Prinzip Hoffnung bei Skilift-Betreibern

Gernsbach/Forbach (red) – Ungewissheit auf dem Kaltenbronn und am Mehliskopf: Die Skiliftbetreiber blicken gebannt nach Berlin und auf das Wetter.

Wie hier am Mehliskopf hoffen die Skilift-Betreiber auf gute Besucherzahlen. Foto: Bernhard Margull/Archiv

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Wie hier am Mehliskopf hoffen die Skilift-Betreiber auf gute Besucherzahlen. Foto: Bernhard Margull/Archiv

Der fortschreitende Klimawandel macht den Skiliftbetreibern seit Jahren zu schaffen. Im vergangenen Jahr war es im Nordschwarzwald besonders krass – der Winter fiel quasi komplett ins Wasser. In diesem Jahr kommt mit der Corona-Pandemie ein weiteres Problem hinzu.

Denn, wie Bund und Länder beschlossen haben, bleiben alle Sport- und Freizeiteinrichtungen, zu denen auch die Skilifte gehören, mindestens bis zum 20. Dezember geschlossen. Dadurch fällt das Vorweihnachtsgeschäft weg – und das sei in den Vorjahren meist sehr erfolgreich gewesen, wie der Geschäftsführer der Mehliskopf GmbH, Andreas Kern, auf BT-Anfrage betont.

Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, entwickelten die Verantwortlichen der Lifte am Mehliskopf und auf dem Kaltenbronn in Absprache mit anderen Liftbetreibern ein Hygienekonzept. Dieses besteht aus einer Maskenpflicht und dem Einhalten von Abständen beim Anstehen an den Schleppliften. Damit sich die Gäste an die Regeln halten, werden die Maßnahmen durch zusätzliches Personal kontrolliert.

Beim Fahren werden die Abstände ohnehin automatisch eingehalten. Dass beim Wintersport nahezu alles im Einbahnstraßensystem geregelt ist, sei ein großer Vorteil in puncto Infektionsrisiko, sagt der Gesellschafter der Skilifte Kaltenbronn, Jens Kleinert. Im Gegensatz zu anderen Sportarten, bei denen man sich kreuz und quer bewegt, fahren alle Ski- und Snowboardfahrer in dieselbe Richtung, so Kleinert.

Neben den neu auftretenden Herausforderungen durch die Pandemie bleibe der sich von Jahr zu Jahr verschärfende Klimawandel ein Dauerproblem. Immer weniger Naturschnee fällt auf die Pisten. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, muss mit Kunstschnee nachgeholfen werden. Bei den Liftbetreibern sieht man die Situation pragmatisch: „Der Winter kommt oder kommt nicht“, sagt Kern.

Ohne Naturschnee funktioniert nichts

Und auch am Kaltenbronn schaut man – trotz des sehr schneearmen Winters der Vorsaison – recht gelassen auf die Witterungsbedingungen. Solche Phasen habe es schon immer gegeben, meint Jens Kleinert. Während man am Kaltenbronn noch ohne künstliche Beschneiung auskommt, tätigte die Mehliskopf GmbH dieses Jahr weitere Investitionen in die künstliche Flächenbeschneiung und in die punktuelle Erneuerung der Liftanlagen. Andreas Kern hofft darauf, dass sein Team ab 6. Dezember künstlich beschneien kann. Um den Kunstschnee herzustellen, müssen die Temperaturen allerdings unter null Grad liegen. Wann (und ob) dies konstant der Fall sein wird, ist ungewiss. Ohne Naturschnee funktioniert es aber auch am Mehliskopf nicht. Letztendlich bleibt die Hoffnung auf einen ähnlich schneereichen Winter, wie es ihn vor zwei Jahren gab.

Auffangprogramm läuft ins Leere

Dass dieses Jahr ein weiterer Tiefpunkt in Sachen Umsatz zu erwarten ist, sei aufgrund der aktuellen Situation bereits abzusehen. Auch das Auffangprogramm der Bundesregierung läuft bei den Liftbetreibern bisher ins Leere. Zwar könne man 75 Prozent des Umsatzes aus der Vorsaison beantragen. Da sich aber der Umsatz im Winter 2019/2020 gegen null belief, würden die Hilfsgelder somit nur sehr bescheiden ausfallen, betont Andreas Kern. Angesichts dessen würde es bei den Liftbetreibern im Nordschwarzwald besonders hart ins Kontor schlagen, wenn es coronabedingt zu einem Komplettausfall der Saison kommen würde.

Die Situation ist unklar, denn das Thema, ob und wann die Skilifte öffnen dürfen, wird weiter heiß diskutiert – nicht nur im Murgtal, sondern in den Skigebieten ganz Europas. Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sprachen sich dieser Tage für eine generelle Schließung der Skigebiete aus. Das wäre laut Kleinert der Super-GAU. Den Liftbetreibern bleibt nichts weiter übrig, als abzuwarten und zu hoffen, dass die Saison nach Ende des Teil-Lockdowns am 20. Dezember starten darf – und dann auch genügend Schnee auf den Pisten vorhanden ist.

Informationen zum Skilift Kaltenbronn gibt es unter www.skilifte-kaltenbronn.de

Informationen zum Liftbetrieb am Mehliskopf: www.mehliskopf.de

Einen regen Betrieb wünscht man sich auch für die Skilift-Anlage auf dem Kaltenbronn. Foto: Veronika Gareus-Kugel/Archiv

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Einen regen Betrieb wünscht man sich auch für die Skilift-Anlage auf dem Kaltenbronn. Foto: Veronika Gareus-Kugel/Archiv


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