Rad-Event in Bühl gut besucht

Bühl (mf) – Die Mechaniker haben alle Hände voll zu tun beim gut besuchten Rad-Event in Bühl. Vom kostenlosen Check bis zur Probefahrt diverser Lastenräder und E-Bikes reicht das Angebot.

Sämtliche Radmodelle können bei einer Rundfahrt auch getestet werden.  Foto: Martina Fuß

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Sämtliche Radmodelle können bei einer Rundfahrt auch getestet werden. Foto: Martina Fuß

„Läuft mega“, sagt der junge Mechaniker, der am Samstagvormittag im Zelt der „Radkultur“ einen kostenlosen Radcheck durchführt und auch kleine Reparaturen vornimmt. Im Rahmen des Rad-Events in der Bühler Innenstadt ist die Initiative Radkultur des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg Teil einer bunten Präsentation, mit der die Stadt das Einkaufen mit dem (Lasten)Rad in den Fokus rückt.

„Mega“ läuft überhaupt das ganze Fest rund ums Rad: Die Sonne scheint, der Markt im Herzen der Stadt bezaubert mit herbstlichen Farben, und viele Besucher spazieren durch die Stadt und entlang den Ausstellungs- und Informationsständen. Zahlreiche Radfahrer sind unterwegs, aber leider auch viele Autos, die sich durch die Eisenbahnstraße schlängeln. Das entspannte Flanieren zwischen Markt und Eventfläche in der südlichen Franz-Conrad-Straße wird dadurch deutlich erschwert.

Die Zweiradmechaniker im Radkultur-Zelt haben alle Hände voll zu tun. Mal fehlt die Luft im Reifen oder es fehlt Öl, die Kette ist verschlissen und die Scheibenbremsen müssen kontrolliert werden. Es gibt viele Fragen: wie etwa der Helm sitzt oder zur Lagerung von E-Bike-Akkus. Überhaupt E-Bikes: „Die Nachfrage ist so riesig, dass der Markt das kaum bewältigen kann“, berichtet Jürgen Decker von der Firma Zweiradwelt Rest mit Sitz in Oberachern und Zweigstelle in Bühl. Zum einen hänge dies mit der Klimadiskussion zusammen, zum anderen sei die mittelbadische Landschaft prädestiniert fürs Radfahren. „Wir haben gut ausgebaute Radwege in der Rheinebene und steilere Strecken durch das Vorgebirge, das Rebland bis hoch zur Hornisgrinde, so dass Tourenräder, Trekkingräder und Mountainbikes mit Motor nachgefragt werden.“

„Lastenräder noch in den Kinderschuhen“

Anton Simonov von der Firma BamBuk radelt wahlweise mit einem spektakulären Hochrad oder einem Minirädchen durch die Stadt. In der BamBuk-Manufaktur in der Ottersweierer Hubstraße entwickelt er mit seinem Team E-Trikes und Lastenräder. Auch er berichtet von einer zunehmenden, weltweiten Nachfrage nach den ungewöhnlichen Elektro-Rädern. Mit dabei hat er ein Trike, mit dem zwei Radler von Frankreich nach China gereist sind.

Auch Zweirad-Fuhr stellt sich beim Bühler Rad-Event vor, schließlich steht die Firma kurz vor ihrem Umzug in das neue Gebäude in Oberbruch. Thomas Fuhr hat ein E-Lastenrad mitgebracht, das zum einen das Radfahren mittels Neigetechnologie und integrierter Achsfederung sicherer macht, zum anderen Platz für verschiedene Aufbauten bietet. „Lastenräder sind zwar ein Trend, stecken bei uns im ländlichen Raum aber noch in den Kinderschuhen“, erklärt Fuhr und zeigt einem Familienvater ein schickes Modell, mit dem er die Kinder sicher befördern kann. Die Probefahrt durch die Stadt gefällt den Kleinen auf Anhieb.

Michaela Lang, die die Aktion „Radeln ohne Alter“ mitbegründet hat, demonstriert, wie die Rikscha zum Einsatz kommen soll. Foto: Martina Fuß

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Michaela Lang, die die Aktion „Radeln ohne Alter“ mitbegründet hat, demonstriert, wie die Rikscha zum Einsatz kommen soll. Foto: Martina Fuß

Direkt neben den Fahrradhändlern hat sich der Allgemeinde Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) platziert. Auch die ADFC-Mitarbeiter haben mit der Codierung von Fahrrädern den ganzen Vormittag gut zu tun. Anna Mosberger erklärt, wie der Code mittels Wohnort-Daten, Initialen und Jahreszahl ermittelt wird. Gerade im Hinblick auf hochwertige E-Bikes sei die Codierung sinnvoll, denn diese ermögliche eine Identifizierung und schrecke durchaus Fahrraddiebe ab.

Für viel Aufmerksamkeit sorgt die Initiative „Radeln ohne Alter“. Mit-Initiatorin Michaela Lang lädt die Passanten ein, im Rikscha-Gefährt Platz zu nehmen und schon mal das Gefühl zu testen, mit bester Aussicht gemütlich herumkutschiert zu werden. Das Spezialrad hat Bernd Friedmann von der Bühler Firma Hot Bike zur Verfügung gestellt. „Wir wissen, dass die Nachfrage nach den geplanten Rad-Touren sehr groß ist und die Seniorinnen und Senioren nur darauf warten, bis es endlich los geht“, sagt Michaela Lang und bedauert, dass es so viel Zeit braucht, die Fahrräder zu beschaffen. Ein Info-Stand der Stadt ergänzt das vielseitige Rad-Programm.

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Erstellt:
20. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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