RWE: „Wir planen ganz normal weiter“

Elchesheim-Illingen (as) – Was gibt es Neues beim Rot-Weiß Elchesheim (RWE)? Das Fußballtraining unter Corona-Bedingungen beginnt und der Verein hat der Kündigung des Sportplatzes widersprochen.

Den Trainingsbetrieb will der RWE auf dem gekündigten Sportplatz in Elchesheim jetzt wieder aufnehmen. Foto: Frank Vetter/Archiv

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Den Trainingsbetrieb will der RWE auf dem gekündigten Sportplatz in Elchesheim jetzt wieder aufnehmen. Foto: Frank Vetter/Archiv

Nach sieben Monaten Zwangspause fährt der Fußballverein Rot-Weiß Elchesheim (RWE) wie viele Clubs in Mittelbaden gerade seinen Trainingsbetrieb unter Corona-Vorzeichen langsam wieder hoch. Neben Unsicherheiten wie Schnelltests, Abstands- und Hygieneregeln schwebt über dem Verein noch ein anderes Damoklesschwert: Wie lange kann er auf Hart- und Rasenplatz in Elchesheim noch spielen, nachdem die Gemeinde deren Nutzung zum 30. Juni 2021 gekündigt hat (das BT berichtete)?

Der Kündigung widersprochen

„Unser Rechtsanwalt hat der Gemeinde geschrieben und der Kündigung widersprochen“, sagt RWE-Vorsitzender Dieter Link, denn die Gemeinde habe dem Verein keine adäquate Alternative angeboten. „Wir planen ganz normal weiter und werden den Fußballbetrieb weiter aufrecht erhalten“, unterstreicht Link. Mit Blick auf die derzeitigen Lockerungen plant er nun auch die angekündigte Informationsveranstaltung zum Thema mit Fachleuten – eventuell im Freien.

Bürgermeister: Beschreiten Rechtsweg, wenn notwendig

Bürgermeister Rolf Spiegelhalder erklärt auf die Frage, wie es in Sachen Sportplätze Elchesheim weitergeht, die Gemeinde werde „an der schriftlichen Kündigung festhalten und sofern notwendig den Rechtsweg beschreiten“. Weiter informiert Spiegelhalder: „Ein schriftlicher Widerspruch des Vereins, welcher ohnehin keine aufschiebende Wirkung entfalten würde, liegt dem Rechtsbeistand der Gemeinde zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht vor, weshalb hierzu keine Aussagen getroffen werden können“. Es sieht also danach aus, als ob sich demnächst ein Gericht mit dem Thema befassen muss.

Unterdessen wollen Trainer und Vorstand diese Woche den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. Mit der örtlichen Apotheke und einer Arzthelferin der ortsansässigen Hausarztpraxis sind Schnelltestangebote vor dem Training vereinbart, erläutert Link. Allerdings variierten die Vorgaben des Verbands, ab welchem Alter Tests erforderlich sind. Trotz dieser Unsicherheiten wolle der RWE loslegen, um den rund 100 Kindern und Jugendlichen nach der langen Corona-Zeit wieder ein Bewegungsangebot zu machen.

Training ab sofort in Elchesheim

Trainiert wird in Elchesheim. Der Platz in Illingen sei „nicht bespielbar“, verweist Mirco Bronner von der Jugendleitung auf die Unfallgefahr durch Unebenheiten im Boden. „Die Gemeinde hatte angeboten, den Platz herrichten zu lassen, nachdem klar war, dass wir als Verein das in Eigenarbeit durch Walzen und Mähen nicht schaffen“, attestiert er großes Entgegenkommen. Auch wäre diese bereit gewesen, Umkleiden und Toiletten im ehemaligen Illinger Clubhaus noch einmal reinigen zu lassen sowie einen Gießroboter für das Rasenspielfeld anzuschaffen. Die Jugendleitung habe sich aber dagegen entschieden, so Bronner. „Wir wollen nicht, dass in Illingen viel Geld ausgegeben wird für ein Provisorium, das dann eventuell nicht genutzt wird“, begründet er diese Entscheidung.

Zudem sei man in Gesprächen mit den Partnern der Spielgemeinschaften in Würmersheim, Au am Rhein oder Durmersheim, ob der jeweilige Trainingsbetrieb teilweise dorthin ausgelagert werden kann. Denn in Elchesheim soll nun auch die erste Mannschaft wieder trainieren – und somit könnte es bei der Platzbelegung eng werden. Vorsitzender Dieter Link zeigt sich jedoch „zuversichtlich, dass das funktioniert“.

Jugend will sich nicht abspalten

Offenbar hat sich die RWE-Jugendleitung auch mit der immer mal wieder kolportierten Idee befasst, mit den rund 100 Jugendlichen einen eigenen Verein zu gründen und in Illingen zu kicken. Dieser Möglichkeit erteilt Bronner im Namen der vier Jugendleiter jedenfalls eine Absage. „Eine Jugend ohne Hauptverein macht keinen Sinn“, sagt er, „denn wir bilden die Kinder aus, damit sie irgendwann im Hauptverein spielen können“.

In der Fußballszene befürchten derweil manche, dass die Sportstätten-Diskussion über kurz oder lang zur Auflösung des RWE führen könnte. Das hören auch die Jugendleiter immer wieder. Bronner sagt dazu: „Wenn eine Seite stirbt, ist die andere auch tot“, und: „Wir hoffen immer noch inbrünstig, dass die Parteien nochmal aufeinander zugehen.“

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BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
26. Mai 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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