Projekt Regiomove steht in Bühl in den Startlöchern

Bühl (BNN) – Was ist das für ein bunter Würfel am Bühler Bahnhof? Offenbar nimmt das Projekt Regiomove für die Vernetzung von Verkehrsmitteln auch in Bühl seine Fahrt auf.

Neue Anlaufstelle: Sämtliche Verkehrsmittel werden am sogenannten Port am Bühler Bahnhof miteinander verknüpft. Foto: Bernhard Margull

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Neue Anlaufstelle: Sämtliche Verkehrsmittel werden am sogenannten Port am Bühler Bahnhof miteinander verknüpft. Foto: Bernhard Margull

Es tut sich was am Bühler Bahnhof. Auf der rechten Seite vor der Taxibucht wurden große Piktogramme und ein bunter Kubus aufgestellt. „Was bedeutet bitteschön ein symbolisiertes Auto, um das Pfeile schwirren? Und für was ist der bunte Würfel auf dem Parkplatz?“, fragt sich die Mitarbeiterin einer angrenzenden Physiopraxis.

„Dazu kann ich leider nichts sagen. Damit habe ich mich noch nicht beschäftigt“, sagt die Mitarbeiterin im Service-Büro der Bahn direkt im Bahnhof und verweist auf die Homepage der Bahn, um mehr zu erfahren. Regiomove heißt das neue Projekt der Bahn, das mit dem auffallenden bunten Terminal an dieser Stelle alle Verkehrsmittel wie Bahn, Auto, Fahrräder und Busse digital verknüpft.

Offensichtlich hat sich das noch nicht herumgesprochen, denn auch die Taxifahrer wissen nicht mehr. „Das hat auch in Zukunft was mit Taxi zu tun, so viel weiß ich. Aber was ganz genau, kann ich nicht sagen“, meint Memet.

Aber auch er kann sich keinen Reim auf das Symbol Auto mit Pfeilen machen. Beim bunten Würfel mit dem Fahrrad-Symbol mit Werkzeugschlüssel vermutet er: „Dort kann man vielleicht sein Fahrrad reparieren.“

Symbol steht für „Sharing“

Die Stadt Bühl weiß mehr: „Die blauen Info-Stelen, also die Piktogramme, weisen jeweils auf das entsprechende Angebot von Regiomove am Standort hin. Sie stehen für Carsharing, E-Ladesäule, Taxi, Zentraler Omnibusbahnhof, Fahrrad und Fahrradservicestation“, erklärt Pressesprecher Matthias Buschert. „Stadtmobil Karlsruhe bietet dort bereits Carsharingfahrzeuge an. Auch eine Lademöglichkeit für E-Fahrzeuge besteht. Gleichfalls wird auf die Taxistände sowie den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) hingewiesen.“ Das Symbol Auto mit Pfeilen steht für Sharing.

Das Konzept Regiomove soll in Bühl offiziell Mitte Mai an den Start gehen. Ziel ist es, im Gebiet des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) die unterschiedlichen Verkehrskonzepte an den Bahnhöfen zwischen Bühl und Ettlingen, also auch in Baden-Baden und Rastatt, miteinander zu verknüpfen. Das ist eine gute Nachricht für Pendler, denn so wird der Übergang zwischen den Verkehrsmitteln einfacher. Der zentrale Umsteigeplatz sind die sogenannten Ports, die mit ihren leuchtenden Farben gut zu erkennen sind.

Die Stadt Bühl greift für diesen Beitrag zur Verkehrswende tief in die Tasche, denn die Kosten des Projektes sind während der Planungs- und Bauphase deutlich gestiegen. Oberbürgermeister Hubert Schnurr setzt auf „das intermodale Verkehrskonzept, wodurch eine Strecke mit verschiedenen Verkehrsmitteln alternativ zum Auto klimabewusst zurückgelegt werden kann. Insbesondere unsere Pendler sollten davon profitieren. Ich wünsche mir, dass auch unsere Firmen diese Chance der nachhaltigen Mobilität erkennen und ergreifen.“

75.000 Euro schwerer

Der KVV hat mit den Planungen für das Projekt Regiomove bereits im Dezember 2017 begonnen. „Die Baukosten für den Port am Bahnhof, die die Stadt Bühl selbst tragen muss, belaufen sich inklusive der Pflasterarbeiten auf rund 175.000 Euro brutto – 75.000 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt“, umreißt Buschert die Kosten. Darüber gab es auch Diskussionen im Stadtrat, der aber das Projekt als sinnvoll erachtet.

Der Vorteil für die Pendler ist enorm. OB Schnurr verweist auf die „komfortable Möglichkeit, sich vom Karlsruher Hauptbahnhof aus in Bühl ein Fahrrad reservieren zu können – und das alles in einer App“. Die Regiomove-App des KVV kann man sich bereits in den App Stores von Google und Apple herunterladen.

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Ihr Autor

BNN-Redakteur Andreas Bühler

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Erstellt:
25. April 2022, 16:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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