RWE und Gemeinde finden Kompromiss

Elchesheim-Illingen/Baden-Baden (as) – Mit einem Vergleich endete am Mittwoch das Berufungsverfahren des Fußballvereins Rot-Weiß Elchesheim wegen der Kündigung seiner Sportplätze durch die Gemeinde.

Halbe-halbe: Auf einem Teil des Hartplatzes darf der RWE bis 30. Juni 2023 wieder kicken, auf dem anderen (zum Judoclub hin) wird nun die Skater-Anlage aufgebaut. Foto: Archiv/Helmut Heck

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Halbe-halbe: Auf einem Teil des Hartplatzes darf der RWE bis 30. Juni 2023 wieder kicken, auf dem anderen (zum Judoclub hin) wird nun die Skater-Anlage aufgebaut. Foto: Archiv/Helmut Heck

Die Gemeinde Elchesheim-Illingen hat 2018 beschlossen, dass einzige künftige Sportstätte im Ort in Illingen sein soll – und somit der Fußballverein Rot-Weiß dorthin umziehen muss. Dessen Rasenplatz an der Waldstraße soll Baugebiet werden. Darum schwelt ein seit Jahren andauernder Konflikt, der nun auch die Zivilkammer II des Landgerichts Baden-Baden beschäftigte. Die verhandelte am Mittwoch die Berufung des Vereins gegen das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Rastatt. Darin ging es um eine einstweilige Verfügung, mit der der Verein erreichen wollte, dass er die Sportplätze trotz Kündigung und Nutzungsuntersagung durch die Gemeinde weiter nutzen darf.

Vergleich auf Vorschlag der Zivilkammer

Der Vergleich kam auf Vorschlag der Zivilkammer zustande, die vorher unmissverständlich klar gemacht hatte, dass sie die Kündigung des Nutzungsvertrags für Hart- und Rasenplatz an der Waldstraße genau wie das Amtsgericht Rastatt für rechtens hält. Die Vorinstanz hatte in ihrem Urteil die Überlassung des Geländes als Leihvertrag im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) gewertet, der nach 30 Jahren kündbar sei. Der Verein spielt seit rund 70 Jahren auf den Plätzen in Elchesheim.

„Wir sehen keine Möglichkeit zu einem dauerhaften Verbleib an der Waldstraße“, erklärte der Vorsitzende Richter den Parteien. Man strebe aber eine für beide Seiten tragbare Kompromisslösung an. Die Kammer unterbreitete einen Vergleichsvorschlag, der nach mehreren Sitzungsunterbrechungen noch abgewandelt wurde und jetzt Folgendes beinhaltet: Der Fußballverein Rot-Weiß darf noch bis 30. Juni 2023 auf den Plätzen in Elchesheim kicken und verpflichtet sich, diese dann zu räumen und der Gemeinde zurückzugeben. Die Hälfte des Tennenplatzes gibt der Verein aber jetzt schon zum Aufbau der Skateranlage ab.

„Man muss miteinander reden“

Wie und bis wann die Plätze in Illingen hergerichtet werden beziehungsweise was in Sachen Clubhaus passiert, sei nicht Gegenstand des Verfahrens. „Das weitere Vorgehen müssen die Parteien regeln“, hieß es vom Vorsitzenden Richter auf entsprechende Nachfragen. Dazu habe man nun ausreichend Zeit. Schon vorher hatte er den beiden streitenden Parteien, vertreten durch Bürgermeister Rolf Spiegelhalder samt Anwalt und RWE-Vorsitzenden Dieter Link samt Anwalt, ins Stammbuch geschrieben: „Man muss miteinander reden, um eine tragfähige Lösung zu finden.“

Von Zufriedenheit sprachen Spiegelhalder und Link noch im Landgericht. „Wir haben nun Luft, um weiter zu planen“, erklärte der RWE-Vorsitzende. Zudem hat für den Verein das umständliche „Rumreisen“ zu Auswärtsspielen und Trainingseinheiten auf andere Plätze in der Umgebung ein Ende. Zuletzt hatte der Verein infolgedessen sogar kurzfristig seine zweite Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet. Auch für die Jugendkicker gibt es damit wieder die Möglichkeit, im Ort zu spielen.

Es seinen nun „Pfeiler eingeschlagen“, die eine gute Grundlage für weitere Gespräche seien, meinte der Bürgermeister. Er äußerte vor allem große Erleichterung darüber, dass die Skateranlage nun doch nicht mitten im Ort auf dem Bolzplatz bei der Schule aufgebaut werden müsse. Denn dagegen habe sich bereits heftiger Widerstand formiert.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des Badischen Tagblatts und ab 4 Uhr im E-Paper.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
15. September 2021, 12:06 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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