Projektsteuerung fürs Bühler Windeck

Bühl (sre) – Erneut stand das Thema Windeck-Gymnasium auf der Tagesordnung des Bühler Gemeinderats. Da bei dem Großprojekt nichts schief gehen soll, wird nun ein Projektsteuerer engagiert.

Knapp 18 Millionen Euro stehen für die Sanierung des Windeck-Gymnasiums zur Verfügung. Foto: Bernhard Margull

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Knapp 18 Millionen Euro stehen für die Sanierung des Windeck-Gymnasiums zur Verfügung. Foto: Bernhard Margull

Über das Dauer-Thema Windeck-Sanierung wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates erneut heftig diskutiert. Diesmal ging es um den Vorschlag der Verwaltung, einen Projektsteuerer für die Mammut-Aufgabe zu engagieren. Die CDU nahm dies zum Anlass, ein weiteres städtisches Großprojekt infrage zu stellen: den Mensa-Neubau.

Ein Projektsteuerer müsse möglichst früh hinzugezogen werden, hieß es von Verwaltungsseite. Er schaue dem Architekten auf die Finger, könne schon in der Planung Fehler verhindern und so insgesamt Geld sparen. Von dieser Argumentation ließen sich auch die Stadträte am Ende mehrheitlich überzeugen: Bei einer Enthaltung und ohne Gegenstimmen wurde beschlossen, den Projektsteuerer bereits in der Vorbereitungs- und Planungsphase hinzuzuziehen. Kostenpunkt: knapp 89.000 Euro. Zuvor hatte es einige Zweifel gegeben, ob es nicht ausreichen würde, den Experten erst später hinzuzuziehen. Man tue sich mit den entstehenden Kosten schwer, meinte etwa Georg Feuerer (CDU). Auch Lutz Jäckel (FDP) und Timo Gretz (SPD) wollten wissen, warum man den Fachmann schon so früh brauche. Fachbereichsleiter Wolfgang Eller machte jedoch klar: „In der Planungsphase entstehen die meisten Probleme.“ Zudem fielen nur unwesentlich geringere Kosten an, wenn man mit dem Engagement des Experten auf eine spätere Projektphase warte – einarbeiten müsse er sich ja auf alle Fälle.

Engmaschige Kontrollen gefordert

Walter Seifermann (GAL) zeigte wenig Verständnis für die Diskussion: Die Überlegungen seien müßig, da der Ostflügel ohnehin saniert werden müsse. Der Projektentwickler müsse möglichst früh an Bord sein: „Wir können uns keine Kostenerhöhung durch Planungsfehler erlauben.“ Dem pflichteten auch Peter Hirn (SPD) und Georg Schultheiß (Freie Wähler) bei. Letzterer forderte zudem engmaschige Kontrollen vonseiten der Stadt, um die Preisentwicklung im Blick zu behalten.

Christian Böckeler (FDP) monierte noch einmal, warum die Option eines Neubaus in Anbetracht der hohen Sanierungskosten nicht mehr geprüft worden sei. Bürgermeister Wolfgang Jokerst erläuterte, dass dies schlicht nicht machbar sei: Unter anderem würde ein Neubau bedeuten, dass die Stadt Fördermittel für weniger alte Gebäudeteile, die noch in gutem Zustand seien und dann abgerissen würden, zurückzahlen müsste.

Georg Feuerer (CDU) stellte im Angesicht der anstehenden hohen Investition zwar nicht die Sanierung des Gymnasiums zur Disposition, dafür aber ein weiteres Großprojekt, den Mensa-Neubau an der Aloys-Schreiber-Schule. Der CDU-Fraktionschef hatte das Thema schon in der vorangegangenen Gemeinderatssitzung angesprochen. Nun wurde er deutlicher: „Wir sind der Auffassung, dass die Stadt Bühl sich keine zwei Großprojekte leisten kann.“ Deshalb stelle die CDU-Fraktion nun den förmlichen Antrag, den Mensa-Neubau zurückzustellen, bis sich die Haushaltslage verbessere. Bis zur Realisierung könne man provisorische Alternativen prüfen, zum Beispiel im Bürgerhaus oder im Erdgeschoss der Mediathek. Man werde sich mit dem Antrag zeitnah befassen, sicherte OB Hubert Schnurr zu.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
16. Oktober 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
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