RA³-Chefin: „Wir brauchen mehr Leben in der Stadt“

Rastatt (ema) – Das Ziel ist unverändert und seit Corona drängender denn je: „Wir brauchen mehr Leben in der Stadt“, sagt die Vorsitzende des Gewerbevereins RA³, Sabine Karle-Weiler.

Austausch (von links): Citymanagerin Wiebke Freund, Sabine Karle-Weiler (RA³), Robert Amos (Wirtshaus Lehners), Frank Hildenbrand (Dehoga), OB Hans Jürgen Pütsch sowie Wirtschaftsförderer Torsten von Appen. Foto: Stadt Rastatt/Heike Vetter

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Austausch (von links): Citymanagerin Wiebke Freund, Sabine Karle-Weiler (RA³), Robert Amos (Wirtshaus Lehners), Frank Hildenbrand (Dehoga), OB Hans Jürgen Pütsch sowie Wirtschaftsförderer Torsten von Appen. Foto: Stadt Rastatt/Heike Vetter

Um das zu schaffen, wollen die Händler, Gastronomen und Hoteliers stärker den Schulterschluss mit der Stadt suchen. Und da scheint sich etwas zu bewegen, wie Karle-Weiler betont – auch dank Corona.
Die Zusammenarbeit hat sich „wesentlich verbessert“, sagt die RA³-Vorsitzende. Frank Hildenbrand, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Rastatt, stimmt zu: Mittlerweile pflege man 14-tägige Videotreffen; der regelmäßige Austausch sei „sehr gut“, man bekomme „schnelle Rückmeldung“.

Der Schulterschluss wurde nun auch deutlich, als OB Hans Jürgen Pütsch mit seinem Wirtschaftsförderer Torsten von Appen sowie Citymanagerin Wiebke Freund einen Tag lang mehrere Rastatter Betriebe in der Innenstadt aufgesucht hat. Mit den Geschäftsinhabern habe der OB über ihre Sorgen und Probleme gesprochen, aber auch über deren Ziele, Wünsche und Erwartungen, teilt die Stadtverwaltung mit. Ebenfalls im Austausch stand Pütsch mit Gastronom Hildenbrand sowie RA³-Chefin Karle-Weiler. Der allgemeine Tenor laut städtischer Pressemitteilung: Die Innenstadt muss stärker belebt, Leerstände sollten durch attraktive Läden gefüllt werden, und in der neuen RA³-Gutscheinkarte sehen viele noch mehr Potenzial.

Lob für Pflanzenaktion

Positiv aufgenommen bei den Unternehmern wurde die relativ kurzfristige Begrünung der Innenstadt in den Sommermonaten mit Pflanzen- und Baumkübeln. Und auch die Sonnenliegen, die auf dem Marktplatz verteilt wurden, kombiniert mit Musikaktionen, kamen bei den Einzelhändlern und Gastronomen gut an. Eine Entwicklung ist auch im Tourismus zu verzeichnen. So erzählten die Hoteliers, dass in den Sommermonaten mehr touristische Übernachtungsgäste als zuvor nach Rastatt kamen. Doch wie auch in zahlreichen anderen Innenstädten hat Corona die ohnehin schon vorhandenen Schwierigkeiten in Rastatt verschärft. Denn viele Menschen haben sich während des Lockdowns an das Online-Einkaufen gewöhnt und sind danach nicht mehr in die Innenstadt zum Shoppen zurückgekehrt.

Umso wichtiger ist es allen Beteiligten, durch attraktive Läden, Events sowie einer begrünten und mit mehr Sitzgelegenheiten versehenen Innenstadt wieder mehr Besucher nach Rastatt zu locken.

Ein wichtiges Anliegen sind den Einzelhändlern, die Gutschein- und Bonuspunktekarten des Gewerbevereins, die ab November als Chipkarte eingeführt werden sollen, noch mehr auszubauen. So wurde der Wunsch geäußert, dass sich mehr Gastronomen und Einzelhändler beteiligen, um den Bürgern eine größere Bandbreite an Geschäften anzubieten, in denen sie ihre Gutscheine einlösen können. Mitmachen können dank der Neuauflage nun auch Einzelhändler, Gastronomen oder Handwerker, die nicht Mitglied bei RA³ sind.

Auch die Bonuskarte, die zudem Arbeitgeber ihren Mitarbeitern als steuerfreie Sachzuwendungen überreichen können, soll zukünftig noch stärker beworben werden. Der Hauptvorteil, den alle Beteiligten in den beiden Karten sehen: Das Geld bleibt in der Region. Und je mehr Geschäfte sich beteiligen, desto attraktiver wird der Gutschein. Und je mehr Arbeitgeber mitmachen, desto attraktiver wird es auch für die Einzelhändler und Gastronomen mitzumachen.


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