Protest gegen neues DHL-Logistikzentrum

Gaggenau (tom) – In Bad Rotenfels soll ein DHL-Logistikzentrum entstehen. Anwohner wehren sich dagegen. Insbesondere durch An- und Abfahrten sowie Verladetätigkeiten sei unzumutbarer Lärm zu erwarten.

Der Pfeil zeigt die Spedition Westermann. Auf der Wiese unmittelbar links davon soll gebaut werden. Foto: Walter

© wiwa

Der Pfeil zeigt die Spedition Westermann. Auf der Wiese unmittelbar links davon soll gebaut werden. Foto: Walter

Als Bauherren werden Marc und Dirk Westermann genannt. Sie sind Mitgeschäftsführer der Spedition Westermann GmbH in der Franz-Grötz-Straße im Gewerbegebiet in Bad Rotenfels. Das Grundstück liegt im Bebauungsplan „Neuwiesenäcker“ und hat den Status eines Gewerbegebiets. Das Bauvorhaben entsteht auf einer Wiese entlang der Untergasse am Rand des dortigen Landschaftsschutzgebiets, unmittelbar im Anschluss an das für Speditionszwecke genutzte Firmengelände. Von der Spedition gab es gestern auf BT-Anfrage keine Stellungnahme.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung wurde eine Baugenehmigung beantragt für ein Logistik-Zentrum für DHL mit Stellplätzen und Überdachung mit einer Grundfläche von 1 875 Quadratmetern. Eine Teilgenehmigung für Erdaushubarbeiten wurde Ende Juni erteilt. Am 9. Juli erging die Baugenehmigung für die Errichtung der Logistikhalle. Eine Baufreigabe werde aber erst erfolgen, wenn die Entwässerungsplanung vorliegen werde.

Bei einem Gespräch im Rathaus am Montagvormittag haben Anwohner Widerspruch angekündigt. Dieser hat allerdings keine aufschiebende Wirkung. Seit Februar tragen die Bürger nach eigenem Bekunden ihre Bedenken im Rathaus vor und haben jeweils getrennt Einsprüche eingelegt gegen den Bauantrag. „Die Anwohner sorgen sich vor allem um den Lärm durch Fahrzeuge“, bestätigt das Rathaus, „hierzu liegt uns ein Immissionsgutachten vor. Nach diesem Gutachten werden die Werte der TA-Lärm eingehalten.“

Stadt: „Grenzwerte werden eingehalten“

Aus Sicht der Stadtverwaltung sei das Projekt genehmigungsfähig. Durch Begrenzung auf einen Lkw pro Nachtstunde würden auch die gesetzlichen Vorgaben für die Nacht erfüllt. Die Anwohner verweisen darauf, dass die zu bebauende Fläche teilweise in einem „eingeschränkten Gewerbegebiet“ liege. Somit seien nur Nutzungen erlaubt, die das Wohnen „nicht wesentlich stören“. Die Stadtverwaltung hingegen argumentiere, dass die „Schallbelastung an der oberen Grenze des Erlaubten“ sei, aber eben innerhalb der geltenden Grenzwerte.

Von der Aussage, dass die Ladungen von Lkw auf geräuscharme E-Scooter verteilt werden solle, wollen sich die Bürger ebenfalls nicht beruhigen lassen. Dies sei nicht mehr als eine Absichtserklärung. Niemand könne sagen, mit welchen Verteilerfahrzeugen die Fracht ins Murgtal weitertransportiert werde.

Das Straßennetz im Umfeld des Logistikzentrums sei ausreichend für den zusätzlichen Verkehr, argumentiert die Verwaltung. Anwohner hingegen verweisen auf die enge Situation, insbesondere im Kurvenbereich Franz-Grötz-Straße/ Draisstraße. Auch die An- und Abfahrt der Mitarbeiter sei im Schallgutachten berücksichtigt, versichert das Rathaus.

Betroffene fordern auch, die geplante Halle von der Wohnbebauung wegzurücken. Nach Ansicht der Verwaltung kann aber der Bauherr innerhalb der festgesetzten Baugrenzen frei über die Lage des Bauwerks entscheiden. Somit bliebe der Bereich in Richtung Draisstraße vorerst unbebaut.

Der Mieter des Logistikzentrums, die Deutsche-Post-Tochter DHL, wolle von hier aus das Murgtal bis einschließlich Forbach versorgen, berichten Anwohner von Gesprächen mit der Firma Westermann. Als Baukosten habe man ihnen zwei Millionen Euro genannt.

„Das gibt ein Riesending“, sagt eine Bad Rotenfelserin. Große Sorgen bereite das Verkehrsaufkommen. „An sechs Tagen in der Woche von 4 bis 22 Uhr“ werde man Lärm ausgesetzt sein, befürchten sie. Schließlich würden pro Lkw 24 Rollcontainer entladen. Hinzu komme ein Parkplatz mit rund 50 Stellplätzen: „Wenn die Mitarbeiter um vier Uhr morgens anfahren, wenn die merken, dass man auch durch die Eichelbergstraße kommen kann, dann ist es vorbei mit der Nachtruhe.“

Die große dunkelrote Fläche zeigt die künftige Logistikhalle, die kleinere dunkelrote Fläche eine Überdachung. Links das Eck Draisstraße/Franz-Grötz-Straße. Am oberen Bildrand verläuft die Untergasse entlang dem Landschaftsschutzgebiet. Foto: Senger

© tom

Die große dunkelrote Fläche zeigt die künftige Logistikhalle, die kleinere dunkelrote Fläche eine Überdachung. Links das Eck Draisstraße/Franz-Grötz-Straße. Am oberen Bildrand verläuft die Untergasse entlang dem Landschaftsschutzgebiet. Foto: Senger


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