Pünktchen sind auf dem Vormarsch

Malsch (sl) – „The Länd“ erntet viel Spott. Doch der Bürgermeister von Malsch könnte sich vorstellen, auf die Werbekampagne der Landesregierung aufzuspringen: Ein nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag.

Ein Bürgermeister mit Humor: Markus Bechler muss über seinen Vorschlag, die Malscher Teilorte umzubenennen, selbst lachen. Foto: Gemeinde Malsch/Bearbeitung BT

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Ein Bürgermeister mit Humor: Markus Bechler muss über seinen Vorschlag, die Malscher Teilorte umzubenennen, selbst lachen. Foto: Gemeinde Malsch/Bearbeitung BT

Malsch – In Malsch gibt es Malscher und Mälscher, heißt es. Damit könnte jedoch bald Schluss sein. Denn künftig wird es vielleicht nur noch Mälscher geben. Warum? Das hat mit der neuen Werbekampagne des Landes Baden-Württemberg „The Länd“ zu tun.
Viel Kritik, wenn nicht Häme, hat die Aktion ja schon geerntet. Aber: Sie kommt eben nicht überall so schlecht an wie in den Leserbriefspalten dieser Zeitung oder bei der Stadtverwaltung von Neckargemünd, die dem Stuttgarter Staatsministerium sogar einen Bußgeldbescheid ins Haus schickte. Hatten doch die beauftragten PR-Spezialisten offenbar nicht damit gerechnet, dass man zum Plakatieren eine Genehmigung braucht. Und wer weiß, wie viele Bußgelder sich da noch summieren? Schließlich hatten die Guerilla-Campagneros das gelbe Plakat „ländauf, ländab“ an Ortsschildern aufgehängt. Da kann schon was zusammenkommen.

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Pünktchen sind auf dem Vormarsch
Die Sülzbächer können sich gleich über vier neue Tüpfelchen freuen. Foto: Gemeinde Malsch/Bearbeitung BT

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Pünktchen sind auf dem Vormarsch
Völkersbäch hat schon zwei Pünktchen und bekommt noch zwei dazu. Foto: Gemeinde Malsch/Bearbeitung BT

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Pünktchen sind auf dem Vormarsch
Auch Wäldprechtsweier geht nicht leer aus. Foto: Gemeinde Malsch/Bearbeitung BT

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Bürgermeister Markus Bechler aus Malsch möchte einen solchen Bußgeldbescheid indes nicht verschicken. Er ist von der Idee nämlich eigentlich ganz angetan. So angetan sogar, dass er auf die Kampagne aufspringen möchte. „Super Marketing-Aktion“, ruft er begeistert. Die Kosten seien zwar hoch, aber inhaltlich findet er die Kampagne doch „sehr genial aufgebaut“. Das schrieb er jedenfalls anlässlich des närrischen Datums 11.11. in einer (nicht ganz ernst gemeinten) E-Mail an die Redaktion. Aus Malsch könne dann Mälsch, aus Völkersbach Völkersbäch, aus Sulzbach Sulzbäch oder sogar Sülzbäch und aus Waldprechtsweier Wäldprechtsweier werden. Die Malscher (Verzeihung: Mälscher) haben offenbar einen Bürgermeister mit Humor und Sinn für Ironie: Außer den Ortsschildern der entsprechend umgetauften Teilorte (siehe Fotos) wären natürlich noch sämtliche Ausweise, Führerscheine und ähnliche Dokumente anzupassen.

Für Stuttgart könnte es teuer werden

Die Kosten, die der ganze Aufwand verursacht, will Bechler allerdings nicht dem Haushalt der Gemeinde Malsch (wir lernen es noch: Mälsch) aufbürden, auch die einzelnen Mälscherinnen und Mälscher möchte er nicht gerne zur Kasse bitten, sondern lieber eine Sammelrechnung direkt nach Stuttgart schicken. Also Rechnung statt Bußgeldbescheid. Teuer wird’s ja ohnehin schon, was die sparsamen Schwaben fuchsen dürfte. Ganz alleine kann aber sogar ein Bürgermeister so etwas Gravierendes wie die Umbenennung von Ortsteilen nicht festlegen. „Das müsste der Gemeinderat noch entscheiden“, betont Bechler (oder künftig Bächler?). Er schlägt dafür (mit einem breiten Grinsen) eine öffentliche Sitzung am 1. April 2022 vor.

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

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Erstellt:
11. November 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
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Die Sülzbächer können sich gleich über vier neue Tüpfelchen freuen. Foto: Gemeinde Malsch/Bearbeitung BT

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