Gemeinde und RW Elchesheim doch noch im Gespräch

Elchesheim-Illingen (as) – Die Kündigungsfrist für den Sportplatz Elchesheim endet am 30. Juni. Nun scheint es vorher doch noch zu einem Gespräch zwischen Gemeinde und Fußballverein zu kommen.

Im Moment wird in Illingen nicht gekickt. Infolge der Sportplatzkündigung in Elchesheim zum 30. Juni kommt nun aber offenbar doch Bewegung in die Sache. Foto: Frank Vetter

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Im Moment wird in Illingen nicht gekickt. Infolge der Sportplatzkündigung in Elchesheim zum 30. Juni kommt nun aber offenbar doch Bewegung in die Sache. Foto: Frank Vetter

Die Kündigungsfrist für das Fußballgelände in Elchesheim endet morgen. Die große Frage, was dann passieren wird, treibt derzeit viele im Dorf um. Öffentlichkeitswirksam hat die Gemeinde dem FV Rot-Weiß Elchesheim gestern in einer Pressemitteilung ein Friedensangebot gemacht: Den Spielbetrieb des Gesamtvereins für eine weitere Saison zu dulden, sofern im Anschluss das Umzugsangebot der Gemeinde auf die Sportstätte am Altrhein in Illingen angenommen wird. Das ist allerdings nicht neu: Schon im Kündigungsschreiben war davon die Rede.

Anwälte sitzen mit am Tisch

„Wir stehen nun in der abwartenden Phase, ob sich vielleicht doch noch eine Gesprächsmöglichkeit bis zum 30. Juni ergibt, um mit den Vereinsverantwortlichen über den Umzug des Vereins auf die neue Sportstätte am Altrhein zu sprechen“, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde. RWE-Vorsitzender Dieter Link wundert sich auf BT-Anfrage über die Formulierung, denn es stehe bereits ein Gesprächstermin am Mittwoch – mit den Anwälten beider Seiten. Die Einladung dazu sei am Freitag gekommen, sagt er. Das wird in der Mitteilung der Gemeinde mit keinem Wort erwähnt.

„Wir wollen eine gesprächsoffene Runde“, betont Link und spricht damit den bekannten Disput an: Der Verein will über mögliche Alternativstandorte sprechen, die Gemeinde nur über die Umsetzung des Ratsbeschlusses von 2018, dass Illingen alleinige Sportstätte im Ort sein soll. Bislang scheiterte daran stets ein Gespräch.

Jugendleitung forderte Verhandlungen

Was nun den Sinneswandel bewirkt hat, darüber kann man nur mutmaßen. Wiederholt hatte sich beispielsweise die eigene Jugendleitung vom Vorstand Gesprächsbereitschaft und Verhandlungen gewünscht (das BT berichtete) – bislang ohne Wirkung. Auch die öffentliche Aufforderung von acht örtlichen Vereinen an den RWE, die demokratische Gemeinderatsentscheidung für den Sportstättenstandort Illingen zu akzeptieren und ernsthafte Gespräche über die Zukunft eines Sportgeländes in Illingen nicht weiter zu blockieren, hatte nichts gefruchtet.

„Versuchen, über alle Probleme zu reden“


Nun erklärt Link gegenüber dem BT: „Wir werden versuchen, über alle Probleme zu reden, auch mit Blick auf die Zukunft der Jugend und des Jugendfußballs im Ort.“ Denn die Jugendlichen hätten immer weniger Plätze, wo sie sich austoben können, greift er ein Argument der Jugendleitung auf. Des Weiteren stellten die Fragen der Finanzierung des Vorhabens den Verein vor große Probleme, gerade nach der Corona-Krise. Auch dass der RWE bei einem Umzug nach Illingen auf sein Klagerecht verzichten müsste, sei nicht einzusehen, sagt Link.

RWE favorisiert neuen Standort

Der RWE favorisiert bekanntlich einen neuen Standort am Braungießenweg (gegenüber vom jetzigen Hartplatz) und war im März auch mit einer entsprechenden Planung für Clubhaus, Spielpark und Gymnastikhalle per Flugblattaktion an die Öffentlichkeit gegangen. Seitdem hat man von dem ganzen Projekt nichts mehr gehört. Eine Sportstätte am Altrhein hält der Fußballverein bekanntlich unter anderem wegen Hochwassergefahr, Druckwasserproblematik, zu geringen Parkmöglichkeiten und Schäden am Clubhaus für nicht nachhaltig.

Jugend wäre in Illingen versichert

„Wir bedauern sehr, dass die große Chance, eine neue und moderne sportliche Heimat für den RW Elchesheim zu finden, leider nicht von den Verantwortlichen wahrgenommen wurde“, schreibt die Gemeinde weiter. Sie kündigt zugleich an, sich „entsprechende Maßnahmen“ vorzubehalten, sollte der Verein die Sportplätze weiter nutzen – ohne das näher auszuführen.

Der Jugendabteilung, die seit Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs nach der Corona-Pause in Elchesheim kickt, weil der ungepflegte Platz in Illingen Gefahrenpotenzial berge, bietet sie erneut an, wie bisher das Rasenspielfeld in Illingen zu nutzen. Denn man wolle nicht, „dass der örtliche Kinder- und Jugendfußball (...) unter dem Verfahrensende leidet“. Ein entsprechender Versicherungsschutz für Nutzer der Anlage bestehe seitens der Gemeinde, versucht sie, das bisherige Argument des RWE dagegen zu entkräften.

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Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
28. Juni 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 52sec

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