Pop-up-Freizeitpark in Rastatt könnte Beispiel geben

Rastatt (ema) – Der Pop-up-Freizeitpark in Rastatt ist am Sonntag zu Ende gegangen. Die Schausteller sind zufrieden. Andere Stadtverwaltungen haben das Event mit Interesse verfolgt.

Der Ersatz-Jahrmarkt in Rastatt erweist sich als Erfolg. Foto: Vetter

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Der Ersatz-Jahrmarkt in Rastatt erweist sich als Erfolg. Foto: Vetter

„Zufriedenstellend“ seien die gestern zu Ende gegangenen Pop-up-Freizeitpark-Tage gewesen, resümiert Organisator und Schausteller Hugo Levy. Das Experiment einer Jahrmarkt-Veranstaltung in Coronazeiten sei gelungen. Auch die Stadtverwaltung spendet Lob für die Organisation.
28 Schaustellerfamilien hatten seit dem 20. August auf dem Rastatter Festplatz Rummel-Atmosphäre geschaffen. Jeweils von Donnerstag bis Sonntag lockte der Pop-up- Freizeitpark mit Fahrgeschäften und den jahrmarktstypischen Angeboten. Unter Beachtung der virusbedingten Regeln kamen viele Besucher auf den eingezäunten Festplatz an der Friedrichsfeste. „Alle sind zufrieden mit dieser speziellen Zeit“, sagt Hugo Levy gegenüber dem BT.

Dabei könne der Pop-up- Freizeitpark kein Ersatz für die Jahrmärkte sein. „Für uns Schausteller war es wichtig, dass es wieder vorangeht. Hier geht es schließlich um Existenzen, das darf man nicht vergessen“, betont der Initiator der Interessengemeinschaft der Rastatter Schausteller, die das offenbar bestens funktionierende Konzept für den Freizeitpark entwickelt hatte. Levy betonte auch das Engagement der Sponsoren, die zur Verwirklichung des Events beigetragen hätten. „Als ich den ersten Wagen an die Zugmaschine anhängte und nach Rastatt losfuhr, war das wie Weihnachten. Da hatte ich Gänsehaut“, gewährt Levy einen Einblick in das Seelenleben des Schaustellers.

Besucher halten sich an Regeln

Für das Gelingen des Experiments sei es wichtig gewesen, dass sich die Besucher an die Regeln halten. Das sei gelungen, die Leute seien sehr diszipliniert gewesen. „Ich hab’s gewusst“, freut sich Levy über das Verhalten der Besucher. Der Sicherheitsdienst habe nie eingreifen müssen. „Das Virus ist nun mal da. Man kann damit einigermaßen leben“, so Levy weiter.

Zum Konzept gehörte die Begrenzung auf maximal 500 Besucher, die gleichzeitig auf dem Gelände unterwegs sein durften. Die konnten sich auf der eigens eingerichteten Homepage des Freizeitparks dank der dort angezeigten Corona-Ampel live über den Besucherstand informieren. Waren 490 Gäste registriert, schaltete die Ampel auf rot. Dies sei nur wenige Male der Fall gewesen, und auch dann habe es keine längeren Wartezeiten gegeben, bis wieder Einlass gewährt werden konnte, sagt Levy. Die Temperaturmessung bei den Besuchern, die die Interessengemeinschaft zusätzlich zu den Hygienemaßnahmen durchführte, seien von den Gästen anstandslos akzeptiert worden. Manche nutzten den Thermometer-Monitor gleich für ein Selfie. „Wir sind stolz auf unsere Besucher“, ist Levy voll des Lobes.

Anerkennung gibt es auch von der Stadtverwaltung. Der städtische Eventmanager Markus Lang betont, dass die Stadt Genehmigungsbehörde war, mit der Organisation jedoch nichts zu tun hatte. „Die haben das coronagerecht gemacht. Wir haben weder von der Polizei noch vom Ordnungsamt irgendwelche Beschwerden bekommen. Insofern sind wir sehr zufrieden. Hut ab!“, urteilt Lang, der selbst nur positive Rückmeldungen aus der Bürgerschaft bekommen habe.

Der Rastatter Stadtverwaltung – wie auch der Behörde in Gaggenau, wohin der Pop-up-Park nun zieht - dankte Levy für die mutige Entscheidung, den Freizeitpark zuzulassen. Es sei ja ein Pilotprojekt für Baden-Württemberg gewesen. Viele Vertreter anderer Städte und Schausteller seien nach Rastatt gekommen, um sich das Event anzuschauen.

„Der liebe Gott ist ein Rastatter Jahrmarktskind“, glaubt Levy angesichts der besten äußeren Bedingungen für den Ersatz-Jahrmarkt. Er sieht die Interessengemeinschaft für einen Weihnachtsmarkt gerüstet. Ob der stattfinden wird, darüber befindet die Politik.


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