RW Elchesheim erhält „Platzverweis“

Elchesheim-Illingen (as) – Keine Einigung in der Sportstättenfrage: Der Fußballverein RW Elchesheim darf den Platz an der Waldstraße nicht mehr nutzen. Das will er sich nicht gefallen lassen.

Vorerst letztes Training? Die Landesliga-Mannschaft des RW Elchesheim gestern Abend auf dem Sportplatz an der Waldstraße. Foto: Frank Vetter

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Vorerst letztes Training? Die Landesliga-Mannschaft des RW Elchesheim gestern Abend auf dem Sportplatz an der Waldstraße. Foto: Frank Vetter

Der Rasen leuchtet verlockend grün. Doch der Fußballverein Rot Weiß Elchesheim (RWE) darf vorerst nicht mehr auf seinem angestammten Platz an der Waldstraße kicken. Das Gespräch mit der Gemeinde am Mittwochabend blieb ohne Ergebnis. Darüber informierte die Verwaltung Donnerstagmorgen in einer Pressemitteilung, in der von „Bedauern“ die Rede ist.

Gemeinde will Kündigung durchsetzen

Allerdings macht die Gemeinde darin auch deutlich, dass sie die Kündigung durchsetzen will: „Eine nochmals schriftliche, ab sofort geltende Nutzungsuntersagung des Sportgeländes, befindet sich bereits in Zustellung“, heißt es. Über das weitere Vorgehen war nichts zu erfahren. Bürgermeister Rolf Spiegelhalder befinde sich den ganzen Tag in Konferenzen, hieß es im Rathaus. Hauptamtsleiter Patrick Strauß verwies auf die Pressemitteilung und ergänzte auf BT-Anfrage: „Wir hoffen, dass der Verein das einhält und werden ein Auge darauf haben“.

Zu spät für einstweilige Verfügung


Bei RWE-Anwalt Torsten Kugler ging die Nutzungsuntersagung DonenrstagnNachmittag per Fax ein, das er bei der Rückkehr von einem Termin um 17.15 Uhr vorfand. Um dagegen mit einer einstweiligen Verfügung vorzugehen und aufschiebende Wirkung zu beantragen, wie es RWE-Vorsitzender Dieter Link am Vormittag angekündigt hatte, war es da laut Kugler zu spät. Das soll nun am Freitag passieren, so Link.

Die Mühlen scheinen überhaupt langsam zu mahlen. So erhielt die Gemeinde laut Strauß auch erst Mittwochmittag das Schreiben des RWE-Anwalts, dass der Vorstand den Termin mit der Gemeinde wahrnimmt.

Teils hitziges Gespräch


Am Tisch saßen dabei nach BT-Informationen der Bürgermeister und seine beiden Stellvertreter Norbert Schmidt und Otto Heck, der Hauptamtsleiter und Rechnungsamtsleiter Thomas Spinner sowie RWE-Vorsitzender Dieter Link, der sportliche Leiter Raimund Schmalbach, Robin Schmalbach sowie Anwalt Kugler. Es soll teils hitzig hergegangen sein. „Der Verein müsste sich für den Clubhaus-Neubau überschulden, und da können die Vorstände nicht zustimmen, denn wir sind persönlich haftbar“, erklärte Link gestern erneut. Auch könne man sich nicht über den Mitgliederbeschluss vom November 2018 hinwegsetzen, dass die sportliche Heimat des Vereins in der Waldstraße bleiben soll.

„Die Kündigung des Sportgeländes in der Waldstraße wird weiterhin verfolgt, falls notwendig mit entsprechenden Rechtsmitteln“, schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung. Die Sportstättenfrage wird also tatsächlich ein Fall fürs Gericht. Wobei es juristisch zunächst nur um die Rechtmäßigkeit der Kündigung des Nutzungsvertrags für das Sportgelände an der Waldstraße gehen dürfte, das der Gemeinde gehört. Diese will daraus ein Baugebiet machen.

Nicht als Provokation gedacht

Donnerstagabend schienen alle Beteiligten in Wartestellung. Weder zog die Gemeinde einen Zaun oder Absperrbänder um den Fußballplatz, um dessen Betreten zu verhindern, noch sagte der RWE das Training ab.

Die F-Jugend allerdings, die normalerweise donnerstags um 17 Uhr in Elchesheim trainiert, ward nicht gesehen. Nur die erste Mannschaft trainierte abends regulär. „Bis wir von der Nutzungsuntersagung erfahren haben, war es zu kurzfristig, um das Training abzusagen, da die Spieler teils weite Anfahrten haben“, betonte der sportliche Leiter Raimund Schmalbach, dass das nicht als Provokation gedacht sei. Die Situation solle nicht weiter eskalieren, denn sie sei „unschön, belastend und bedauerlich“ genug, erklärte er.

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