Polytec schließt Mitte des Jahres

Rastatt (ema) – Der Automobilzulieferer Polytec hat jetzt bestätigt, dass die Rastatter Fabrik mit 135 Beschäftigten Mitte des Jahres schließen soll.

Die 135 Beschäftigten von Polytec haben bei dem Unternehmen in Rastatt keine Perspektive mehr. Foto: av

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Die 135 Beschäftigten von Polytec haben bei dem Unternehmen in Rastatt keine Perspektive mehr. Foto: av

Was die Belegschaft bereits in den vergangenen Wochen ahnte, ist jetzt gewiss: Der Automobilzulieferer Polytec, der auf Industrielackierungen spezialisiert ist, will zur Mitte des Jahres seinen Standort Rastatt schließen.
Diese Ankündigung unterbreitete der Vorstand am Dienstag in Gesprächen mit Betriebsrat und IG Metall, wie Gewerkschaftssekretär Bodo Seiler dem BT sagte. Bei zwei Betriebsversammlungen ging es gestern darum, wie der Arbeitsplatzverlust für die derzeit noch rund 135 Beschäftigten aufgefangen werden kann.

Seiler zufolge hat der österreichische Konzern zunächst angeboten, die Betroffenen für ein halbes Jahr in eine Transfergesellschaft zu übernehmen. Die Arbeitnehmerseite verlangte hingegen ein volles Jahr. Gestern nun besserte das Management nach: Acht Monate sollten die Mitarbeiter in der Qualifizierungsgesellschaft unterkommen – allerdings unter Verzicht auf das Weihnachtsgeld.

Klares Mandat zu Nachverhandlung

Das ist der Belegschaft zu wenig. Bei den gestrigen Betriebsversammlungen habe man ein „klares Mandat“ zur Nachverhandlung erhalten, sagten Seiler und der Betriebsratsvorsitzende Serge Kraemer dem BT: Sie setzen darauf, dass die Laufzeit über acht Monate hinausgeht oder der Arbeitgeber bei Zulagen etwas auf den Tisch legt. Die Entwicklung ist für viele Mitarbeiter auch deshalb bitter, weil der Altersdurchschnitt bei rund 54 Jahren liege und etliche Beschäftigte mehrere Jahrzehnte dem Betrieb angehören, so Kraemer.

Die Schließung der Lackierfabrik begründet das Management mit fehlenden Aufträgen und mangelnder Zukunftsperspektive. Aus Sicht der IG Metall hat Polytec zu lange auf die falschen Produkte gesetzt; viele Autohersteller hätten mittlerweile die Lackiererei wieder in den eigenen Betrieb geholt. Ein Käufer oder Investor, der die Rastatter Fabrik übernehmen könnte, ist laut Gewerkschaft nicht in Sicht.


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