Premiere für Michelbachs Ortsvorsteher

Von Elke Rohwer

Gaggenau (er) – Die jüngste Eheschließung im alten Michelbacher Rathaus war für Ortsvorsteher Ralf Jungfermann die Premiere als Standesbeamter.

Premiere für Michelbachs Ortsvorsteher

Ralf Jungfermann (links) mit Ursula Fritz und Frank Rieger, die beide ihren Namen behalten. Foto: Elke Rohwer

Am Freitag, 12. März, gingen Ursula Fritz und Frank Rieger im Michelbacher Ratssaal miteinander den Bund der Ehe ein. Für die beiden war dies ein ganz besonderer und unvergesslicher Tag. Doch nicht nur für das Brautpaar. Denn es war gleichzeitig die erste Trauung, die Ortsvorsteher Ralf Jungfermann in seiner Funktion als Eheschließungsstandesbeamter vornehmen durfte.

Nach Angaben des Gaggenauer Standesbeamten Theo Schmidle war die letzte Trauung, die von einer Michelbacher Amtsperson geschlossen wurde, am 20. September 1974 – vermutlich vom damaligen Bürgermeister Meinrad Bittmann. Am 1. Januar 1975 wurde das Fachwerkdorf eingemeindet. Seit 2007 finden dort auf Wunsch der Stadt wieder Eheschließungen statt, in den anderen räumlich getrennten Stadtteilen Sulzbach, Oberweier, Hörden, Selbach und Freiolsheim seit 2008.

„Es ist ein sehr persönlicher Wunsch, in seinem Heimatdorf zu heiraten. Gleichzeitig gehört dieses Angebot meiner Meinung nach auch zur Repräsentation eines Dorfes wie Michelbach“, findet Ortsvorsteher Ralf Jungfermann. Gestalt nahm die Idee an, als er eine Einladung zu einem vorbereitenden Seminar für angehende Eheschließungsstandesbeamte in Stuttgart erhielt. Zusammen mit der Sulzbacher Ortsvorsteherin Josefa Hofmann nahm er daran teil.

Trauen und Feiern im Hirtenhaus?

Ralf Jungfermann liegt besonders am Herzen, dass sich das Brautpaar während der Trauung im Sitzungssaal wohlfühlt. Dazu gehört ein ansprechend gestaltetes Ambiente ebenso wie eine individuell und mit viel Herzblut verfasste Traurede. „Es geht um die Liebe zweier Menschen zueinander, die hier im Ratssaal während der Eheschließung einen ansprechenden und romantischen Rahmen bekommt, schließlich soll es ein unvergessliches Erlebnis sein für das Brautpaar“, führt Jungfermann aus. Gut vorstellen könnte er sich nach Corona zudem die Nutzung des historischen Hirtenhauses als einen weiteren Ort für Trauungen mit anschließender Feier. Erste Überlegungen dazu gibt es bereits.

Vier weitere Eheschließungen stehen in den kommenden Wochen an, davon eine im März. Paare, die in Michelbach heiraten möchten, sollten zunächst Kontakt mit dem Standesamt aufnehmen. Nach Prüfung der Voraussetzungen werden dann die Termine für die Eheschließung sowie für das Vorgespräch festgelegt.

Zum Standesamt der Großen Kreisstadt Gaggenau geht es hier.