Positive Signale für Pestalozzi-Schule Rastatt

Rastatt (dm) – Eine zusätzliche Außenstelle auf dem Gelände der Handelslehranstalt und eine Übergangslösung in Wintersdorf: So peilt der Landkreis die Erweiterung seiner Pestalozzi-Schule an.

Abgesteckt: Der Kreistagsausschuss macht sich vor Ort ein Bild. Wenn machbar, soll auf diesem Areal die neue Außenstelle für die Pestalozzi-Schule entstehen. Foto: Daniel Melcher

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Abgesteckt: Der Kreistagsausschuss macht sich vor Ort ein Bild. Wenn machbar, soll auf diesem Areal die neue Außenstelle für die Pestalozzi-Schule entstehen. Foto: Daniel Melcher

Der Platzmangel an der Pestalozzi-Schule Rastatt soll mit dem Bau einer zusätzlichen Außenstelle auf dem Gelände der Handelslehranstalt behoben werden. Als Übergangslösung bis dahin wird eine Unterbringung von Klassen in der ehemaligen Hauptschule im Ried in Wintersdorf angepeilt. Diese Lösung zeichnete sich nun bei einer Schulbereisung des zuständigen Kreistagsausschusses ab.
Dass die Einrichtung für geistig behinderte Kinder aus allen Nähten platzt, war in dem Gremium schon mehrfach besprochen worden, allein die Konsequenzen daraus waren noch strittig. Anbauten an die beiden bestehenden Standorte zu errichten, hat sich inzwischen nicht nur bezüglich des Stammhauses, sondern auch des Alten Zollhauses, in dem die Berufsschulstufe untergebracht ist, aus baurechtlichen und denkmalschützerischen Aspekten als nicht realisierbar erwiesen.

Noch im Mai hatte die Kreisverwaltung darauf gehofft, am Zollhaus anbauen zu können – was im Gremium indes schon skeptisch gesehen worden war. Zurecht: Nach Rücksprachen mit der Stadt Rastatt ist diese Variante vom Tisch. Ohnehin hätte auch mit dem geplanten Anbau der Platz nicht gereicht, wie schon damals klar war.

Sprunghafter Anstieg der Schülerzahlen

Die Pestalozzi-Schule wächst offensichtlich schneller als zunächst erwartet. Im vergangenen Schuljahr waren die Schülerzahlen im sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum von 110 auf 128 gestiegen und in diesem Schuljahr dann auf 142, das sind 25 Klassen. Schon im kommenden Schuljahr werde es wohl 27 Klassen geben – eine Größe, die man erst für 2025/26 erwartet hatte, wie Rektor Christoph Nonnenmacher den Kreisräten erläuterte (laut Prognose rechnet man mit mehr als 170 Schülern bis zum Jahr 2030). Man hat Außenklassen an anderen Schulen eingerichtet, Klassen interimsmäßig in Räumen untergebracht, die eigentlich als Fach- oder Differenzierungsräume benötigt würden, und der Einzug zweier Klassen in Räume steht an, die früher von der ehemals benachbarten evangelischen Kirchengemeinde genutzt wurden. Trotzdem: Ab dem kommenden Schuljahr fehlen fünf Klassenzimmer. „Die kriegen wir hier im Gebäude beim besten Willen nicht unter“, so Nonnenmacher.

Die Übergangslösung in Wintersdorf – Platz wäre dafür auch, wenn es dort künftig ein örtliches Grundschulangebot gibt, so Rastatts Bürgermeister Arne Pfirrmann – würde erst einmal Druck vom Kessel nehmen. Gespräche mit der Stadt seien noch erforderlich, die Zustimmung des Ortschaftsrats stehe noch aus. Die Signale sind indes positiv. Klar gemacht wurde: Für eine dauerhafte Lösung wäre dieser Standort nicht geeignet. Ihren Raumbedarf für die Außenstelle gibt die Pestalozzi-Schule aufgrund ihrer besonderen Anforderungen mit rund 1.000 Quadratmetern an. Ausgelagert werden soll die Grundstufe, während Haupt- und Berufsschulstufe an den Standorten in der Rastatter Innenstadt bleiben sollen, um die dortigen Kooperations- und Teilhabemöglichkeiten zu erhalten.

Standortfavorit für Außenstelle

Einen Standort für die Außenstelle bietet das landkreiseigene Areal der Handelslehranstalt. Eine vormals noch in Betracht gezogene Option an der Augusta-Sibylla-Schule hat sich aus Platzgründen als nicht ausreichend erwiesen. An der HLA sind nun zwei potenzielle Flächen im Blick, wobei sich im Zuge der Bereisung bereits eine als Favorit sowohl der Schulen als auch des Kreisgremiums herauskristallisiert hat: Auf einer Grünfläche neben der Sporthalle Richtung Joseph-Loreye-Straße; damit hielte man weiteren Abstand zur Wohnbebauung als bei der Alternative im Süden des Grundstücks, das zudem vom Pausenhof der künftigen Außenstelle abgetrennt wäre und schulische Belange der HLA tangieren würde.

Die Frage, ob der Platz denn auch längerfristig für die Belange der Pestalozzi-Schule ausreichen würde, bejahte Nonnenmacher. Zumal aus pädagogischen Gründen auch künftig Außenklassen bestehen bleiben sollen.

Ob der favorisierte Standort machbar ist, sollen nun Gespräche zwischen Kreis- und Stadtverwaltung ausloten.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
6. Oktober 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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