Räuberischer Diebstahl: Zwei Männer verurteilt

Baden-Baden (up) – Bewährung kam nicht in Betracht: Das Landgericht Baden-Baden hat zwei Männer zu Haftstrafen verurteilt. Sie haben Diebstähle unter anderem in Bühl und Ottersweier begangen.

Drogeriemärkte und Lebensmitteldiscounter der Region waren Ziele der beiden Verurteilten. Foto: Felix Kästle/dpa

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Drogeriemärkte und Lebensmitteldiscounter der Region waren Ziele der beiden Verurteilten. Foto: Felix Kästle/dpa

Das Schöffengericht am Landgericht Baden-Baden hat zwei 40 Jahre alte Männer wegen gewerbsmäßigem und räuberischem Diebstahl zu Freiheitsstrafen verurteilt. Die beiden rumänischen Staatsbürger müssen ein Jahr und neun Monate beziehungsweise ein Jahr und acht Monate ins Gefängnis. „Eine Bewährungsstrafe kam nicht in Betracht“, erklärte Richter Wolfgang Fischer in seiner Urteilsbegründung, denn „auch frühere langjährige Haftstrafen in Rumänien haben die Angeklagten nicht beeindruckt“, so der Richter.

Die beiden Männer waren im April dieses Jahres nach Deutschland gekommen, da sie bei einer Rastatter Zeitarbeitsfirma eine Beschäftigung gefunden hatten. Die stellte ihnen einen Pkw zur Verfügung und brachte sie in einem ehemaligen Hotel in Steinbach unter. Aber bereits wenige Tage nach ihrer Ankunft begingen die Männer mehrere Diebstähle, unter anderem in einem Drogeriemarkt in der Rastatter Schlossgalerie und großen Lebensmitteldiscountern in Bühl und Ottersweier. Dabei wurden sie jeweils von Angestellten entdeckt und zudem von Überwachungskameras gefilmt.

Staatsanwaltschaft forderte höhere Strafe

Die Polizei kam ihnen auf die Spur und entdeckte bei einer Hausdurchsuchung Waren im Wert von 1.550 Euro – darunter Parfüm, Lebensmittel, Hygieneartikel und Rasierklingen, aber auch T-Shirts, Strümpfe und viele Süßigkeiten. Viele der Sachen waren schon verpackt und sollten nach Rumänien geschickt werden. So saßen die Männer schon etwa drei Wochen nach ihrer Ankunft in Deutschland in der Justizvollzugsanstalt in Offenburg, wo sie jetzt voraussichtlich auch ihre Strafe absitzen müssen.

Und die wäre noch weit höher ausgefallen, wenn das Gericht den Ausführungen von Staatsanwalt Andreas Staffhorst gefolgt wäre. Der hatte für einen der Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten beantragt, für seinen Komplizen drei Jahre. Der Staatsanwalt war der Auffassung, die Angeklagten hätten bei ihrer Flucht vor zwei weiblichen Supermarktangestellten in Ottersweier ihr Auto als gefährliches Werkzeug benutzt und eine der beiden dabei an den Knien und der Hand verletzt. Der Fahrer war auf dem Parkplatz des Discounters rückwärtsgefahren, um auszuparken, eine Angestellte hatte in diesem Moment hinter dem Wagen gestanden, um dessen Kennzeichen zu notieren. Dabei erlitt sie Prellungen.

Frau verletzt

Das Gericht ging in seinem Urteil zugunsten des Angeklagten davon aus, dieser sei der Auffassung gewesen, die Frau habe sich entfernt, nachdem sie kurz zuvor mit ihren Händen auf die Heckscheibe geschlagen und der Täter zunächst angehalten hatte. Danach habe er ein weiteres Mal zurückgesetzt und sie verletzt. Damit waren die Straftaten räuberischer Diebstahl und Körperverletzung erfüllt, aber in einem minderschweren Fall. „Eine Mitverantwortung der Angestellten für die Verletzung der Frau konnten wir nicht erkennen“, erklärte der Richter mit Blick auf die Argumentation des Verteidigers Constantin Sperneac-Wolfer.

Der hatte erklärt, es hätte keine arbeitsrechtliche Verpflichtung für sie bestanden, den flüchtenden Männern auf den Parkplatz zu folgen. „Die Gefahren sind viel zu groß“, so der Anwalt und verwies auf den spektakulären Juwelenraub im November 2020 aus dem Grünen Gewölbe in Dresden. „Die bewaffneten Sicherheitsleute durften damals nicht eingreifen und mussten warten, bis die Polizei kam“, so Sperneac-Wolfer.

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Erstellt:
20. Oktober 2021, 21:00 Uhr
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