Positive Bilanz der Trekking-Saison im Schwarzwald

Bühlertal (vn) – Im Sommer 2021 war das „kleine Abenteuer vor der Haustür“ für viele Menschen reizvoller denn je. Zahlen des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord zur Trekking-Saison bestätigen das.

In der Natur zur Ruhe kommen: Die Trekking-Camps liegen abseits von Ortschaften und sind nur zu Fuß zu erreichen. Foto: Sebastian Schröder-Esch/Naturpark Südschwarzwald

© red

In der Natur zur Ruhe kommen: Die Trekking-Camps liegen abseits von Ortschaften und sind nur zu Fuß zu erreichen. Foto: Sebastian Schröder-Esch/Naturpark Südschwarzwald

„Die Gäste waren freundlich, sehr zufrieden und haben nach dem Lockdown einfach das Gefühl der Freiheit genossen“, fasst Naturpark-Projektmanagerin Lilli Wahli im Gespräch mit dieser Zeitung Rückmeldungen zusammen.

Oft wurden verlängerte Wochenenden gebucht, mit einer oder zwei Übernachtungen. Erprobte Abenteurer waren auch fünf oder sechs Tage am Stück unterwegs. „Sie wanderten von Camp zu Camp, denn jedes kann maximal für eine Nacht gebucht werden, für zwölf Euro pro Zelt“, erklärt Wahli. „Die Plätze sollen nicht als Basislager genutzt werden.“ Das nächste Camp sei nur einen Tagesmarsch entfernt.

Die Plätze liegen abseits von Ortschaften, sind nicht ausgeschildert und nur zu Fuß zu erreichen. Sie bestehen lediglich aus einem Platz zum Aufschlagen des Zeltes, einer Feuerstelle und einem Toilettenhäuschen. Häufig gehört auch eine Schutzhütte in der Nähe dazu, in der sich die Wanderer bei Regen unterstellen können – was vergangenen Sommer vielfach nötig gewesen sein dürfte.

Kaum Probleme mit Müll

Im Jahr zuvor hatte es das eine oder andere Mal Probleme mit hinterlassenem Müll gegeben, so Wahli weiter. Auch sei in Einzelfällen versucht worden, ein Camp mit dem Auto anzufahren. Ganz anders im vergangenen Sommer: „Die meisten Gäste verhielten sich vorbildlich und verließen die Camps ebenso sauber, wie sie sie vorgefunden hatten.“ Wahli vermutet, dass einige Wanderer 2020 erstmals Trekking ausprobiert hatten und deshalb ein Jahr später von den gesammelten Erfahrungen profitierten.

Corona-bedingt startete die Saison statt Anfang Mai erst Mitte Juli. Die Sehnsucht nach Natur war groß: Nach Freischalten der Buchungsplattform am 12. Juli gingen in kürzester Zeit mehr als 600 Buchungen ein.

Eine unerwartete Pause gab es Ende August/Anfang September, als die Camps plötzlich als Beherbergungsbetriebe galten und – wieder corona-bedingt – zwei Wochen schließen mussten. Insgesamt wurden im Nordschwarzwald dennoch 800 Buchungen mit 1.420 Zelten registriert, im Südschwarzwald waren es 500 Buchungen.

Und das Angebot spricht sich herum: Besucher aus der Schweiz, Österreich, Belgien und den Niederlanden waren durch entsprechende Werbung aufmerksam geworden oder setzten einfach eine Tour aus dem Vorjahr fort. „Die überwiegende Mehrheit der Gäste stammt natürlich aus der Region“, so die Projektmanagerin.

Anfängliche Skepsis hat sich gelegt

Ins Leben gerufen wurde das Projekt 2017 vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und dem Naturpark Südschwarzwald, dem Nationalpark und ForstBW. Die anfängliche Skepsis vor allem bei Waldbesitzern und Naturschützern hat sich offenbar gelegt, jedenfalls planen Wahli und ihre Mitstreiter neue Standorte.

Im mittleren und nördlichen Schwarzwald gibt es derzeit acht Camps. Zwei neue kamen 2021 hinzu – bei Loßburg und bei Forbach, ganz in der Nähe der Schwarzenbach-Talsperre. Zwei weitere bei Gengenbach und Nordrach sind für 2022 in Planung, so Wahli. Im Südschwarzwald gibt es aktuell drei Trekking-Camps, das Angebot soll 2022 um sechs weitere wachsen.

Die neue Saison beginnt – wenn nicht wieder corona-bedingt etwas dazwischenkommt – am 1. Mai.

Ihr Autor

BT-Redakteur Volker Neuwald

Zum Artikel

Erstellt:
23. November 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 28sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.