RWE erhält Kündigung zum 30. Juni 2021

Elchesheim-Illingen (as) – Die Kündigung für den Sportplatz ist verschickt, nun sind die Anwälte am Zug: Ab 1. Juli kickt der Rot-Weiß nicht mehr in Elchesheim, wenn es nach der Gemeinde geht.

Abpfiff: Die Gemeinde kündigt dem Fußballverein Rot-Weiß die Sportplatz-Nutzung in Elchesheim. Foto: Frank Vetter/Archiv

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Abpfiff: Die Gemeinde kündigt dem Fußballverein Rot-Weiß die Sportplatz-Nutzung in Elchesheim. Foto: Frank Vetter/Archiv

Die Fronten in der Sportstättendiskussion sind seit Langem verhärtet, nun macht die Gemeinde Elchesheim-Illingen ernst: Zum 30. Juni 2021 hat sie dem Fußballverein Rot-Weiß die Nutzung von Rasen- und Hartplatz in Elchesheim sowie der Flächen dazwischen gekündigt. Darüber informierte Bürgermeister Rolf Spiegelhalder gestern auf BT-Anfrage.

Weiter an gütlicher Einigung interessiert

Vor einer Woche sei das Kündigungsschreiben rausgegangen, das man zuvor mit einem Anwalt abgestimmt habe, so der Verwaltungschef. Darin habe die Gemeinde aber auch eine Nutzungsverlängerung für dieses Jahr in Aussicht gestellt, wenn der RWE sich zu einem Gespräch über den Umzug nach Illingen bereit erklärt, sagt Spiegelhalder weiter. Man sei nach wie vor an einer gütlichen Einigung interessiert.

Genau wegen dieser Themenvorgabe ist das Gespräch bisher gescheitert. Denn der Fußballverein will nur über mögliche Alternativstandorte sprechen, weil er den Illinger Sportplatz unter anderem wegen der dortigen Druckwasserproblematik für nicht nachhaltig hält. Die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat wiederum pochen auf die Rechtmäßigkeit des Ratsbeschlusses von 2018, dass Illingen einzige Sportstätte im Ort sein soll. Dies wurde auch vom Petitionsausschuss des Landtags bestätigt – und nur darüber will man mit dem RWE sprechen.

„Wir lassen uns nicht länger an der Nase rumführen“, verdeutlichte Spiegelhalder, warum man mit der Kündigung nun den Druck auf den Verein erhöht. Er sei als Bürgermeister verpflichtet, Ratsbeschlüsse mit legitimen Mitteln durchzusetzen, nachdem der RWE offenbar nicht bereit sei, die demokratische Entscheidung zu akzeptieren.

Experte prüft die Kündigung

RWE-Vorsitzender Dieter Link wollte am Mittwoch mit Verweis darauf, dass die Angelegenheit bei den Rechtsanwälten liegt, keine Stellungnahme abgeben. Der Verein habe einen Spezialisten in Sachen Vertrags- und Vereinsrecht hinzugezogen, erklärte er. Man werde Stellung nehmen, wenn die Prüfung abgeschlossen sei. Die Verknüpfung einer eventuellen Nutzungsverlängerung mit einem Gespräch über den Standort Illingen wertet er dabei als „Erpressungsversuch“.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
3. März 2021, 21:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 56sec

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