Polizeipräsidium Offenburg beteiligt sich an Sicherheitstag

Offenburg (for) – In Baden-Württemberg sind Polizisten am Freitag verstärkt gegen Kriminalität im öffentlichen Raum vorgegangen. Auch das Polizeipräsidium Offenburg hat sich an der Aktion beteiligt.

„Achtung, Verkehrskontrolle. Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte“: Bei diesen Worten können Autofahrer schon einmal ins Schwitzen kommen. Hektisch wird in der Tasche gesucht oder das Handschuhfach durchwühlt, bis endlich der Fahrzeugschein zum Vorschein kommt. Jörn Hinrichsen, Leiter des Polizeireviers Gaggenau, kennt dieses Verhalten. Am Freitag führte sein Team im Rahmen des 24-Stunden-Aktionstags eine sogenannte ganzheitliche Kontrolle am Parkplatz Amalienberg an der B 462 durch.

Sicherheit im öffentlichen Raum

Bereits um 6 Uhr morgens begann der länderübergreifende Sicherheitstag, an dem sich auch Baden-Württemberg beteiligte. Ein Schwerpunktthema war dabei die Sicherheit im öffentlichen Raum. Im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg waren rund 500 Beamte im Einsatz, um Straßenkontrollen durchzuführen, Verwarnungen an Maskenverweigerer auszusprechen und gegen die grenzüberschreitende Kriminalität anzukämpfen.

Verkehrskontrolle in Gaggenau

Im Murgtal machten am Freitagmorgen schon kurz nach der Auffahrtstelle Gaggenau-Mitte Pylonen und Schilder deutlich, dass Verkehrsteilnehmer besser den Fuß vom Gas nehmen sollten. Vor der Einfahrt auf den Parkplatz nahm ein Beamter in gelber Warnweste die herannahenden Autos in Augenschein. Immer wieder wurden einzelne Fahrzeuge – überwiegend Transporter oder Firmenwagen – nach rechts hinausgewunken und im Anschluss von den Polizisten genau unter die Lupe genommen: Funktioniert die Beleuchtung? Ist das Transportgut richtig gesichert? Wie sieht es mit dem Verbandskasten aus und besteht überhaupt eine Fahrerlaubnis?

„Ganzheitliche Kontrolle heißt nicht nur, dass wir die Fahrzeuge untersuchen, sondern auch, dass wir die Insassen genau in Augenschein nehmen“, erklärte Hinrichsen.

Urintest bei Verdacht auf Drogen

Was das im Detail bedeutet, musste der Fahrer eines Kleintransporters hautnah erleben. „Bitte aussteigen“, forderten ihn die Beamten auf. Und weiter: „Stellen Sie sich aufrecht hin und schließen Sie die Augen.“ Auf diese Art ließen sich Anzeichen für eine mögliche Drogenfahrt am besten erkennen, so Hinrichsen. Dazu zählten etwa eine veränderte Pupillenform, Lidflimmern oder Schweißausbrüche. Bei dem besagten Fahrzeugführer traf mindestens eines dieser Indizien zu, was dazu führte, dass er zu einem Urintest gebeten wurde. Nach einigen Minuten konnte der Mann aber aufatmen. „Der Test ist negativ“, so Hinrichsen.

Nicht ganz so viel Glück hatte ein junger Autofahrer, der mit leicht überhöhter Geschwindigkeit in den Bereich der Kontrollstelle fuhr und zu spät bemerkte, dass der Wagen vor ihm abbremste. Es kam zu einem leichten Auffahrunfall, weshalb die Beamten die Verkehrskontrolle kurzzeitig unterbrechen mussten.

Maskenkontrollen am Rastatter Bahnhof

In Rastatt führten die Polizisten derweil intensive Maskenkontrollen im Bahnhofsbereich durch. Was vielen nicht bewusst war: „Mund-Nasen-Schutz ist nicht nur in den Bahnen und Bussen Pflicht, sondern auch in der Bahnhofshalle und an unüberdachten Bus- und Bahnsteigen“, klärte Andreas Dahm, Leiter des Polizeireviers Rastatt, auf. Hinweisschilder dazu gebe es aber im gesamten Bahnhofsbereich nicht, kritisierten einige der Beamten. Dies habe dazu geführt, dass rund drei Viertel der Bahnhofsbesucher verwarnt werden mussten. Meist genüge es aber, die Passanten freundlich darauf hinzuweisen, die Schutzmaske aufzuziehen. „Der Großteil ist einsichtig und kannte die Regeln einfach nicht“, sagte Dahm.

Subjektives Sicherheitsgefühl verbessern

Im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Offenburg wurden gestern bis 15 Uhr rund 1.500 Kontrollen zur Maskenpflicht im ÖPNV durchgeführt, wovon laut Polizeipräsident Reinhard Renter nun 77 Verstöße geahndet werden. Im Rahmen der allgemeinen Personenkontrollen wurden bis um 15 Uhr 1.128 Personen geprüft. Dabei stellten die Beamten 45 Verstöße und 43 Straftaten fest, darunter etwa Trunkenheit am Steuer. „Im Raum Bühl konnte zudem eine mit internationalem Haftbefehl gesuchte Person gefasst werden“, gab Renter am Nachmittag bekannt.

Gekoppelt waren die Kontrollen mit Präventionsveranstaltungen, bei denen Bürger zu Themen wie Enkeltrick und Taschendiebstahl beraten wurden. Ziel ist laut Dahm, aufzuklären und gleichzeitig das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu verbessern.


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