Podcast über Fußball in Mittelbaden

Bischweier (moe) – Am vergangenen Sonntag feierte die „Doppel6“ eine erfolgreiche Premiere, Teil zwei gibt’s bereits am Sonntag: Alex Naimoli und Marco Schmittner betreiben den ersten mittelbadischen Fußball-Podcast.

Zwei Smartphones, zwei Computer, eine „Doppel6“: Marco Schmittner (links) und Alex Naimoli reden ständig über Fußball – nun auch in ihrem Podcast. Foto: Schmittner

© pr

Zwei Smartphones, zwei Computer, eine „Doppel6“: Marco Schmittner (links) und Alex Naimoli reden ständig über Fußball – nun auch in ihrem Podcast. Foto: Schmittner

Im Mittelfeld haben sich Alex Naimoli und Marco Schmittner schon immer am wohlsten gefühlt, also im Epizentrum des Spiels. Dort, wo es auf Übersicht ankommt, auf Ruhe am Ball. Wo man mit feiner Technik, wahlweise aber auch einer kultivierten Grätsche viel erreichen kann. Mit „Flügelflitzer“, erklärt Schmittner, „hätten wir uns komplett lächerlich gemacht“. Folglich haben die beiden 25-Jährigen mit einigen anderen Fachbegriffen jongliert – und sich passenderweise für „Doppel6“ entschieden. Unter diesem Namen betreibt das Duo den ersten mittelbadischen Fußball-Podcast.

„Bei uns dreht sich alles um Fußball“, sagt Naimoli, der aus Haueneberstein stammt, mittlerweile aber in Kuppenheim wohnt. Er und der Bischweierer Schmittner kennen sich seit zwölf Jahren, auf dem Rasen haben die beiden aber nie zusammen agiert – höchstens in ihrer Hobbymannschaft „Lokomotive Talentfrei“. Stattdessen spielen sie nun verbale Doppelpässe, am vergangenen Sonntag ging die erste Folge online.

Die Premiere war „extrem spontan“, so Schmittner. Erst Mitte vergangener Woche sei der finale Entschluss gereift, in einer schlaflosen Nacht hat er sich immer wieder die Frage gestellt: „Was hindert uns daran?“ Spätestens am Morgen danach stand die Antwort fest: „Eigentlich gar nix!“ Drei Tage später – nach dem Bundesligaspiel der Eintracht in München, einem kurzen Probelauf, aber ohne Matchplan und Notizen – wurde aufgezeichnet. Die Idee für die Audioreihe indes besteht schon länger, „vier oder fünf Monate haben wir drüber nachgedacht“, so Naimoli. Die Corona-Krise hat letztlich den entscheidenden Steilpass gespielt: Beide hatten unverhofft viel Zeit. Sinnigerweise drehte sich die Premiere dann auch um die krisenbedingte Spielpause.

„Große Sehnsucht“ nach dem Spiel mit dem Ball

Fußball-Podcasts gibt es wie Trophäen in der Schatzkammer des FC Bayern: unzählige. Auch Schmittner und Naimoli lauschen Branchengrößen wie „kicker meets DAZN“, dem „Bild“-Fußball-Podcast „Phrasenmäher“ oder den Kroos-Brüdern mit „Einfach mal Luppen“. Andere Formate heißen „Falscher Einwurf“, „Bolzplatzultras“ oder „Den macht sogar meine Oma“. Es gibt sogar bereits 85 Folgen eines Namensäquivalents „Doppelsechs“. Was es aber bisher nicht gab, war eine Variante, die sich um die Belange des Amateurfußballs in der Region kümmert. Schmittner war sich deshalb sicher: „Die Idee ist Gold wert.“ Dabei meint er weniger monetäre Aspekte oder die Aussicht auf Ruhm, sondern vielmehr die Tatsache, dass Fans derzeit „große Sehnsucht“ nach dem Spiel mit dem Ball und die Themen drumherum haben.

Damit wiederum kennen sich die beiden Kumpels bestens aus. Naimoli studiert Physiotherapie, nebenbei ist er aber leidenschaftlicher Fußballtrainer. Schon mit 14 coachte er eine Jugendmannschaft seines Heimatvereins FV Haueneberstein, für den er – wie auch für den VfR Bischweier – selbst auch lange am Ball war, in der Jugend und bei den Senioren. Bis zur Corona-bedingten Zwangspause stand er dreimal in der Woche im Karl-Heitz-Stadion, um die U 14 des ambitionierten Offenburger FV zu trainieren. Schmittner kickte bis zur B-Jugend in Bischweier, musste dann aber seine aktive Karriere gesundheitsbedingt beenden. Dafür beschäftigte er sich von Berufswegen verstärkt mit dem rollenden Ball – unter anderem als freier Mitarbeiter für das Badische Tagblatt auf den Fußballplätzen in Mittelbaden.

Die richtige Technik hilft derweil nicht nur auf dem Platz, ihr richtiger Einsatz hat dem mittelbadischen Duo bei der Premiere einen audioqualitativen Volltreffer beschert – wahrlich keine Selbstverständlichkeit bei neuen Podcasts. Das ist insofern bemerkenswert, da Schmittner und Naimoli nicht mit Highend-Hardware arbeiten, sondern mit Laptop, Tablet und ihren Smartphones. „Marco hat sehr auf eine gute Klangqualität gepocht“, erklärt Naimoli. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich volontiert Schmittner mittlerweile bei „Baden TV“ und weiß daher, wie man sich richtig in Szene setzt: „Mir war klar: Wir müssen positiv überraschen!“

Über 400 Aufrufe auf den verschiedenen Plattformen

Das ist offenbar nicht nur aus technischer Sicht gelungen: In kürzester Zeit hatte die „Doppel6“ auf verschiedenen Plattformen – Youtube, Spotify, Soundcloud – über 400 Aufrufe. „Damit haben wir nie und nimmer gerechnet“, freut sich Naimoli: „Ich hätte nicht mal gedacht, dass uns jemand außerhalb von Bischweier und Kuppenheim zuhört.“

Um die neue Fangemeinde mit Diskussionsvorlagen zu versorgen, soll am morgigen Sonntagabend die zweite Folge online gehen. Thematisch hat sich das Duo noch nicht abschließend festgelegt. Dennoch soll es etwas strukturierter zur Sache gehen, als noch bei der Premiere. Das, so die beiden, war Inhalt konstruktiver Kritik seitens der Hörer. Klar ist für die Podcaster, dass sie nur Dinge besprechen, „worauf wir Bock haben“. Der Fokus soll aber auf dem Bezirk Baden-Baden liegen – und auf Gästen. Bereits in Folge drei soll aus der „Doppel6“ mindestens ein magisches Dreieck werden, vielleicht sogar ein Quartett.

Zum Artikel

Erstellt:
30. Mai 2020, 13:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 23sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.