Putzmunter durch Rastatt

Rastatt (sb) – Nicht wie üblich im Frühjahr, sondern dieses Mal im Herbst wird die Stadt vom Schmutz befreit. Die Bürgeraktion „Saubere Stadt“ ist in Rastatt angelaufen.

Mit vollem Einsatz dabei: Fast 2.000 Rastatter beteiligen sich an der Aktion „Saubere Stadt“. Foto. Stephan Friedrich

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Mit vollem Einsatz dabei: Fast 2.000 Rastatter beteiligen sich an der Aktion „Saubere Stadt“. Foto. Stephan Friedrich

Noch bis diesen Freitag sind mehr als 1.600 Schüler und Kindergartenkinder dabei, rund um ihr Schulgelände oder ihren Kindergarten nach Abfall zu suchen. Am Samstag engagieren sich knapp 20 Vereine, Unternehmen und Privatpersonen.

Wie Müll getrennt wird und warum das so wichtig ist, wissen in Rastatt bereits die Jüngsten. „Wir haben drei Mülleimer, in die unter anderem Plastik, Papier und Essensreste kommen“, berichten die Vorschüler der Kinderschule Amalie Struve. Gemeinsam mit ihrer Erzieherin Sarah Weßbecher und ihrem Erzieher Philipp Hildenbrand haben die Fünf- und Sechsjährigen sich in der letzten Woche auf die Aktion „Saubere Stadt“ vorbereitet und unter anderem die Geschichte vom Müllmonster und den fleißigen Tieren gelesen. Nun sind sie mit Feuereifer dabei, endlich selbst auf Müllsuche zu gehen. Von der Stadt Rastatt mit Müllzangen, Handschuhen, blauen Müllbeuteln und ausreichend Getränken bestens ausgestattet, wurde rund um die Kinderschule nach Unrat gesucht.

„Ihr seid Vorbild für viele“

Weit laufen musste niemand. Schon nach wenigen Metern deuten die Kinder auf ein wohl am nahe gelegenen Bahnhof geklautes Fahrrad. Die Reifen fehlen und das Rad wurde achtlos in eine Hecke geworfen. Da erschrecken sich nicht nur die Vorschulkinder. Gleich nebenan finden sie mehrere aufgebrochene Fahrradschlösser. Aber auch viel Plastikmüll wird entdeckt. „Ich finde es doof, dass die Leute den Müll einfach in die Natur werfen“, beklagt der fünfjährige Dennis, nimmt seine Zange und schaut hinter einem Baum, ob auch hier Unrat zu finden ist. Derweil kommt die fünfjährige Elis und zeigt einen Glasbehälter, den sie gefunden hat. Alles wird auf dem mitgebrachten Anhänger sortiert und dann von der Stadtreinigung entsorgt. Fachbereichsleiterin Brigitte Majer und Kundenbereichsleiter Knut Zeitsmann freuen sich über die tolle Resonanz auf die Aktion, die zum 17. Mal durchgeführt wird.

Die Kinderschule Amalie Struve ist das erste Mal beim städtischen Großputz mit dabei, was nicht nur Bürgermeister Raphael Knoth freut: „Zum einen wollen wir mit dieser Aktion die Stadt vom Müll befreien, zum anderen Kinder und Jugendliche sensibilisieren, Müll nicht achtlos in die Natur zu werfen“, sagt er. Denn bereits die Jüngsten wissen, dass der nächste Mülleimer nicht weit ist und das Bonbonpapier in der eigenen Hosentasche besser aufgehoben ist als im Gras oder auf der Straße. Knoth freut sich, in den letzten Tagen immer wieder kleine Gruppen in der Stadt entdeckt zu haben, die mit Zangen und Müllbeuteln bei der Aktion mit dabei sind: „Ihr seid damit Vorbild für viele“, lobt er die Teilnehmer.

Zum ersten Mal als Aktionspartner dabei ist das Kino Forum. Für jeden Teilnehmer gibt es einen Kinogutschein als kleinen Dank für seinen Einsatz. Geschäftsführer Jan Marc Maier hatte für die fleißigen Helfer der Kinderschule zudem Popcorn mit dabei: „Wir freuen uns sehr, euch in den kommenden Wochen bei uns zu begrüßen“, berichtet er.

Rund um die Kinderschule Amalie Struve werden die Vorschüler der gelben Gruppe derweil häufiger fündig als gewollt. Schnell füllt sich der Anhänger mit Müll. Einiges muss sogar separat getragen werden, sodass die Kinder am Ende einen Wunsch an alle haben: „Bitte schmeißt den Müll nicht achtlos weg, sondern nutzt dafür einen Mülleimer.“


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