Düren und neun Punkte vor Titelverteidiger Berlin – war zu Saisonbeginn nicht unbedingt zu erwarten.

In Bühl träumt man vom Wunder

Wenige Wochen vor dem Liga-Auftakt stand Friedrichshafen plötzlich ohne Halle da, denn die ZF-Arena wurde wegen akuter Einsturzgefahr von heute auf morgen aus dem Verkehr gezogen. So musste Michael Warm mit seinem Tross ins rund 200 Kilometer entfernte Stuttgart fahren, um sich in adäquater Umgebung auf die Saison vorbereiten zu können. Spätestens am fünften Spieltag und dem glatten 3:0-Sieg gegen Berlin war klar, dass der Rekordmeister der heißeste Titelkandidat sein würde.

In den folgenden elf Spielen wurden nur zwei Sätze abgegeben – doch dann folgte der zweite Tiefschlag. Kurz vor dem Champions-League-Turnier in eigener Halle musste die Mannschaft passen. Bei drei Spielern und drei Betreuern wurde das Coronavirus nachgewiesen, Friedrichshafen musste die Champions League abschreiben und mehrere Bundesliga-Spiele verlegen. Mit vier Siegen in zehn Tagen wurde die Hauptrunde dann aber gerade noch rechtzeitig abgeschlossen. Nun also folgt am Mittwoch mit dem fünften Spiel innerhalb von zwei Wochen der Playoff-Auftakt bei den Bisons (19 Uhr, Großsporthalle Bühl; live auf „sporttotal.tv“). Kein Wunder, dass manch einer in Bühl von einem Wunder träumt und die Bisons nicht gänzlich chancenlos sieht.

Bisons-Trainer Kolevich trifft auf die Bremse

Doch Kolevich tritt auf die Bremse. „Friedrichshafen ist das beste Team der Bundesliga, selbst die zweite Sechs ist besser als unsere Stammformation.“ Dass Friedrichshafen in den letzten vier Spielen drei Mal über die volle Distanz gehen musste und Punkte liegen ließ, dürfe nicht überbewertet werden. Zumal Häfler-Coach Warm selbst die Fünf-Satz-Spiele gegen Giesen, Frankfurt und Lüneburg als gute Gelegenheit sah, seine Mannschaft zu testen und eifrig mit der Aufstellung zu experimentieren. Was Bühl, ganz nebenbei, die Vorbereitung nicht einfacher macht. „Gegen Frankfurt spielten wir im Block und in der Feldabwehr wir so, wie wir uns das vorgenommen hatten“, habe sich die Analyse der gegnerischen Spielweise voll ausgezahlt, „aber natürlich hat uns da auch geholfen, dass bei Frankfurt Tim Grozer fehlte.“ Friedrichshafen hingegen hat auch auf der Bank genügend Spieler, die in den meisten anderen Mannschaften der Liga im Stamm spielen würden, und mit Linus Weber den wohl besten Angreifer der Liga. Hinzu kommt ein bärenstarker Block mit gleich vier Spielern unter den besten 15 Blockspielern der Liga, bester Bühler dieser Rangliste ist Alpar Szabo auf Rang 22.

„Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir die beste Saisonleistung abliefern müssen, um in den Playoffs mithalten zu können. Andernfalls kann es ziemlich hart für uns werden“, hofft Kolevich zwar auf einen weiteren Sahnetag seiner Bisons, ist aber gleichzeitig Realist genug, um zu wissen, dass sein Team in den anstehenden Spielen gegen Friedrichshafen nur krasser Außenseiter ist.

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Erstellt:
9. März 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

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