Oberweierer E-Sportler spielt Champions League

Gaggenau (ham) – Nach missratenem Saisonstart haben sich die „League of Legends“-Asse des FC Schalke 04 berappelt: Der Oberweierer Felix Braun führte sein Team in die Play-offs der Champions League.

Der Oberweierer „League of Legends“-Profi Felix Braun gibt kleinen Schalke-Fans Tipps, was sie beim E-Sport beachten sollten. Foto: FC Schalke 04 Esports

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Der Oberweierer „League of Legends“-Profi Felix Braun gibt kleinen Schalke-Fans Tipps, was sie beim E-Sport beachten sollten. Foto: FC Schalke 04 Esports

Die Saison ist für die E-Sportler zunächst ähnlich bescheiden verlaufen wie für die Fußballer des FC Schalke 04. Mussten die „Knappen“ in der Bundesliga froh sein, dem Abstieg entronnen zu sein, schienen auch die „League of Legends“-Asse im Tabellenkeller festzementiert nach dem katastrophalen Start mit 1:10 Siegen. Doch nach fünf Wochen begann der „Miracle Run“, wie die Gamer-Szene den Wandel der „Prügelknappen“ ehrfurchtsvoll feiert.

Das „Wunder“ ließ den abgeschlagenen Tabellenletzten plötzlich in der so freudlosen Sommersaison der europäischen Champions League immer mehr aufkommen. Die „Lachnummer“ mutierte zum Seriensieger und feierte ein bisher einzigartiges Comeback bei „League of Legends“ (LoL), das monatlich von weltweit mehr als 100 Millionen Fans gespielt wird. Das Team um den Oberweierer Felix Braun hatte sich in der sechsten Woche endlich eingespielt und setzte gegen Titelverteidiger G2 ein erstes Ausrufezeichen. Fortan waren die Schalker um ihren versierten „Midlaner“, wie die Spielmacher-Position von Braun im Jargon genannt wird, im Vorwärtsgang. „Ich bin stolz auf unsere jüngste Performance und dass wir das Ruder so herumgerissen haben“, sagt der 20-Jährige und erinnert aber trotz der sieben Siegen in Folge daran, dass die Schalker in der letzten Runde „auf Schützenhilfe angewiesen waren, um noch weiterzukommen“. Die blieb nicht aus, das „Wunder“ ging weiter.

„Abbedagge“ dreimal bester Spieler

Der Murgtäler mit dem LoL-Kampfnamen „Abbedagge“ trug wesentlich zur Qualifikation für die Play-offs bei. Dreimal wurde er zum Spieler des Matchs gekürt. Nur Junger Erberk „Gilius“ Emir, mit dessen Verpflichtung entscheidender Schwung ins Schalker Fünfer-Team kam, schaffte mehr Auszeichnungen. „Na ja, die Spieler mit den meisten Fans werden üblicherweise gekürt – und wer spektakulär spielt“, relativiert Braun die Wahlen zum „Man of the Match“ gewohnt bescheiden.

Für den Profi, der auch schon für Galatasaray Istanbul am PC saß, zählen die objektiven Kriterien von sich und seinen Teamkameraden mehr. Sein Licht braucht Braun aber auch nicht unter den Scheffel zu stellen. Bei der Gamescom, die am Donnerstag erstmals virtuell startete, war der ehemalige Anne-Frank-Schüler bereits 2017 im zarten Alter von 17 Jahren auf dem E-Sport-Olymp angelangt und wurde damals als wertvollster Spieler der „League of Legends“-Saison ausgezeichnet. Zuvor hatte er seinen „Mysterious Monkeys“ den deutschen Titel.

Schalke zog das Ausnahmetalent, das sich auch an die Spitze der europäischen Rangliste gespielt hatte, im Vorjahr an Land. Die Gelsenkirchener zählen zu den aktivsten Vereinen und beschäftigen mittlerweile nicht nur in Fußball-Simulationen interdisziplinär 16 Spieler und ein mehrköpfiges Team darum herum.

WM-Teilnahme in China winkt

Beim Start in die Play-offs knüpften die Königsblauen nahtlos an ihre letzten Leistungen in der regulären Saison an. Im deutschen Duell mit dem LoL-Team von SK Gaming setzte sich S04 souverän mit 3:0 durch. Am Freitagabend stehen die Schalker „kurz davor, den bisher größten Erfolg in der E-Sport-Geschichte des Vereins zu feiern“, hieß es auf der Webseite der „Knappen“. Bei einem Sieg über das spanische Team MAD Lions wäre die Qualifikation für die WM in China perfekt. Diese geht vom 25. September bis 31. Oktober in Schanghai über die Bühne und gilt als das weltweit größte E-Sport-Event des Jahres.

Das live auf Twitch übertragene Entscheidungsmatch gegen den Tabellenzweiten der regulären Saison geht Braun mit breiter Brust an: „Wenn man so viele Spiele gewinnt, steigt natürlich das Selbstvertrauen“, sagte „Abbedagge“ dem BT wenige Stunden vor dem wichtigsten Spiel seiner Karriere.

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Erstellt:
28. August 2020, 17:00 Uhr
Lesedauer:
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