„Queer Beats“ hallt nach

Gernsbach (stj) – Eine abendliche Veranstaltung im Igelbachbad hat Passanten irritiert, die Verstöße gegen die Corona-Verordnung ausgemacht haben wollen. Der Gastronom weist das zurück.

Idyllisch: Der „Gerns Garden“, die Gastronomie im städtischen Igelbachbad. Foto: Uebel/av

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Idyllisch: Der „Gerns Garden“, die Gastronomie im städtischen Igelbachbad. Foto: Uebel/av

Zu „Queer Beats“, einer Schwulen- und Lesbenparty, hatte am Samstag das „Gerns Garden“ im Igelbachbad eingeladen. Für den Gastronomen Hakan Akjoy lief dabei alles den Corona-Regeln entsprechend ab. Einige Spaziergänger und Anlieger sahen dies anders und monierten „eine Riesenparty mit Musik und Bewirtung“, bei der „bis spät in die Nacht ungezwungen ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen“ gefeiert worden sei.

Akjoy weist das im BT-Gespräch zurück und versichert, alles sei konform der Corona-Verordnung vonstatten gegangen. Gleichwohl räumt er ein: „Vielleicht sah das von außen ganz anders aus“ und begründet das mit dem Beispiel von Umarmungen gleichgeschlechtlicher Paare. „Solange sich keine Gruppen bilden, gibt es für mich keine Veranlassung, einzuschreiten. In jedem Fall war die Veranstaltung mit einer DJ aus Frankfurt nicht überbucht. Platz war noch vorhanden.“ Akjoy führt weiter aus, dass sich Partygänger – auch aus der hiesigen Schwulen- und Lesbenszene – für seinen Mut bedankt hätten, ein solches Event steigen zu lassen. „Wer acht Stunden bedient, zieht schon einmal seinen Mund- und Nasen-Schutz von der Nase, um Luft zu bekommen“, reagiert er auf entsprechende Vorhaltungen von Augenzeugen. Für manche ist es schwer zu verstehen, dass so ein Fest in einem Gernsbacher Schwimmbad stattfinden darf – nicht nur wegen der aktuellen Risikosituation, sondern auch wegen der strengen Auflagen, die Besucher der städtischen Schwimmbäder seitens der Behörden auferlegt bekommen.

Auf BT-Anfrage weist die Stadt Gernsbach darauf hin, dass „grundsätzlich kleinere Veranstaltungen unter Einhaltung der Corona-Verordnung stattfinden können. So können sich im Gerns Garden je nach Bestuhlung circa 60 Gäste aufhalten. Die Tische sind vorher von den Gästen zu reservieren, die Kontaktdaten werden erfasst, und es muss zwischen den (anderen) Tischen der Mindestabstand eingehalten werden.“ Pressesprecherin Nicoletta Arand verweist in diesem Zusammenhang auch auf die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg.

Tanzen nur mit Mindestabstand

Zudem erklärt die städtische Pressesprecherin Folgendes: „An den jeweiligen Tischen darf sicherlich getanzt werden, allerdings auch nur mit Mindestabstand zu den anderen Tischen. Ebenfalls gilt auch hier eine Maskenpflicht, wenn Gäste an den anderen Tischen vorbeigehen (zum Beispiel um die Toilette aufzusuchen), auch muss das Personal grundsätzlich ordnungsgemäß immer einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Da sich der Gerns Garden im Außenbereich befindet, gilt ab 22 Uhr die Nachtruhe, die Musik ist entsprechend leiser zu drehen, die Bewirtung ist dann um 23 Uhr einzustellen. Die Autokennzeichen der angereisten Pkw sind unerheblich, so dürfen – analog zum Badebetrieb – alle Gäste (losgelöst von der Wohnortzugehörigkeit) die vier Freibäder in Gernsbach nutzen.“ Bei der Party am Samstag waren Kennzeichen wie Karlsruhe (KA), Calw (CW), Offenburg (OG) oder Friedrichshafen (FN) im Kurpark gesichtet worden.

„Der Stadt Gernsbach“, so Arand abschließend, „ist es wichtig, dass überall die Corona-Verordnungen eingehalten werden, so auch im Igelbachbad. Gerne werden wir uns mit dem Kioskbesitzer in Verbindung setzen, gehen aber grundsätzlich davon aus, dass alle Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten wurden.“

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Erstellt:
17. August 2020, 18:30 Uhr
Lesedauer:
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