Präsenzunterricht „so schnell wie möglich“

Stuttgart (bjhw) – Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat am Sonntag ein Öffnungskonzept für die weiterführenden Schulen im Land angekündigt.

Präsenzunterricht unter Pandemiebedingungen lautet das erklärte Ziel, hier eine Aufnahme von 2019. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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Präsenzunterricht unter Pandemiebedingungen lautet das erklärte Ziel, hier eine Aufnahme von 2019. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Bei einer digitalen Wahlveranstaltung erklärte Eisenmann, dieses Thema liege ihr persönlich am Herzen. In den nächsten Tagen werde sie sich dazu Gedanken machen, denn das Ziel müsse Präsenzunterricht unter Pandemiebedingungen sein. Eine Voraussetzung sei der Aus- und Umbau der Teststrategie. Darum kämpfe sie seit Wochen.
Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) kündigte derweil am Wochenende an, dass Lehrkräfte und Erzieherinnen früher geimpft werden könnten als bisher geplant und in die Priorisierungsstufe zwei eingruppiert würden.

Eisenmann empfiehlt, nach Österreich zu schauen. Seit Anfang Februar werden Öffnungen im Handel, von Friseurläden und vor allem an den Schulen mit einer Gratisschnelltest- und einer Selbstteststrategie begleitet. Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte werden mehrmals in der Woche auf Covid-19 getestet. Am Wochenende hat die Technische Universität (TU) in Wien eine Untersuchung vorgelegt, wonach drei von vier Österreichern den nächsten Gratistest in nur fünf Minuten Fahrzeit erreichen können. Durchschnittlich werden 200.000 Tests am Tag durchgeführt. „Wir müssen ebenfalls eine Strategie entwickeln“, verlangt Eisenmann. Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte Ende der vergangenen Woche berichtet, dass seine Frau bereits einen der Selbsttests daheim absolviert habe und das Verfahren tatsächlich überaus einfach zu handhaben sei. Allerdings sind die Selbsttests – anders als in Österreich schon seit einigen Wochen – in Deutschland noch nicht zugelassen.

Die Kultusministerin und CDU-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl am 14. März will Präsenzunterricht auch in allen Schulen „so schnell wie möglich anbieten, um die Zeit des Wechselunterrichts kurz zu halten“. Sie sei nie eine Anhängerin von Wechselunterricht gewesen, weil der die größte organisatorische Herausforderung sei.

Neue Perspektiven könnten sich zudem durch die veränderten Impfpläne ergeben. Lucha hat Veränderungen in der Priorisierungsstufe zwei und damit in der Gruppe der 18- bis 64-Jährigen angekündigt. Voraussichtlich ab Anfang oder Mitte März könnten unter anderem Haus- und Zahnärzte und eben auch Lehrkräfte sowie Erzieherinnen geimpft werden. Wie das Sozialministerium weiter mitteilte, stehen zudem allen Berechtigen in der Stufe eins, also älteren Menschen, aber auch Pflegekräften bei ambulanten Pflegediensten, medizinischem Personal sowie Ärztinnen und Ärzte, die in Corona-Schwerpunktpraxen arbeiten oder Pflegeheime betreuen, ab sofort ausreichend Termine zur Vereinbarung zur Verfügung. In den Impfzentren im Land werde nun auch der Impfstoff von Astrazeneca verwendet, von dem Baden-Württemberg bis Mitte März rund 450.000 Dosen geliefert bekommen soll.


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