RWE kündigt rechtliche Schritte an

Elchesheim-Illingen (red) – Zur jüngsten Entwicklung in der Sportstättenfrage äußert sich der Gesamtvorstand des FV Rot-Weiß Elchesheim in einer Stellungnahme. Er kündigt rechtliche Schritte an.

Die Streitfrage, wo in Elchesheim-Illingen künftig gekickt wird, droht nun auch noch Juristen zu beschäftigen. Foto: Frank Vetter/Archiv

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Die Streitfrage, wo in Elchesheim-Illingen künftig gekickt wird, droht nun auch noch Juristen zu beschäftigen. Foto: Frank Vetter/Archiv

In einer gemeinsamen Stellungnahme äußert sich jetzt der Gesamtvorstand des Fußballvereins Rot-Weiß Elchesheim (RWE) zur Sportstättendiskussion und kündigt rechtliche Schritte an, damit „die Wohlfühloase FV Rot-Weiß Elchesheim 1929 erhalten bleibt“. Zudem wird darin betont, dass alle bisherigen Entscheidungen keinen Alleingang des Vorsitzenden Dieter Link darstellten, sondern vom gesamten Vorstand „einstimmig mitgetragen werden“.

Weil die Stellungnahme pauschal mit „die gesamte Vorstandschaft des FV RW Elchesheim“ unterzeichnet war, wollte das BT vom Vorsitzenden wissen, wer denn aktuell den Gesamtvorstand bildet. Daraufhin nannte Dieter Link folgende Personen: Roland Link, Joachim Großmann, Philipp Kleinbub, Sabine Link, Reiner Pfaff, Raimund Kleinbub, Lars Zink, Michael Link, Robin Schmalbach, Sven Markis, Daniel Kölmel, Ronald Heck und Beate Mayer. All diese hätten „sehr gelassen“ die letzten Mitteilungen der Gemeinde in Bezug auf die Sportstättenplanung zur Kenntnis genommen, heißt es in dem Papier offenbar in Anspielung auf die von der Gemeinde angedrohte Kündigung für den Sportplatz Elchesheim (das BT berichtete). Das Gelände hat der Verein von der Gemeinde gepachtet.

Anderen Umgang gefordert

Der RWE fordert grundsätzlich einen anderen Umgang mit den ehrenamtlichen Funktionsträgern: „In der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, die Menschen von Anfang an mitzunehmen, statt zu diktieren.“ Dabei nimmt er besonders Bürgermeister Rolf Spiegelhalder ins Visier. Bis zu dessen Amtszeit habe es „immer ein konstruktives Miteinander von Gemeinde und Vereinen“ gegeben.

Erneut listet der RWE-Vorstand dann bereits genannte Argumente auf, die gegen die von der Gemeinde angestrebte Mediation sprächen: Der Mediator sei ohne Rücksprache mit dem Verein beauftragt worden und es solle nur über die Verlegung der Sportstätte nach Illingen gesprochen werden. Man frage sich, warum Gespräche geführt werden sollen, wenn „alles scheinbar schon klar ist“. Dabei wird nicht erwähnt, dass der Standortfrage eine einstimmige demokratische Entscheidung des Gemeinderats zugrunde liegt, deren rechtmäßiges Zustandekommen der Petitionsausschuss bestätigt und zudem formuliert hatte, dass der Bürgermeister zu deren Umsetzung verpflichtet ist.

„Planloses Verhalten“ in der Clubhausfrage


Der RWE kritisiert des Weiteren den Druck, den die Gemeinde aufbaue: „Die Gesprächsrunden sollten laut Bürgermeister teilweise innerhalb eines Zeitkorridors von zwei Tagen realisiert werden“. Auch sei es „seitens der Gemeinde versäumt“ worden, „die Grundlage jeglicher Zusammenarbeit, das gegenseitige Vertrauen, wiederherzustellen“, schreibt der RWE in Anspielung auf Äußerungen des Bürgermeisters, RWE-Mitglieder hätten ihm beleidigende E-Mails zugesandt, wofür er den Nachweis „bis heute schuldig geblieben“ sei.

Der Gemeinde wirft der RWE zudem „planloses Verhalten“ in der Clubhausfrage in Illingen vor: „Zuerst sollte das Clubhaus entgegen aller Expertenmeinungen renoviert werden, dann sollte es abgerissen und durch ein Funktionsgebäude ersetzt werden. Jetzt wiederum soll auf den Bau gänzlich verzichtet werden und die Sanitäranlagen (Clubhaus ehemaliger FC Illingen), die sich in desolatem hygienischem Zustand befinden, genutzt werden“. F- und E-Jugend, die derzeit in Illingen trainieren würden, könnten dort nicht einmal die Sanitärräume benutzen.

Verein will finanzielles Risiko nicht tragen

Erneut untermauert der Verein auch, dass er nicht bereit ist, das Vereinsheim in Elchesheim, wo ihm Clubhaus und dazugehöriger Grund gehören, an die Gemeinde zu verkaufen, um den Erlös in ein gemeindeeigenes Gebäude in Illingen zu investieren und dort das finanzielle Risiko zu tragen. Man befürchtet einen „nicht tragbaren Schuldenberg“. Auftrag des Vorstands sei es, den Verein vor solchen Szenarien zu schützen. Darüber hinaus sei im Beschluss zum Umzug nach Illingen ein einklagbares Recht des Vereins auf Umsetzung der Maßnahmen durch die Gemeinde ausgeschlossen worden, falls diese dazu aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sein sollte.

Der Verein indes sei schon in der Vergangenheit offen gewesen für Alternativstandorte, erinnert der RWE an die 2017 beantragte Umwandlung des Tennenplatzes an der Waldstraße, den man auf eigene Kosten in ein Winterrasenspielfeld umbauen wollte. Die Landesliga-Mannschaft absolviert ihr Wintertraining mittlerweile auswärts – beim FV Plittersdorf (2019) und SV Germania Bietigheim (2020), dankt man den Nachbarn für ihre Solidarität.

Mangelnde Solidarität im Ort beklagt

Zugleich beklagt der Fußballverein mangelnde Solidarität der Vereine und der Bevölkerung mit dem RWE. Dieser habe hingegen mit dem Paddelclub gekämpft, als dessen Gelände am Goldkanal dem Kiesabbau zum Opfer fallen sollte. Alle Sponsoren wiederum hätten „demonstrativ ihr Engagement vorzeitig verlängert und auch der Dachverband, der DFB, hat dem Verein seine Unterstützung zugesagt“.

Die generelle Frage sei aus Sicht des Vereins, warum der seit über 80 Jahren genutzte Rasenplatz überhaupt einem Baugebiet geopfert werden soll. „Nur um die klamme Gemeindekasse zu füllen“, meint der RWE, der sich fragt, warum dann nicht mit der Erschließung des größeren Baugebiets „Friedhof Gärten“ begonnen werde. Bauplätze gebe es in der Gemeinde zuhauf, nur eben keine gemeindeeigenen, konstatiert der Vorstand zur Argumentation des Bürgermeisters, man könne keinen einzigen freien Bauplatz im Ort mehr anbieten.

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