Quer durch die Mongolei reisen und dabei etwas Gutes tun

Ulaanbaatar (sb) – Gabriella Schmidt Corsitto bringt ihr Wissen als Zahnhygienikerin in die Misheel Kids Foundation ein. Nun bietet sie zum Spendensammeln einen Ritt quer durch die Mongolei an.

Die Behandlungsräume werden in der Jurte aufgebaut: Die Zahnärzte kommen zu den Menschen vor Ort. Foto: Misheel Kids Foundation

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Die Behandlungsräume werden in der Jurte aufgebaut: Die Zahnärzte kommen zu den Menschen vor Ort. Foto: Misheel Kids Foundation

Mehr als 3.000 Kilometer sind es vom äußersten Westen der Mongolei im Altai-Gebirge bis in den östlichsten Zipfel in der Provinz Dornod an der Grenze zu China. Eine Strecke, die die Schweizerin Gabriella Schmidt-Corsitto, die seit vielen Jahren in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar lebt, 2022 auf dem Pferderücken absolvieren will. Und das für einen guten Zweck, wie sie sagt. 20 Prozent der erzielten Einnahmen gehen an die von ihr mitgegründete Misheel Kids Foundation.

„Dieser Ritt ist so etwas wie ein Lebenstraum für mich“, berichtet Gabriella Schmidt-Corsitto. Geplant war er bereits für das Jahr 2020. Doch dann kam Corona, und der Trip wurde verschoben. Auch 2021 war er nicht durchführbar. So lebt der Traum von Gabriella Schmidt-Corsitto nun eben ein Jahr länger. Starten soll das große Abenteuer Mitte Juli 2022. Zehn Wochen später dann wollen die Teilnehmer im Osten der Mongolei angekommen sein. Dafür müssen pro Tag rund 50 Kilometer auf dem Pferderücken bewältigt werden. Nichts also für Menschen ohne Reiterfahrung. Sehr wohl aber für Reitenthusiasten, die eine ganz neue und wohl einmalige Herausforderung suchen.

Aufklärung über Zahnhygiene

Wer sich das ganze Abenteuer nicht zutraut, kann auch an Teiletappen teilnehmen. Egal wie: Es geht auf dem Rücken mongolischer Pferde durch faszinierende Berglandschaften, entlang verschiedener Seen und durch die schier endlos wirkende Weite der Zentralmongolei. Immer mit dabei ist der tiefblaue Himmel am Horizont. Gerade für Mitteleuropäer ist das wohl mit das Beeindruckendste, was die Mongolei zu bieten hat.

Seit 2009 lebt Gabriella Schmidt-Corsitto mit ihrer Familie in der Mongolei. Ihre längst erwachsenen Kinder sind inzwischen nach Europa zurückgekehrt, sie selbst lebt mit ihrem Mann aber weiterhin in Ulaanbaatar. Hier bringt sie seit 2013 ihr Wissen als Zahnhygienikerin in die Misheel Kids Foundation ein, die sie gemeinsam mit der mongolischen Zahnärztin Anuudari Erkhembaatar gegründet hat.

Gabriella Schmidt Corsitto will mit einer Gruppe die Mongolei durchreiten. Foto: Misheel Kids Foundation

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Gabriella Schmidt Corsitto will mit einer Gruppe die Mongolei durchreiten. Foto: Misheel Kids Foundation

„Unser Ziel ist es, Kinder zu behandeln und ihnen die Wichtigkeit der Zahnhygiene zu vermitteln“, berichtet sie und fügt hinzu: „Leider gibt es in diesem Bereich vor allem auf dem Land einen großen Nachholbedarf.“ Um einen langfristigen Erfolg zu haben, steht die Aufklärung an erster Stelle.

Die Zahnbehandlung ist für die Patienten kostenlos

Jedes Kind bekommt bei einem Besuch eine eigene Zahnbürste geschenkt, es werden passende Übungen gezeigt und es wird über das richtige, ausgewogene Essen gesprochen. Da hilft es, dass Gabriella Schmidt-Corsitto die Landessprache spricht und junge mongolische Zahnärzte an ihrer Seite hat. Unterstützt wird die Arbeit auch von der deutschen Botschaft, die zwei mobile Behandlungseinheiten finanziert hat. „Wir bieten Menschen in abgelegenen Regionen der Mongolei und Kindern der unterprivilegierten Schicht in Ulaanbaatar eine kostenlose Zahnbehandlung“, sagt Anuudari Erkhembaatar und fügt hinzu: „Es ist eine lebenswichtige Investition in die Zukunft der jungen Generation“. Denn die Mongolei ist ein junges, sich stark entwickelndes Land. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre machen mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung aus.

Mit seinen mobilen Einheiten reist das Team der Misheel Kids Foundation mehrmals pro Jahr durch die Mongolei. Dass der Zahnarzt zu den Kindern kommt, ist auch in vielen städtischen Außenbezirken der 1,5 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt Ulaanbaatar notwendig.

Hier leben die Menschen in typisch mongolischen Jurten oft ohne Wasser und ohne Abwassersysteme. So ist es unmöglich, hier eine Zahnklinik zu betreiben. „Zudem haben viele dieser Menschen keinen Zugang zur staatlichen Gesundheitsvorsorge und sind so arm, dass sie sich keine zahnmedizinische Versorgung leisten können“, berichtet Schmidt-Corsitto. Ihre Arbeit konzentriert sich deshalb aktuell vor allem auf Kinderheime und Tageszentren. In acht Einrichtungen wurden im vergangenen Jahr knapp 1.000 Kinder behandelt. In den vergangenen Monaten musste immer wieder flexibel geplant werden.

Wegen der Pandemie waren Straßen gesperrt

„Auf einem unserer Dental Trek Projekte waren wir im letzten Jahr gerade auf dem Weg in eine abgelegene Region im Norden der Mongolei, als aufgrund der Corona-Pandemie plötzlich die Straßen gesperrt wurden“, berichtet Schmidt-Corsitto. Aufgrund guter Kontakte zur lokalen Bevölkerung wurde spontan umgeplant. In neun Tagen wurden mehr als 700 Kinder und junge Erwachsene behandelt. Eine weitere Reise führte das Team unter anderem zu den Tsaatan, die zu den letzten Rentiernomaden der Welt gehören. Auf der Reise über gefrorene Seen und durch die tiefe Tundra wurden mehr als 1.000 Kinder und Erwachsene behandelt. „Wir sind sehr glücklich, unsere Arbeit auch in schwierigen Zeiten fortsetzen zu können“, berichtet die engagierte Schweizerin, die vor der Pandemie auch immer wieder Unterstützung von Zahnärzten aus Europa bekam, die in die Mongolei reisten, um hier Kinder ehrenamtlich zu behandeln.

Die Misheel Kids Foundation finanziert sich den Angaben nach ausschließlich aus Spenden, die nicht nur aus der Mongolei kommen, sondern aus der ganzen Welt. Der nun geplante Transmongolien Ride ist also nicht nur ein großes Abenteuer, sondern soll auch helfen, Geld für die Behandlung armer Kinder in der ganzen Mongolei zu sammeln.

Mitreisende gesucht

Der Transmongolien Ride führt vom 20. Juli bis 23. September zehn Wochen lang einmal quer durch die Mongolei. Die Pferde werden regelmäßig gewechselt und stammen aus den verschiedenen bereisten Regionen. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Neben der kompletten Tour können auch Einzeletappen gebucht werden. 20 Prozent der aus der Tour erzielten Einnahmen gehen an die Micheel Kids Foundation. Informationen gibt es direkt bei Gabriella Schmidt-Corsitto, E-Mail: gabriella.schmidt-corsitto@t-online.de.

Weitere Informationen über die Misheel Kids Foundation gibt es hier.

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Erstellt:
11. Dezember 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 47sec

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