Pop-up-Fördergelder bleiben aus

Rastatt (dm) – Vom Bund flatterte Ende vergangenen Jahres die Absage erhoffter Fördergelder für das Projekt ins Haus, trotzdem hält die städtische Wirtschaftsförderung am Pop-up-Store-Konzept fest.

Mieter gesucht: Acht Ladenlokale stehen aktuell in der Innenstadt leer, drei weitere werden bald aufgegeben. Foto: Frank Vetter

© fuv

Mieter gesucht: Acht Ladenlokale stehen aktuell in der Innenstadt leer, drei weitere werden bald aufgegeben. Foto: Frank Vetter

Lange hat man nichts mehr gehört vom Pop-up-Store Konzept, mit dem das Rastatter Stadtmarketing der Ladenladenschaft in der Innenstadt eine Frischzellenkur verabreichen will, zu sehen ist auch weiterhin nichts davon. Von der Hoffnung auf Fördergelder für das Projekt musste man sich zuletzt zudem verabschieden. Trotzdem: Aufgeben will man nicht. Das Konzept sei nicht gestorben, hieß es nun auf Anfrage unserer Zeitung.
Bei Pop-up-Stores handelt es sich es sich um Geschäfte, die zunächst nur für eine befristete Zeit im Rahmen einer Aktion „aufklappen“, so die deutsche Übersetzung, oder als Testballon fungieren. Angesichts der Leerstände in der Innenstadt wollte man mithilfe von Mietpreisförderungen und begleitenden Maßnahmen innovative Interessenten für die Idee gewinnen. Die Hoffnung: Dass aus ihnen längerfristige Mieter werden – und sich die Eigentümer auch darauf einlassen. Schließlich gehören die Läden nicht der Stadt selbst.

Pop-up-Saison verschoben

Als Pop-up-Saison wurde im vergangenen Sommer zunächst September 2021 bis Februar 2022 ausgegeben. Dann verschob man das Ganze, nachdem sich die Möglichkeit eröffnete, Bundesfördermittel dafür zu beantragen. Am 29. Dezember flatterte aber schließlich die Ablehnung ins Haus, wie die städtische Pressestelle nun auf Nachfrage informiert. Und auch infrage kommende Landesmittel können nicht abgeschöpft werden. Dafür hätte die Stadt die Ladenflächen mit einer 40-prozentigen Mietminderung selbst anmieten und dann vergünstigt an Pop-up-Stores weiterverpachten müssen; das geht aus einer Information der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU im Zuge der Haushaltsberatungen hervor. Zu dem Zeitpunkt hätten sich nur zwei Eigentümer von Leerständen prinzipiell bereit erklärt, beim Pop-up-Konzept mitzumachen – und diese lehnten es ab, die Miete um 40 Prozent zu reduzieren oder ihre Ladenfläche so weit zu renovieren, dass sie entsprechend genutzt werden könnten.

Aktuell drei interessierte Eigentümer

Unabhängig davon sei man aktuell mit drei Eigentümern von Gewerbeimmobilien in Kontakt, die ihre Fläche für eine Zwischenvermietung zur Verfügung stellen würden, so die städtischen Wirtschaftsförderer. Parallel sei die Agentur „That’s Retail“ dabei, potenzielle Nutzer zu akquirieren. Nachfrage sei da, heißt es. Jetzt gelte es, die Interessenten mit den Eigentümern zusammenzubringen. Ziel bleibe, aus temporären Nutzern letztlich dauerhafte zu machen.

Aktuell stehen laut städtischer Wirtschaftsförderung acht Gewerbeimmobilien in der City leer, drei weitere werden bald aufgegeben, wie deren Betreiber bereits signalisierten, die Schlossgalerie ist dabei nicht mitgerechnet.

Um die Geschäftswelt der Innenstadt zu beleben, soll im Übrigen – wenn es Corona zulässt – die Zahl an Veranstaltungen in der Stadt erhöht und wie im Vorjahr die zusätzliche Begrünung und die mobilen Sitzgelegenheiten wieder hergeholt werden. Alles, um die Verweildauer in der Innenstadt zu erhöhen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

Zum Artikel

Erstellt:
13. Februar 2022, 11:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.