Radschnellweg: Varianten auf dem Prüfstand

Rastatt (ema) – Mit dem Bau des Radschnellwegs zwischen Karlsruhe und Rastatt wird frühestens 2025 begonnen. Es stehen verschiedene Varianten zur Debatte, die bis Ende des Jahres untersucht werden.

Die Karlsruher Straße könnte im Zug des Radschnellwegbaus einen neuen Charakter annehmen.  Foto: Frank Vetter

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Die Karlsruher Straße könnte im Zug des Radschnellwegbaus einen neuen Charakter annehmen. Foto: Frank Vetter

Der Radschnellweg zwischen Karlsruhe und Rastatt ist beschlossene Sache. Mit dem Bau dürfte aber nach Einschätzung des Regierungspräsidiums Karlsruhe wohl frühestens im Jahr 2025 begonnen werden. Noch steht gar nicht fest, welchen Verlauf die Strecke nimmt.
Sollte die aus einer Machbarkeitsstudie hervorgegangene Vorzugsvariante tatsächlich zum Zuge kommen, ist noch offen, wie die Strecke im Stadtgebiet von Rastatt verläuft. Die viel befahrene Karlsruher Straße könnte aber einen neuen Charakter annehmen.

Geht es nach der vom Regionalverband Mittlerer Oberrhein in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie, dann führt die 21,3 Kilometer lange Trasse im Wesentlichen östlich von Rheinstetten durch die offene Landschaft und verbindet dann die Bahnhöfe von Durmersheim, Bietigheim, Ötigheim und Rastatt miteinander. In Rastatt selbst würde die Strecke ab dem Bahnhof entweder entlang der Karlsruher Straße (B3) führen. Oder parallel zur Bahn über die Niederwaldstraße, um dann über die Querung der Karlsruher Straße in die Breslauer und Stettiner Straße zu münden bis zum nordöstlichen Stadtausgang. Nach der Durchquerung des Walds würde die Trasse im Landkreis Rastatt bis zum nordöstlichen Ortsausgang von Durmersheim überwiegend parallel zur Rheintalbahn verlaufen.

Bislang kein Favorit

Die Vorzugsvariante ist eine von drei Lösungen, die in der Machbarkeitsstudie aufgearbeitet werden. Im Rastatter Rathaus hat man bislang keinen Favoriten, wie der Fachbereichsleiter Tiefbau und Wasserwirtschaft, Markus Fraß, im BT-Gespräch erläutert. Das gilt auch für den Verlauf im Stadtgebiet. Eine Trasse über die Niederwaldstraße und den Biblis hätte laut Fraß den Vorteil, dass den Radfahrern weniger Autos in die Quere kommen und möglicherweise die Route den Status einer Fahrradstraße annehmen könnte. Die Variante in der Karlsruher Straße könnte dagegen Chancen bergen, um die Ortsdurchfahrt aufzuwerten. „Das ist eine Visitenkarte. Vier Fahrspuren sind nicht sonderlich attraktiv“, zeigt sich Fraß durchaus offen für eine Neugestaltung der Karlsruher Straße zulasten des Pkw-Verkehrs.

Vorschlag des Deutschen Fahrrad-Clubs

Dem Infrastruktur-Chef im Rathaus ist daran gelegen, dass in die anstehenden Untersuchungen auch der vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) propagierte Variantenvorschlag berücksichtigt wird. Der ADFC plädiert für eine Streckenführung entlang der Neubautrasse der Bahn, weil dadurch im Gegensatz zur Vorzugsvariante weniger Gefahren in den Gemeinden durch Engstellen, Grundstücksausfahrten und Kreuzungen bestünden. Fraß gibt bei diesem Vorschlag allerdings zu bedenken, dass wohl mehr Bauwerke zu errichten wären, etwa um Bahnlinie und B462 zu überwinden. Und: Eingriffe in Natur und Umwelt wären bei dieser Lösung vermutlich stärker – und die Kosten entsprechend höher.

Nach dem Fahrplan im Regierungspräsidium werden bis Ende des Jahres die vorliegenden Trassenvarianten untersucht und verglichen. Dabei fließen auch Verkehrserhebungen im Untersuchungsgebiet ein, die zuletzt auch in Rastatt durchgeführt wurden – ergänzt durch Befragungen von Radfahrern.

Die Entscheidung über die Vorzugsvariante wird für Anfang 2022 angestrebt. In der zweiten Jahreshälfte 2021 soll zudem bei einer Art „Kick-Off-Termin“ die breite Öffentlichkeit über das Projekt informiert werden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Egbert Mauderer

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Erstellt:
11. August 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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