Powercloud baut in Achern Arbeitswelt der Zukunft

Achern/Offenburg (tas) – Der Acherner IT-Diensteister Powercloud denkt groß: Ein Campus für Fachkräfte soll auch deren Familien nach Mittelbaden ziehen.

So soll der neue Powercloud-Campus in Achern im Jahr 2024 aussehen. Von hier aus will das Unternehmen mit seinen IT-Dienstleistungen die ganze Welt erobern.Foto: Powercloud

© Powercloud

So soll der neue Powercloud-Campus in Achern im Jahr 2024 aussehen. Von hier aus will das Unternehmen mit seinen IT-Dienstleistungen die ganze Welt erobern.Foto: Powercloud

Wachstum hat seinen Preis. Im Falle des IT-Dienstleisters Powercloud liegt dieser bei 85 Millionen Euro. So viel will das Unternehmen in den kommenden vier Jahren in seinen neuen Firmensitz investieren. Doch es geht um mehr als um Büros und Kantine. Der Powercloud-Campus in Achern soll zugleich Modell für das Leben und Arbeiten der Zukunft sein.
Die Idee vom eigenen Firmencampus trägt Powercloud-Gründer Marco Beicht schon seit längerer Zeit mit sich herum. Nicht nur, weil das rasante Wachstum des Unternehmens zusätzlichen Platzbedarf für neue Mitarbeiter bedeutet. Sondern auch weil Powercloud mit dem Campus-Projekt seinen Fachkräftebedarf sichern will.

Bereits im vergangenen Jahr musste der Spezialist für cloudbasierte Abrechnungssysteme für die Energiewirtschaft seine Büroräume in einem Wohngebiet in Achern-Mösbach aufgrund des Platzmangels aufgeben und nach Offenburg umziehen. Doch auch das wird nur ein Zwischenschritt sein. Für 2024 ist die Rückkehr nach Achern geplant. Dann soll der Campus auf dem Areal der Illenauwiesen, das bis in die 1990er-Jahre vom französischen Militär genutzt wurde, bezogen werden.

Für Beicht hat das Vorhaben Modellcharakter – es geht ihm vor allem darum, als attraktiver und zukunftsorientierter Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. „Es ist vollkommen egal, wo sie sitzen. Es ist in Leipzig schlecht, es ist in Berlin schlecht, es ist in Köln schlecht und es ist in Achern schlecht. Fachkräftemangel gibt es überall“, sagte er im vergangenen Jahr im BT-Interview. „Wächst man so schnell wie Powercloud, glänzt kein Standort. Dagegen hilft nur eins: Anders und vor allem innovativer sein als die anderen.“ Er ist sich sicher: „Das Projekt wird weitere Unternehmen in die Region ziehen und somit neue Arbeitsplätze schaffen“.

klassisches Keller-Start-up


Das Areal selbst ist für rund 350 IT- und Software-Experten sowie deren Angehörige konzipiert. So soll der Standort Achern auch für Spezialisten interessant werden, die sich normalerweise eher in Großstädten niederlassen. Beicht: „Wir wollten einen Ort mit hoher Lebensqualität finden, einen Platz, an dem Top-Talente gern leben und arbeiten.“

Powercloud gehört zu den großen Hoffnungsträgern in der mittelbadischen IT-Landschaft. Als klassisches Keller-Start-up legte Beicht im Jahr 2012 den Grundstein des Unternehmens, das sogenannte „Software as a Service“-Lösungen für Energieunternehmen aller Größen anbietet. Mit ihnen können Strom- und Gasverkäufer unter anderem ihre Kundenverträge verwalten, Abrechnungen erstellen und andere betriebswirtschaftliche Prozesse steuern. Kunden sind unter anderem die beiden großen Energiekonzerne Eon und EnBW, aber auch die vergleichsweise kleinen Stadtwerke in Bühl.

Der Expansion des Mittelständlers, der Branchen-Marktführer werden will, sind bisher keine geografischen Grenzen gesetzt. Das Unternehmen unterhält bereits Büros in Leipzig, Berlin, Mailand, Paris, San Francisco, eine weitere Repräsentanz wird derzeit in Australien aufgebaut. Aktuell verwaltet Powercloud laut eigenen Aussagen rund acht Millionen Vertragsverhältnisse mit etwa sechs Milliarden Euro Umsatz in der Abwicklung.

Der Acherner Campus soll in jeder Hinsicht Maßstäbe setzen. Oberirdisch ist das 20.000 Quadratmeter große Areal autofrei konzipiert. Unter der Erde soll die Infrastruktur verlaufen – einschließlich der Tiefgaragen mit Ladestationen für E-Autos, E-Bikes und E-Scooter. Die Wohn- und Arbeitsgebäude des Komplexes will Powercloud vollständig CO2-neutral halten. Hinzu kommen ein Tagungshotel, ein Fitness- und Gesundheitsstudio sowie ein Sterne-Restaurant.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.