RSC/DJK leidet weiter unter Sanierungsstau

Rastatt (BNN) – Beim Rastatter SC/DJK hält die Ungewissheit über die Zukunft des Vereinsgeländes an. Grund ist die Suche nach einem neuen Standort fürs Klinikum.

Ungewisse Zukunft: Winfried Gausch, Matthias Dorsner und Hans-Georg Willaredt (von links) sehen auf der Sportanlage des RSC/DJK dringenden Handlungsbedarf. Foto: Hans-Jürgen Collet

Ungewisse Zukunft: Winfried Gausch, Matthias Dorsner und Hans-Georg Willaredt (von links) sehen auf der Sportanlage des RSC/DJK dringenden Handlungsbedarf. Foto: Hans-Jürgen Collet

Ein neuer Zaun umgrenzt das Spielfeld des Rastatter SC/DJK. Viele Werbebanden sind daran festgezurrt. „Es waren etwa 25 Helfer, die sich am Aufbau beteiligt haben“, schildert Sportvorstand Matthias Dorsner die Eigenleistungen. Der vor einigen Wochen wütende Sturm hatte zwar zwischenzeitlich auch hier seine Spuren hinterlassen, mittlerweile aber ist alles wieder repariert. In vielen anderen Bereichen auf der schmucken Vereinsanlage aber herrscht großer Sanierungsbedarf.

Deutlich vor Augen geführt wurde dies den Verantwortlichen einmal mehr an den vergangenen Tagen, als die Heizungsanlage ihren Dienst versagte. „Es gab da gar keine Duschmöglichkeiten mehr“, berichtet Winfried Gausch. Als „Mädchen für alles“ kümmerte er sich gemeinsam mit dem ersten Vorsitzenden Hans-Georg Willaredt und Sportvorstand Matthias Dorsner darum, diesen Missstand schnellstmöglich zumindest soweit zu beheben, dass wieder geduscht werden kann.

Ansonsten aber blockiert die Ungewissheit über den neuen Standort für das Großklinikum momentan alle wesentlichen Planungen zur Verbesserung der Infrastruktur des Vereins. Das RSC-Clubhaus liegt derzeit brach, weil der Pächter gekündigt hat. „Er wollte eine langfristige Lösung“, sagt Willaredt und fügt hinzu: „Die konnten wir wegen der unklaren Zukunft aber nicht bieten.“

Gedankenspiel: Nutzung als Unterkunft für Lkw-Fahrer?

Was nun aus dem Gebäude wird, ist noch völlig unklar. Einige Umkleideräume werden dort noch genutzt, ansonsten herrscht Leere. Künftig sollen die Umkleiden möglicherweise in Containern untergebracht werden, kündigt Dorsner an. „Dabei war die Pacht eingeplant für unsere Eigenfinanzierung“, unterstreicht Willaredt, der darauf hinweist, dass „das Gebäude aus Sanierungs- und Instandhaltungsgründen für uns nicht mehr verwendbar ist.“ Vorstellbar wäre, so spekuliert der Vorsitzende, vielleicht eine Unterkunft für Lkw-Fahrer einzurichten, die oft in großer Zahl auf dem Parkplatz oberhalb des Vereinsgeländes ihre Fahrzeuge abstellen.

Wegen der fehlenden Finanzmittel liegen auch die seit Langem geplanten Umbauarbeiten der Sanitärräume beim DJK-Clubhaus auf Eis, wo in diesen Tagen ein neuer Pächter seine Arbeit aufnimmt. Auch der im Gebäudekomplex dieses Clubhauses vorgesehene Büroraum wird somit vorerst nicht realisiert. Offen ist zudem, ob und wann der dringend erforderliche Austausch der Flutlichtanlage realisiert wird. „Da sind noch 30 Jahre alte Halogenscheinwerfer drin, das sind richtige Stromfresser“, sagt Gausch, der sich statt dessen moderne LED-Lampen wünscht.

Konkrete Pläne für Jugendabteilung

„Es herrscht überall Stillstand, bei der Platzpflege wird gerade noch das Notwendigste gemacht. Wir wissen einfach nicht, wie es weiter geht“, erklärt Willaredt und betont, wie marode und sanierungsbedürftig die ganze Vereinsanlage sei. Hinzu komme die Energiekrise mit den damit verbundenen weiteren Belastungen. Dorsner spricht – trotz diverser Einsparungen – von monatlichen Nebenkosten in Höhe von rund 2.000 Euro.

Im Gegensatz zur Unsicherheit im Zusammenhang mit den baulichen Aktivitäten sind die Umstrukturierungen im Bereich der Jugendabteilung des Vereins schon konkret: „Wir werden von den Bambini bis zur D-Jugend ab der nächsten Saison eigene Mannschaften bilden“, sagt Dorsner. Unter dem Dach des Jugendfußballvereins, der gemeinsam mit dem FC Rastatt 04 gebildet wird, sollen dann nur noch A-, B- und C-Jugend spielen. „Wir brauchen die Identifikation mit unserem Verein“, betont Dorsner und verweist darauf, dass der Spielbetrieb, an dem rund 300 Jugendliche beteiligt sind, ohnehin weitgehend auf dem RSC/DJK-Gelände abläuft.

Münchfeld als Alternative denkbar

Dorsner selbst will sich als bisheriger Sportvorstand künftig mehr Freiraum schaffen, um auf die möglichen infrastrukturellen Veränderungen reagieren zu können: „Die Stadt hat uns ja zugesichert, dass wir adäquat entschädigt werden“, möchte er für den Fall gewappnet sein, dass das neue Großklinikum tatsächlich auf dem Vereinsgelände angesiedelt wird. Als Alternative käme für den Verein das Münchfeld in Betracht, wie Dorsner bekräftigt. Dabei könnte nach seiner Einschätzung die OB-Wahl in Baden-Baden vielleicht auch noch Einfluss auf den Entscheidungsprozess nehmen.

Klar ist für Willaredt und Dorsner gleichermaßen, dass „wir uns noch nie vernünftigen Lösungen in den Weg gestellt haben“. Eine eigene Sporthalle auf dem Vereinsareal für die verschiedenen Abteilungen des RSC/DJK bleibt ein großes Ziel der Verantwortlichen, wenngleich die Frage der Finanzierung bisher der Umsetzung entgegenstand. „Wir wirtschaften zwar gut, aber langfristig ist unsere jetzige Vereinsstruktur so nicht zukunftsfähig und geht an unsere Existenz“, versichert Willaredt, der nicht zuletzt auch auf die deutlichen, coronabedingten Rückgänge der Mitgliedsbeiträge verweist.

Trotz aller Sorgen: Das 100-jährige Bestehen von DJK und RSC sowie die vor zehn Jahren vollzogene Verschmelzung beider Vereine soll nach einhelliger Meinung der Führungsriege im nächsten Jahr groß gefeiert werden – mit Festbankett, und dann vielleicht auch mit der Gewissheit, welche Perspektiven es gibt.

Zum Thema:

Zusammenschluss: Der Rastatter SC/DJK wurde 2013 durch den Zusammenschluss der 1921 gegründeten DJK Rastatt und dem seit 1922 bestehenden Rastatter SC aus der Taufe gehoben. Der Verein ist Mitglied des DJK-Diözesanverbandes Freiburg.

Die Abteilungen: Neben Fußball gehören die allgemeine Sportgruppe, Badminton, Clogging, Damengymnastik, Dart, „Fit and Fun“ Karate, Step-Aerobic-Gymnastik, aber auch Sport für Menschen mit Handicap und eine Rolligruppe zur sportlichen Palette, die der Verein anbietet. Dabei suchen die Verantwortlichen noch weitere ehrenamtliche Betreuer, gerade auch für den Sport, den die Menschen mit Handicap ausüben.

Mitglieder: Insgesamt verfügt der RSC/DJK über fast 1.000 Mitglieder. Rund 300 jugendliche Fußballer sind aktiv, wobei im Jugendfußballverein Rastatt auch eine Kooperation mit dem FC Rastatt 04 besteht. Gespräche über eine vor Jahren diskutierte Fusion mit dem FC 04 gab es in jüngerer Vergangenheit nicht mehr.

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Ihr Autor

BNN-Redakteur Stefan Maue

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Erstellt:
11. März 2022, 09:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 55sec

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