Quarantänepflicht für Einkaufstouristen

Stuttgart (bjhw) – Ausflüge zum Einkauf im Elsass oder zum Skifahren in die Schweiz ziehen ab Mittwoch die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne bei der Rückkehr nach sich.

Ein Besuch zum Shoppen in Roppenheim zieht nun eine Quarantäne nach sich.  Foto: Roppenheim The Style Outlets

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Ein Besuch zum Shoppen in Roppenheim zieht nun eine Quarantäne nach sich. Foto: Roppenheim The Style Outlets

Die Landesregierung meldet Vollzug: Der kleine Grenzverkehr mit Frankreich und der Schweiz ist eingeschränkt, um eine mögliche Corona-Ausbreitung über den Rhein hinweg einzudämmen.
Wie das BT berichtete, war es zu einer Regelungslücke gekommen, nachdem Frankreich den Lockdown tagsüber weitgehend aufgehoben hatte und die Schweiz auf harte Einschränkungen im öffentlichen Leben bisher verzichtete. Eintägige Ausflüge zum Einkauf im Elsass, wie am verkaufsoffenen vierten Adventssonntag, oder zum Skifahren in die nahen Schweizer Kantone wurden attraktiv. Damit ist ab Mittwoch Schluss, weil beide Reisegründe künftig bei der Rückkehr nach Baden-Württemberg die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne auslösen.

Diverse Ausnahmen

„Angesichts der extrem angespannten pandemischen Lage müssen die Grenzübertritte vorübergehend auf ein zwingend notwendiges Maß reduziert werden“, erläutert Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) das Vorgehen. Die Landesregierung habe in den vergangenen Wochen immer wieder auf das exponentielle Wachstum des Infektionsgeschehens mit verschärften Maßnahmen reagiert. Aufgrund der Infektionslage sowohl in Baden-Württemberg als auch in Frankreich und der Schweiz ergebe sich jetzt abermals Handlungsbedarf. Die quarantänefreie Einreise bei einem bis zu 24-stündigen Aufenthalt in einer angrenzenden Region wird nur noch gestattet, wenn es nicht vor allem um Einkäufe oder einen Ausflug geht. Außerdem appellierte Lucha „an alle Menschen, auch die bestehenden Regelungen nicht vollends auszureizen, sondern alle nicht notwendigen Kontakte zu unterlassen“. Übersetzt werden musste die veränderte Verordnung auch ins Französische, denn sie gilt auf beiden Seiten des Rheins. Auch wer, allein um einzukaufen oder mit einem touristischen Ziel, aus der Schweiz oder dem Elsass nach Baden-Württemberg ein- und dann wieder ausreist, muss im Heimatland in Quarantäne. Grundsätzlich, so der Minister, blieben die 24-Stunden-Vereinbarungen für den gemeinsamen Lebensraum aber erhalten. „Es besteht weiterhin keine Quarantänepflicht, wenn die Grenze insbesondere aus beruflichen, schulischen, medizinischen, pflegerischen oder familiär bedingten Gründen überquert wird“, so Lucha. Auch transnationale Partnerschaften ohne Trauschein seien von den neuen Regelungen nicht betroffen.

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Erstellt:
22. Dezember 2020, 18:38 Uhr
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