Plittersdorf: Schandfleck am Rhein bleibt (vorerst)

Rastatt (ema) – Mit der ambitionierten Neugestaltung der Rheinpromenade bei Plittersdorf muss sich die Stadt Rastatt sputen.

Von der ehemaligen Außenstelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts lässt die Stadt Rastatt aus Kostengründen erst mal die Finger. Foto: Archiv

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Von der ehemaligen Außenstelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts lässt die Stadt Rastatt aus Kostengründen erst mal die Finger. Foto: Archiv

Die Verwaltung hat mit Blick auf die EU-Fördergelder eine Verlängerung des Projekts bis 31. Oktober 2023 beantragt, um in dem Überschwemmungsgebiet auf der sicheren Seite zu sein. Das Maßnahmenpaket hat die Verwaltung mittlerweile abgespeckt.
Der technische Ausschuss des Gemeinderats hat jetzt bei einer Gegenstimme die Planung gebilligt und das Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht. Zum aktuellen Stand sagte die städtische Projektbetreuerin Anne-Sophie Fulda, dass die Gesamtkosten nun bei 4,1 Millionen Euro liegen. Abzüglich der Zuschüsse der Europäischen Union und des Regierungspräsidiums dürfte an Rastatt noch ein Eigenanteil von 2,1 Millionen Euro hängen bleiben.

Wie mehrfach berichtet, beinhaltet das Projekt als wesentliche Bestandteile eine fünf Meter breite Uferpromenade, lange Sitzbänke in der Uferkante, die Fährwiese mit Rasen und Blütenwiese, einen Lehrpfad, neue auentypische Gehölze neben den bestehenden Linden, diverse Sitzgelegenheiten sowie drei Container für Sanitäranlage und Bistro, vier Reisebus-Haltestellen sowie einen Parkplatz.

„So eine Chance kommt nicht wieder“

Verzichten wird man auf den Erwerb der ehemaligen Außenstelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts, wo eine Renaturierung geplant war. Bürgermeister Raphael Knoth begründete den Rückzieher mit den Kosten, bekräftigte aber den Willen, mittel- bis langfristig das als Schandfleck gebrandmarkte Areal zu kaufen. Vom geplanten größeren Durchlass unter der Fährstraße für das Gewässer Häfele bleibt vorerst nur eine Machbarkeitsstudie übrig. Und der ursprünglich vorgesehene Bau einer Plattform weicht einer Terrasse.

Knoth rechtfertigte am Ratstisch die Millioneninvestition: „So eine Chance kommt nicht wieder“, verwies er auf die üppigen Fördergelder.

Die Kritik, dass die Rheinpromenade trotz erster Untersuchungen im Jahr 2017 nicht mit Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen ausgestattet ist, will man zu einem späteren Zeitpunkt außerhalb der EU-Projektphase heilen. Knoth zufolge liegen bereits nach früheren Arbeiten Leerrohre, sodass der frisch gestaltete Platz nicht wieder aufgerissen werden müsse.


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