Post-Platz soll ein paar Jahre warten

Rastatt (ema) – Der Post-Platz wird wohl erst frühestens ab 2023 umgestaltet. Die Stadtverwaltung will damit auf die finanziellen Unwägbarkeiten reagieren.

Anstelle des 30er-Denkmals sollen auf dem künftigen Willy-Brandt-Platz vorerst Fahrräder stehen oder Grün sprießen.  Foto: Frank Vetter

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Anstelle des 30er-Denkmals sollen auf dem künftigen Willy-Brandt-Platz vorerst Fahrräder stehen oder Grün sprießen. Foto: Frank Vetter

Die Folgen der Corona-Pandemie finden in Rastatt wohl ein prominentes städtebauliches Opfer: Die Stadtverwaltung will die Neugestaltung des Post-Platzes wegen finanzieller Unwägbarkeiten in die Jahre 2023 bis 2025 verschieben. Mit diesem Vorschlag befasst sich der Technische Ausschuss jetzt im schriftlichen Verfahren. Damit würde die AfD-Fraktion doch noch ihren Willen bekommen, das Projekt auf die lange Bank zu schieben.

Als die Rechtspopulisten Anfang des Jahres die Verschiebung beantragten, wurde ihnen von Verwaltungsseite entgegengehalten, dass bei einer Verzögerung rund eine Million Euro an Fördergeldern auf dem Spiel stünden. Diese Gefahr scheint nun plötzlich nicht mehr zu bestehen, wie aus den Sitzungsunterlagen für die Stadträte hervorgeht. Zwar hat das Sanierungsgebiet in der südlichen Innenstadt aktuell eine Laufzeit bis April 2023. Eine mögliche Verlängerung bis ins Jahr 2025 „wird jedoch als realistisch angesehen“, heißt es im Rathaus. Sollte die Streckung bewilligt werden, müsste der Post-Platz bis April 2025 abgerechnet sein, damit Rastatt von den Städtebaufördermitteln profitieren kann.

Denkmal soll bald verlegt werden

Seit der Präsentation des Projekts im vergangenen Jahr mit Baukosten von 4,6 Millionen Euro hat die Verwaltung mit dem beauftragten Architekturbüro die Pläne abgespeckt: Verzichten könnte man auf die Brunnenanlage, Bodeneinbaustrahler und Drehliegen im Museumsgarten. Bei den Sitzaufkantungen wäre Naturstein statt Beton denkbar und man könnte neue Bäume pflanzen statt die bestehenden mit großem Aufwand zu erhalten. Das würde unterm Strich 430.000 Euro einbringen. Zur Diskussion stellt die Verwaltung auch die Unterteilung in zwei getrennte Bauabschnitte: zunächst der Parkplatz, einige Jahre später der Museumsgarten. Bei dieser Variante müsste man jedoch den Übergangsbereich für 50.000 Euro provisorisch bearbeiten. Außerdem drohe eine Reduzierung der Fördergelder.

Sollten die Stadträte einer Verschiebung in welcher Form auch immer zustimmen, müsste die Verwaltung das eingeleitete Vergabeverfahren aufheben. Damit wären nicht nur 20.000 Euro in den Sand gesetzt; eventuell wäre die Kommune auch zu Entschädigungen verpflichtet.

Auf jeden Fall im nächsten Jahr schon anpacken will die Stadt die Verlegung des 30er-Denkmals vom Postplatz in den Schlosspark. Das frei werdende Areal könnte dann bis zur Neugestaltung des Platzes als Fahrradabstellfläche oder Grünfläche genutzt werden. Aufstellen würde man auch auf dem künftigen Willy-Brandt-Platz bereits eine Gedenktafel, die an den früheren Bundeskanzler erinnert.


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