Quarantäne-Verkürzung derzeit kein Thema

Stuttgart (bjhw) – Das baden-württembergische Innenministerium sieht trotz der Omikron-Variante keine Notwendigkeit, von der bisherigen Quarantäne-Regelung bei Einsatzkräften abzuweichen.

Mitarbeiter in der Leitzentrale eines Kraftwerks: Die kritische Infrastruktur ist durch die Omikron-Variante des Corona-Virus in den Blick geraten. Foto: Uwe Anspach/dpa

© dpa

Mitarbeiter in der Leitzentrale eines Kraftwerks: Die kritische Infrastruktur ist durch die Omikron-Variante des Corona-Virus in den Blick geraten. Foto: Uwe Anspach/dpa

Alle Gesundheitsämter im Land dürfen Ausnahmen von Quarantäneregelungen verhängen, allerdings nur in Einzelfällen. Das Innenministerium sieht selbst angesichts der Omikron-Planung für die kritische Infrastruktur vorerst keine Notwendigkeit, von dieser Praxis abzuweichen. Zumal das Robert-Koch-Institut (RKI) ohnehin neue Empfehlungen für Anfang Januar angekündigt hat. Gegenwärtig sind Quarantäne-Verkürzungen bei der Polizei jedenfalls kein Thema. Denn nach den aktuellen Zahlen ist nur knapp ein Prozent der Beamten wegen einer Absonderung nicht im Dienst.

Im bundesweiten Geleitzug

Auch in Sachen Quarantäne will das Land im bundesweiten Geleitzug vorgehen. „Wir werden unsere Regelungen an die RKI-Empfehlungen anpassen“, kündigt eine Sprecherin des Sozialministeriums an. Und die Fachleute im Innenministerium verweisen auf die Erfahrungen aus dem vergangenen April, als zehn Prozent der Beamten nicht einsatzfähig waren. Auch damals, erinnert ein Sprecher, habe der Betrieb reibungslos aufrechterhalten werden können, was belege, dass regionale Regelungen funktionierten, „wenn notwendig ist, sich gegenseitig zu helfen“. Im Innenministerium läuft die Koordinierung deshalb zusammen, weil nie ausgeschlossen werden kann, dass Katastrophenschutz, Feuerwehr oder Rettungsdienste durch weitere Großereignisse ganz unabhängig von der Pandemie unter Druck geraten, durch Unfälle, durch anhaltende Schneefälle oder Brände. „Um in solchen Situationen Luft zu haben“, so der Ministeriumssprecher weiter, seien Aus- und Fortbildungen gestreckt worden: „Wir gehen ganz fest davon aus, mit unseren Planungen durch die nächsten Wochen zu kommen.“ Videokonferenzen sind ohnehin bereits die Regel, für Dienstübergaben gelten Abstandsregeln, in Innenräumen herrscht Maskenpflicht, auch für Gäste oder Anzeigenerstatter.

Kein Anlass für spezielle Übung

Für den Pflegebereich hat sich der Landkreistag schon im Detail mit einer möglichen Neuformulierung der Quarantäne-Regeln befasst. Es sei dahingehend vorzuplanen, verlangt Hauptgeschäftsführer Alexis von Komorowski, „dass beispielsweise dreifach-geimpfte Mitarbeitende, auch wenn diese Haushaltsangehörige eines Omikron-Indexfalles sind, mit täglicher Testung bis zum Ablauf der eigentlichen Quarantänezeit ihrer Arbeit nachkommen dürfen“.

Keinen Anlass sehen die Verantwortlichen für eine Übung, wie sie FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke mit allen Stäben und Institutionen vorgeschlagen hat. „Wir müssen nicht üben“, heißt es im Innenministerium, „wir sammeln unsere Erfahrungen alle gemeinsam in Echtzeit.“

Ihr Autor

Brigitte J. Henkel-Waidhofer

Zum Artikel

Erstellt:
28. Dezember 2021, 19:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 03sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.