Problematische Treppenaufgänge am Rastatter Bahnhof

Rastatt (stem) – Der neu montierte Handlauf entlang dem Treppenaufgang an den Bahnsteigen zu den Gleisen 4, 5 und 6 auf dem Rastatter Bahnhof sorgt für Ärger.

Nicht fahrradfreundlich: Durch die Konstruktion des Handlaufes ist es Radfahrern kaum möglich, ihren Drahtesel beim Aufgang zu den Bahnsteigen seitlich über die Rinne nach oben zu schieben. Foto: Stefan Maue

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Nicht fahrradfreundlich: Durch die Konstruktion des Handlaufes ist es Radfahrern kaum möglich, ihren Drahtesel beim Aufgang zu den Bahnsteigen seitlich über die Rinne nach oben zu schieben. Foto: Stefan Maue

Rastatt – Der junge Mann schickt einen leisen Fluch über seine Lippen. Dann nimmt er sein Fahrrad unter den Arm und steigt die Treppen empor auf den Bahnsteig. Grund seiner Verärgerung ist der neu montierte Handlauf entlang dem Treppenaufgang an den Bahnsteigen zu den Gleisen 4, 5 und 6 auf dem Rastatter Bahnhof.
Denn: Die Aufstiegshilfe ist so angebracht, dass es kaum möglich ist, ein Fahrrad auf der am Rande der Treppenstufen eigens eingebauten Kehrrinne hinauf oder hinunter zu schieben. So bleibt nichts anderes übrig, als den Drahtesel über die holprigen Stufen zu schieben oder auf den Schultern nach oben oder unten zu wuchten.

Dass der aus Edelstahl bestehende Handlauf so gebaut wurde, wie er sich momentan darstellt, begründet ein Sprecher der zuständigen Baufirma mit „technischen Vorschriften“, nach denen laut Vorgaben der Deutschen Bahn das Teil entsprechend angefertigt werden musste. Allerdings sei mittlerweile eine neue „technische Mitteilung“ der Bahn herausgegeben worden, nach der das Treppengeländer nun geändert und angepasst werden soll.

Ebenfalls mit einem Handlauf ausgestattet ist der Treppenaufgang zum Bahnsteig auf Gleis 1: Aber er besteht aus Holz und ist so installiert, dass auch die Kehrrinne darunter für den Fahrradtransport genutzt werden kann. „Das ist nur die Verlängerung des alten Handlaufs“, sagt der Sprecher der Baufirma, nach dessen Angaben es sich hier aber ebenso um ein Provisorium handelt, wie an den Aufgängen zu den hinteren Bahnsteigen.

Näheres über die dort unglücklich montierten Stahlteile lässt die Deutsche Bahn nicht verlauten. Nur so viel: „Bis zum Sommer 2022 erneuert die Bahn am Rastatter Bahnhof die Treppen und die Treppenwände. In diesem Zuge werden auch die Handläufe angepasst“, heißt es von der zuständigen Stelle der Deutschen Bahn in Stuttgart.

Arbeiten im Zeitplan

Eine Sprecherin der Bahn weist darauf hin, dass mittlerweile der Hausbahnsteig an Gleis 1 genauso wie die Bahnsteige 3 und 4 erneuert und mit neuen Wartehäuschen, Anzeigetafeln und verbesserter Beleuchtung versehen worden seien. Dort wird momentan auf einem Warnschild auch auf das Gefälle hingewiesen, das der neu gestaltete Bahnsteig aufweist: „Gepäckstücke mit Rollen, Kinderwagen sowie Rollstühle nicht ungebremst abstellen“, ist darauf zu lesen.

Insgesamt sind auf den erhöhten und mit neuem Belag versehenen Bahnsteigen knapp 300 Beleuchtungsmasten vorgesehen. Dazu gehört auch ein neu installiertes Blindenleitsystem, das Sehbehinderten auf dem Boden Orientierungshilfen bietet und den Einstieg in die Bahnen erleichtern soll.

Die restlichen Arbeiten zur Modernisierung der Bahnsteige erfolgen nach den vorliegenden Planungen dann, wenn der Fußgängersteg und die neuen Dächer vollendet sind. Insgesamt erstrecken diese sich auf einer Fläche von rund 620 Quadratmetern und werden bis zu den Aufzügen verlängert.

Derzeit konzentrierten sich die baulichen Aktivitäten nach Angaben der Deutschen Bahn auf den Bahnsteig 2 entlang der Gleise 2 und 3. „Hier dauern die Arbeiten voraussichtlich bis Mai“, heißt es aus Stuttgart.

Wie vonseiten der zuständigen Baufirma verlautet, beginnen ab Mai dann die Arbeiten für die vier geplanten Fahrstuhlschächte, wobei die Fahrstühle selbst erst 2023 eingebaut werden sollen.

Begonnen wird in den nächsten Wochen zudem mit dem Bau des 48 Meter langen Fußgängerstegs, der in Form einer Stahlkonstruktion die Bahnsteige miteinander verbindet.

„Dazu wird ein 750 Tonnen schwerer Kran aufgestellt“, heißt es vonseiten der Baufirma. Voraussichtlich in einem Zeitraum von drei Wochen müsse der Rastatter Bahnhof dann teilweise auch voll gesperrt werden. „Noch wissen wir aber nichts von einer Sperrung“, sagt Michael Krauth, Sprecher der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG).

Wie die Deutsche Bahn weiter mitteilt, liegen die Arbeiten beim Bahnhofsumbau, die genau vor einem Jahr begannen und 2023 abgeschlossen werden sollen, bislang im Zeitplan. Bei dem barrierefreien Umbau bleibe es bislang auch bei den veranschlagten Kosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro.

Ihr Autor

Stefan Maue

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Erstellt:
2. April 2022, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 55sec

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