Präsenzpflicht trotz Delta-Variante

Stuttgart (bjhw) – Kultusministerin Theresa Schopper will nach den Sommerferien zum regulären Schulbetrieb zurückkehren. Zum Schulstart soll es eine zweiwöchige Maskenpflicht geben.

Nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer gilt Präsenzpflicht. Schließlich, sagt die Ministerin, habe jeder Pädagoge ein Impfangebot erhalten. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

© dpa

Nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer gilt Präsenzpflicht. Schließlich, sagt die Ministerin, habe jeder Pädagoge ein Impfangebot erhalten. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Für den Start ins neue Schuljahr geht Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) trotz Delta-Variante des Corona-Virus und der dann erwarteten vielen Urlaubsrückkehrer von einer Rückkehr zur Präsenzpflicht im Unterricht aus.

Bündel von Herausforderungen

Im Vergleich zu den Zeiten vor der Pandemie wird der an vielen Schulen anders ablaufen, weil landesweit nach und nach mehr als 25.000 Studierende, Referendare oder pensionierte Lehrkräfte zur Unterstützung in den Klassen eingesetzt werden. Außerdem kämpft Schopper für die Finanzierung weiterer Lehrerstellen im Haushalt 2022. Details will sie vor den Gesprächen mit Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) jedoch nicht nennen.

Zwei Wochen vor Beginn der Sommerferien sieht sich die Kultusverwaltung mit einem ganzen Bündel von Herausforderungen konfrontiert. Darunter auch erste Erfahrungen im gerade laufenden Nachhilfe-Pilotprojekt „Bridge the Gap“ an 350 Schulen oder die Organisation der Lernbrücken und Sommerschulen Anfang September sowie des Förderprogramms „Lernen mit Rückenwind“. Insgesamt wird von Bund und Land für Letzteres gut eine Viertelmilliarde Euro zur Verfügung gestellt, insbesondere um im regulären Unterricht und für kleine Gruppen parallel zum regulären Unterricht spezielles Personal einzusetzen in den Fächern Deutsch, Mathe und der jeweils ersten Fremdsprache. Außerdem werden eigene pädagogische Module entwickelt, um die möglicherweise im Homeschooling verloren gegangene Freude am Lernen neu zu wecken.

Rückkehr in Vollpräsenz

Die Erfahrungen mit dem bis zum Ferienbeginn laufenden Pilotprojekt sollen in die nach und nach bis Ende 2021 konzipierte Nachhilfe in alle Klassenstufen einfließen. Der Regelunterricht wird im September mit mindestens zwei Wochen Maskenpflicht beginnen. Sie sei sehr zuversichtlich, dass die „Korsettstangen der Sicherheit“ ausreichten, um in Vollpräsenz in die Klassenzimmer zurückzukehren, sagte Ministerin Schopper. Sie plädiert dafür, die Inzidenz nicht mehr als einzigen Maßstab für Corona-Auflagen zu nehmen, um Schulen offenlassen zu können. Da die Sommerferien erst Mitte September enden, hätten die Verantwortlichen im Land noch Zeit, das Infektionsgeschehen zu beobachten und vom früheren Schulstart andernorts zu lernen.

Die Rückkehr zur Präsenzpflicht gilt auch für Lehrkräfte. Im Prinzip geht Schopper davon aus, dass „alle einsetzbar sind, weil auch alle ein Impfangebot bekommen haben“. Wer kein ärztliches Attest vorlege, müsse unterrichten. Einen Überblick im Detail hat die Schulverwaltung jedoch nicht, weil aus datenschutzrechtlichen Gründen die Impfungen von Lehrkräften nicht dokumentiert werden. „Die Rückmeldung aus den Schulen ist aber so“, sagt Schopper, „dass sich wohl die meisten Pädagogen haben impfen lassen.“

Mehr Zusatzangebote im kommenden Schuljahr

Zudem kündigte die Kultusministerin an, dass im kommenden Schuljahr wieder mehr Zusatzangebote möglich sein sollen: „Die Kohorten werden sich immer mehr mischen im Herbst.“ Derzeit werde geprüft, ob und wie zum Beispiel Chöre, Theater-AG oder Jugend trainiert für Olympia ebenfalls wieder zugelassen werden. Für Stabilität, auch während der Lernbrücken und der Sommerschulen, wird nach Einschätzung der Schulverwaltung vor allem das Testkonzept sorgen. Nach Ansicht der Ministerin wird es dadurch „ein Maß an Sicherheit geben, das wir im vergangenen Sommer und zu Beginn des jetzt zu Ende gehenden Schuljahres nicht hatten“.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.